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«Luminawa» – Mit Musik zur eigenen Identität
06. September 2010

Am Freitag, 17. September wird der Film «Luminawa – ein besseres Leben» in Alt St. Johann gezeigt

Kultur zu pflegen bedeutet auch die eigene Kraft und die eigenen Wurzeln zu sehen. Der Film «Luminawa – ein besseres Leben» begleitet eine Gruppe «Kalingas» im Alltag und auf der Suche nach ihren Traditionen. Das Toggenburg spielt dabei eine wichtige Rolle. Am 17. September wird der Film noch einmal im Toggenburg gezeigt. Mit dabei ist auch der Filmemacher Thomas Lüchinger und das Trio «Malefiz».

Die Geschichte unsere Planeten war die Geschichte einer unermesslichen Artenvielfalt. Dann kam der Mensch. Inzwischen sind nicht nur die Arten bedroht, sondern auch die Vielfalt der Menschheit selbst ist betroffen. In wenigen Jahrzehnten wird die Hälfte der noch existierenden 5000 Sprachen verloren sein. Glaubens- und Denktraditionen, verschiedene Lebens- und Sichtweisen stehen vor dem Untergang. Der Film «Luminawa» erzählt die Geschichte vom Engagement einer Familie zur Erhaltung der Kultur der Kalingas. Gezeigt wird der Film am Freitag, 17. September um 20 Uhr in der Propstei Alt St. Johann. Anwesend ist nicht nur der Filmemacher Thomas Lüchinger («Johle und Werche») sondern auch Peter Roth, Musiker, Komponist und Initiant der KlangWelt Toggenburg.



Kampf für Identität
Die Kalingas, früher Krieger und Kopfjäger, leben heute als Reisbauern hoch oben in den Kordilleren (Philippinen). Manung Sapi Bawer, ein pensionierter Kalinga Lehrer, bezeichnet sich auch heute noch als Krieger. Seine Waffe ist aber nicht mehr die Kopfaxt seiner Vorfahren. Er kämpft mit der Musik und dem Tanz gegen das normierende Diktat der Globalisierung. Unter dem Einfluss westlicher Missionare verloren die Kalingas ihre kulturellen Traditionen und damit einen wesentlichen Teil ihrer Identität. Kultur leben bedeutet, sich selbst zu kennen, eine eigene Sprache zu sprechen, eine eigene Lebens- und Denkweise zu haben. Die Gemeinschaft bildet das Rückgrat der Kalingas. Musik und Tanz, Weberei und Handwerk sind heute wieder in der Gemeinschaft verankert und Ausdruck ihrer eigene Denk- und Lebenstradition. Ohne gelebte Kultur brechen die Dorfgemeinschaften auseinander. Viele Kalingas verlassen heute die von den Vorfahren seit Generationen gepflegten Reisfelder an den steilen Berghängen oberhalb des Chicco Rivers. Die Menschen ziehen in die Stadt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

«Luminawa» nennt Manung Sapi Bawer seine Vision. Das bedeutet «ein besseres Leben». Unterstützt von seiner Familie setzt er alle seine Kräfte und Mittel dafür ein, die Kalinga Kultur zu erhalten und zu retten. Vieles ist verloren gegangen und muss mit grosser Anstrengung neu geschaffen werden. Durch die wieder belebte Kultur will Sapi Bawer die verlorene Identität seines Volkes zurück gewinnen. Musik und Tanz, lange Zeit von den westlichen Missionaren als heidnische Bräuche untersagt, sind heute wieder ein wichtiger Bestandteil im Leben der Menschen.

Klang der Gongs
Im Gegensatz zur westlichen Musik gibt es bei den Kalingas keine Solisten. Oft spielt jeder Einzelne mit seinem Instrument nur einen einzigen Ton und trägt damit einen wesentlichen Anteil zum Ganzen bei. Der Klang entfaltet sich erst durch die aufmerksame Beteiligung aller. Die Klänge des Hauptinstruments, des Gongs, erzeugen ein Strahlen in den Gesichtern. Gongs erklingen nur bei Festen und auch nur dann, wenn die Gemeinschaft im Frieden lebt. Den Gongklängen werden magische Kräfte zugesagt.

Verbindung zum Toggenburg
Die klangliche und rhythmische Nähe der Gongs zu den Senntumschellen im Alpsteingebiet hat der Schweizer Musiker und Komponist Peter Roth entdeckt. Er pflegt seit 1994 Kontakt zu den Kalingas. Aus diesem Kontakt und der Zusammenarbeit entstand der Verein Luminawa. Dieser unterstützt verschiedene Aktivitäten der Kalingas. 2008 hat Peter Roth die Familie von Sapi und Maria Bawer für ein gemeinsames Konzert am Klangfestival «Naturstimmen« ins Toggenburg eingeladen. Diese Einladung und das gemeinsame Musizieren, so Manug Sapi Bawer, bedeuten für die Kalingas nicht nur grosse Anerkennung ihrer Musik, haben dazu beigetragen, die ihnen von westlichen Missionaren genommene Würde wieder herzustellen. Kultur zu pflegen bedeutet auch die eigene Kraft und die eigenen Wurzeln zu sehen. Mit Stolz und Freude singen und tanzen die Kinder heute wieder auf dem Dorfplatz die alten Kalingalieder und -tänze.

www.luminawa.ch www.luminawafilm.ch

Die Vorstellung am Freitag, 17. September 2010 in der Propstei in Alt St. Johann beginnt um 20 Uhr. Die Türe wird um 19.30 Uhr geöffnet. Es werden keine Reservationen angenommen, Kollekte. Alle Anwesenden sind am Schluss zu einem Apéro eingeladen. Im Anschluss an den Film können Kalinga-Handwebereien bestaunt und gekauft werden.

Klangweg: Videobeitrag von internetTV.ch
02. September 2010


Klanghaus, offenes Gefäss für Musik
23. August 2010

Das Klanghaus Toggenburg gewinnt Struktur. Der Sieger des Ideenwettbewerbs, Architekt Marcel Meili, hat in Wildhaus eine erste Anschauung seines Konzepts vermittelt.

Wenn die unmittelbar auf die Präsentation folgende Rückmeldung ein Signal für die Stimmung im Toggenburg sein sollte, könnte das Klanghaus auf bestem Wege sein. Nachdem das Siegerkonzept in der vollbesetzten Mehrzweckhalle vorgestellt worden war, herrschte zunächst andächtiges Schweigen. Dann lobte ein einziger Votant den versammelten Auftritt von Kultur und Politik. «Ich bin berührt von der Sensibilität, mit der Sie sich des Projekts angenommen haben», lobte er.


Modell des Klanghauses mit parabolförmigen Wänden. Bild: pd

Dem überwältigenden Applaus nach zu schliessen, sprach er der Mehrheit aus dem Herzen. Architekt Marcel Meili referierte die Suche nach dem Klanghaus-Konzept als Resultat eines mehrmonatigen Tour d`horizon durch die volksmusikalische Schweiz. Er habe Jodelchören gelauscht, Alphornbläsern und Dorfmusiken zugehört, Orte und Landschaften besucht, an denen Natur- und Kunstklänge beheimatet sind. Ton- und Bilddokumente liessen die Besucher diese «Entdeckungsreise zur Authentizität» nachempfinden.

Hören und Klingen
Zurück am Schwendisee zeichnete sich ab, dass das Klanghaus der Musik als «offenes Gefäss» eine Bühne geben soll. Es habe sich auf den alpinen Raum zu beziehen, ohne sich einzumischen, geradeso wie ein gesungener Alpsegen. Meilis Konzept sieht vor, das rund 1000 Quadratmeter grosse Gebäude mit Y-förmigem Grundriss zu erstellen. Die drei Arme folgen den drei Achsen Schafberg, Tal und Schwendisee und öffnen jeweils einen lichten Raum. Ohrmuscheln gleich bilden parabolförmige Wände den Abschluss. In der Kreuzung der drei Arme käme ein vierter Raum zu liegen, mit eigenklingender Holztäferung.

Bauen nicht vor 2013
Kantonsbaumeister Werner Binotto zeigte sich angetan von der Qualität des Wettbewerbs, an dem fast 200 Architekturbüros teilgenommen hatten. Er betonte, dass die These Meilis noch kein Entwurf oder gar ein Projekt sei. «Da kann noch einiges ändern.» Der genaue Zeitplan für das 25-Millionen-Projekt ist noch offen. Bis Ende Jahr könnte aber ein Vorprojekt vorliegen. Dann müsste ein Projekt ausgearbeitet und darüber abgestimmt werden. Bei positivem Ausgang könnte etwa 2013 gebaut sein.

Die St. Galler Regierung räumt dem Vorhaben grosse Priorität ein, wie die Leiterin des Amts für Kultur Katrin Meier sagt. Sie verwies auf die wirtschaftlichen Aspekte namentlich im Tourismus und Gastgewerbe.

Der Initiant der Toggenburger Klangwelt Peter Roth erinnerte an die langjährige, organische Entwicklung der Klangaktivitäten im voralpinen Hochtal mit international beachteten Kursen und Konzerten.


Wie baut man für die Volksmusik?


Marcel Meili Architekt

Architekt Marcel Meili erläuterte die drei wichtigsten Erkenntnisse aus seiner Auseinandersetzung mit dem geplanten Klanghaus Toggenburg anlässlich der Thesenkonkurrenz: «Gibt es überhaupt eine Architektur für die Volksmusik?» Am Anfang habe er über Volksmusik weniger als jeder hier im Saal Anwesende gewusst. «Doch dann unternahm ich eine Naturkundereise zur Volksmusik.» Daraus habe er drei wichtige Erkenntnisse gezogen: «Die Volksmusik hat viele Räume.» Volksmusik finde nicht nur im Konzertsaal statt, sondern könne überall stattfinden: im Restaurant oder auf der Alp.

«Oder wohl sogar in einer Garage. Denn Volksmusik hat keinen Raum, vielmehr geht es dabei um die Stimmung und die Atmosphäre und den Austausch mit dem Publikum.» Weiter erkannte Marcel Meili, dass Volksmusik nicht auf eine Akustik angewiesen sei, sondern auf die bestehende Akustik reagiere. Eine wichtige Rolle spiele die Landschaft.

«Die Landschaft klingt, in ihr finden sich unendlich viele Töne, ja die Landschaft erschafft selbst Töne.» Mit Alphorn, Alpsegen oder Jodeln im Freien sei man nicht unbedingt im Einklang mit der Natur, sondern der Natur Gegenüber. Auch dem soll die These Rechnung tragen, so Marcel Meili. (kru)

Text und Bild: Reinhold Meier
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Begegnung der Nomaden der Mongolei mit dem Toggenburg - Lesung/Begegnung mit Galsan Tschinag
16. August 2010

Mittwoch, 29. September, 20 Uhr,
Propstei, Alt St. Johann, freier Eintritt - Kollekte



Galsan Tschinag, Oberhaupt der Tuwa in der Westmongolei, wurde als jüngstes Kind einer hoch geachteten Nomadenfamilie im Winter 1943 geboren. Seine Vorfahren waren Ratgeber für die große Sippe, aber auch für die kasachischen Nachbarn. Während seiner 10jährigen Schulzeit, in der er die mongolische wie auch die kasachische Sprache lernte, wurden Gedichte von ihm in der Schule veröffentlicht.

Nach 10 Jahren Schulzeit verließ er seine Heimatecke im Altaigebirge, um in der Hauptstadt Ulan Bator mongolische Literatur zu studieren. Ein Stipendium brachte ihn 1962 nach Leipzig, wo er das Studium der Germanistik begann, das er als Bester seines Jahrgangs mit viel Lob 1968 abschloss. Durch die politische Wende 1990 war es ihm möglich, in Deutschland seine in deutscher Sprache verfassten Bücher zu veröffentlichen. Inzwischen sind 26 Romane, Erzählungen und Gedichtbände auf dem Markt, die in viele Sprachen übersetzt wurden.

Er ist Träger folgender Literaturpreise: Adelbert-von-Chamisso-Preis, Puchheimer Leserpreis, Heimito-von-Doderer-Preis, Aloa-Literaturpreis, Literaturpreis der deutschen Wirtschaft im BDI, TREBBIA-Literaturpreis.
Außerdem wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Band der Bundesrepublik Deutschland für seine Bemühungen um das Verständnis zwischen den Kulturen verliehen.

Seine große Karawane 1995 mit Tuwa-Familien, 130 Kamelen, vielen Pferden und anderen Tieren, die er 2000 km durch die Mongolei zurück in das Altaigebirge führte, brachte ihm große Anerkennung und Ruhm sowohl in der Mongolei wie auch in vielen Ländern rund um den Globus.

Seit 1992 reist er jedes Jahr nach Europa und folgt Einladungen zu Lesungen und Vorträgen, leitet Seminare, nimmt an Kongressen und Konferenzen teil, tritt im Radio und Fernsehen auf. Dabei fühlt er sich als Vertreter seiner nomadischen Welt, ebenso stark aber auch als Weltenbürger. Er ist eine Brücke zwischen Ost und West, ein gemeinsames Erzeugnis des Morgenlandes mit seinem urzeitlichen Schamanen- und Nomadentum und des Abendlandes mit seiner klassischen kulturphilosophischen Aufklärung und seinem neuzeitlichen technisch-naturwissenschaftlichen Fortschritt. Seine Bestrebung richtet sich auf eine Ergänzung der Neuzeit mit der Altzeit, wie auch der modernen Kenntnisse der Menschheit mit dem Urwissen seines zahlenmäßig zwar schwachen, aber in der Vergangenheit stark verwurzelten Volkes. Der achtsame Umgang mit der Umwelt, die einfachere Lebensweise, das liebe- und vertrauensvolle Verhalten zu den Mitmenschen, eine ständiges Miteinander, nie aber ein Gegeneinander - das sind die zentralen Themen seiner Tätigkeit. Hinzu kommt seit einigen Jahren die Realisierung einer Vision. Er will der Mongolei 1 Million Bäume schenken und ist auf einem guten Weg, dieses Ziel mit seiner Arbeit, mit Spenden und mit vielen begeisterten Unterstützern zu verwirklichen.

Galsan Tschinag lebt in der Umgebung von Ulan Bator und bei seiner Sippe im Hohen Altaigebirge.

» Förderverein Mongolei e.V., Nürtingen, in Vertretung der Galsan Tschinag Stiftung, Ulaanbaatar/Mongolei.

Donnerstag, 19. August: Klanghaus - Einladung zum öffentlichen Informationsanlass
16. August 2010



Im September 2009 hat das Baudepartement eine Thesenkonkurrenz für das Klanghaus Toggenburg ausgelobt. Gerne möchten wir die Bevölkerung über die Resultate der Thesenkonkurrenz und über das weitere Vorgehen auf dem Weg zu einem Klanghaus am Schwendisee informieren.

Donnerstag, 19. August 2010, 20 Uhr
Mehrzweckgebäude Chuchitobel
Steinrütistrasse, 9658 Wildhaus

Sie werden informiert von:
- Kantonsbaumeister Werner Binotto, dipl. Architekt HBK/BSA/SIA, St.Gallen
- Katrin Meier, Leiterin Amt für Kultur des Kantons St.Gallen
- Peter Roth, Musiker, Unterwasser
- Marcel Meili, Meili Peter Architekten AG

Musikalischer Rahmen:
- Annelies Huser, Naturjodel mit Hackbrett
- Umbra Curae, Kurorchester mit Andrea Kind, Susanne Bolt, Barbara Kamm
- U Cantu, Gesangstrio mit polyphonen Gesängen aus Korsika

Baudepartement des Kantons St.Gallen, Hochbauamt, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9000 St.Gallen
Departement des Innern, Amt für Kultur Kanton St.Gallen, Regierungsgebäude, 9001 St.Gallen

Weltpremiere für den «Spritzgong»
05. August 2010

Mit einem "Klangtag" in der Badi Unterwasser brachte die KlangWelt Toggenburg das Wasser zum Tönen. Vor allem Kinder probierten die verschiedenen Instrumente im 23 Grad warmen Wasser aus. Dabei feierte der "Spritzgong" von Hansheiri Haas aus Wildhaus seine Weltpremiere.

Unterwasser. "Die Gongs habe ich aus dem Brockenhaus", erklärt Haas, einer der zwölf Klangbegleiter der Klangwelt Toggenburg. Er hat sie in einem bunten Gestell neben- und übereinander aufgehängt, und nun dürfen die Kinder mit Spritzpistolen und Schläuchen darauf halten. Die entstehenden Töne sind ungewöhnlich und neu. "Darf ich denn trotzdem schwimmen gehen?", fragt eine ältere Besucherin Badmeister Hansueli Brägger.


Der Spritzgong: Besonders bei den Jüngsten kommt das Instrument gut an.

Sie darf natürlich, der Eintritt in einer der ältesten Badis der Schweiz ist heute frei – und sie lauscht neugierig den Klängen, die aus hölzernen Schalen, Kochtöpfen, Eisen- und Kunststoffrohren, Schellen und Glocken herausgeholt werden.

"Wasser-Alphorn"
Brägger selbst entpuppt sich als Meister des "Wasser-Alphorns": Aus voller Lunge pustet er in ein Rohr, an dessen unterem Ende eine Giesskanne befestigt ist, die ins Wasser getaucht wird. Der dabei entstehende Klang erinnert tatsächlich an das alpenländische Traditions-Instrument. "Lustig", lacht er.

"Wenn man den Leuten ein Instrument erklärt, interessieren sie sich viel mehr dafür und wollen es auch ausprobieren", meint Klangbegleiter Hansheiri Haas, der den Tag in der Badi zusammen mit der deutschen Physiotherapeutin Marianne Huber gestaltet. Er ist einer, der von Anfang an bei der 1993 von Peter Roth ins Leben gerufenen Klangwelt Toggenburg dabei ist.

Hunderte auf Klangweg geführt
"Die Nachfrage nach unseren Angeboten kommt so langsam in Fahrt", sagt Haas. Jeden Tag führen seine Kollegen Gäste über den Klangweg – "ein paar Hundert waren es in den Ferien" –, erteilen "Crashkurse im Naturjodeln" ("Singen kommt sehr gut an!") und die Klangbegleiter sorgen so dafür, dass sich das Toggenburg einen Namen als "Klangdestination" macht.

"Goldene Klangtage"
Und während sich in der Badi Unterwasser mehr und mehr Besucher an den unterschiedlichen Klangkörpern versuchen, freut sich Hansheiri Haas schon auf die nächsten Aktivitäten: Bei "Klang im Pool" gibt es Jam-Sessions in den Hotels Hirschen und Säntis mit Walgesängen aus Unterwasser-Lautsprechern.

Die "Goldenen Klangtag" seien vor allem etwas für ältere Gäste und Höhepunkt der "Klangschmiede" wird eine spektakuläre Feuerorgel sein – die nächste grosse Premiere bei der Klangwelt Toggenburg.

Text und Bild: rfo
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Platz für neuen Klang im Haus zur Mühle
26. Juli 2010

Im Februar war der Spatenstich zum Umbau des Hauses zur Mühle – künftige Klangschmiede und Sitz der Klangwelt Toggenburg. Jetzt ist das Haus ausgeräumt und die Umgebungs-Bauarbeiten sind im Gange.

Ein Amboss steht bereits etwas quer vor der Theke des zukünftigen Klangschmiede-Shops im Haus zur Mühle in Alt St. Johann. Ansonsten erinnert noch gar nichts an die Bestimmung des Hauses als Sitz der Klangwelt Toggenburg mit Shop, Klangschmiede, Hackbrettwerkstatt, Studios für Gastkünstler und Büroräumlichkeiten.

Das Haus ist vollkommen ausgeräumt. Die blanken Strickwände aus dicken Balken liegen frei. Nägel stehen aus den Fussböden und der ehemalige Backofen – das Haus zur Mühle war zuvor eine Bäckerei – ist herausgebrochen worden. Platz für Neues. Wo einst der Klang vom Klopfen des Brotteiges vorherrschte, werden ab nächstem April Hämmer auf Ambosse schlagen, Hackbrett-Saiten vibrieren und das Wasser des Mühlrades plätschern.

Aussen-Esse und Feuerorgel
Doch bis dahin muss noch viel gebaut werden. Neben dem Haus sind schon Bäume gefällt worden. Auf dem neu entstandenen Platz soll die Aussen-Esse errichtet werden. «Für Schmiedearbeiten wie das Vermessingen ist eine sehr grosse Hitze nötig, deshalb müssen diese Arbeiten draussen erledigt werden», erklärt Alois Ebneter, Projektleiter der Klangschmiede. Den Aussenplatz soll dereinst auch eine Feuerorgel zieren. Eine Feuerorgel? «Die Pfeifen dieser Orgel bestehen aus Metallrohren. Hält man einen Bunsenbrenner an die untere Öffnung, zieht das Feuer darin nach oben und es entsteht ein Klang», erklärt Alois Ebneter.

Neues Wasserrad aus Metall
Zwischen dem Platz und dem Haus plätschert Wasser. Wie einst soll wieder ein Mühlrad für die Produktion der nötigen Energie sorgen. Das neue Wasserrad wird aus Metall hergestellt. «Ein sogenanntes oberschlächtiges Wasserrad, das eine Leistung von 5,4 Kilowattstunden erbringen wird», so Ebneter. Dies mit Wasser, das vom Zwinglipass unter der Erde zu Tal fliesst und einige Meter hinter dem Haus zur Mühle aus einer Quelle sprudelt. Rund 120 Liter Wasser pro Sekunde mit einem Gefälle von 4,6 Meter werden das Wasserrad antreiben. Über Transmissionsriemen werden die Bohrer und Schmiedehämmer in der Werkstatt angetrieben und ein Generator soll zusätzlich Strom erzeugen.


Im Erdgeschoss soll die Schmiede entstehen, ausserhalb der Rückwand kommt das Wasserrad hin.

Hinter dem Haus ist ein Graben geöffnet. Entwässerungsrohre leiten künftig das Hangwasser seitlich des Hauses ab. Zusätzlich wird vorbetoniert, damit auch sicher kein Wasser ins Innere des Hauses drücken kann.

Schindelaktion erfolgreich
Nach den Sommerferien wird gemäss Alois Ebneter dann die Aussenfassade eingerüstet. Die Schindelaktion war übrigens erfolgreich. «Wir können die Kosten der Schindeln und der Schindel-Arbeiten aus dem Erlös der Verkaufsaktion decken», sagt der Projektleiter. Die gesamten Baukosten, inklusive dem neuen Mühlrad, betragen 1,64 Millionen Franken. Das Gesamtbudget der Klangschmiede ist 2,37 Millionen Franken. In diesem Betrag sind auch die Kaufsumme sowie die weiteren Projektkosten enthalten.

Ehemaliger Kühlraum
Innen, im Erdgeschoss, bietet ein hoher gemauerter Raum Platz für die Schmiede. «Vor etwa dreissig Jahren war hier der Kühlraum der Gemeinde untergebracht. Die Einwohnerinnen und Einwohner konnten sich hier Gefrier-Platz mieten», sagt Alois Ebneter. Ebenfalls im Erdgeschoss ist der Klangschmiede-Shop geplant. Im ersten Stock wird die Hackbrettwerkstatt eingerichtet. Der alte Ofen ist aus der ehemaligen Backstube bereits verschwunden. Hier soll in den Anfängen gar unerlaubt ein Backofen installiert worden sein, erzählt Alois Ebneter.

Alte Elemente erhalten
In der kleinen Holzwerkstatt allerdings sind noch viele alte Werkzeuge und Gestelle vorhanden. Auch der künftige Hackbrett-Bauer wird hier mit Holz arbeiten. Überhaupt sind da und dort noch alte Elemente des Hauses zu sehen – eine Tapete, der Kachelofen oder auch Möbelstücke. «Das Haus steht unter Denkmalpflege. Wir wollen zwar erneuern, aber auch erhalten», sagt Alois Ebneter.

Im zweiten Stock entstehen Klangexperimentier-Räume, Studios für Gastschmiede und Gastkünstler sowie die neuen Büroräume für die Verwaltung der Klangwelt Toggenburg.

Geschichte aufarbeiten
Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses zur Mühle in Alt St. Johann war 1536. Das Haus gehörte damals zum Kloster St. Johann. Die lange Geschichte der Liegenschaft wird vom Ebnat-Kappler Kunsthistoriker Jost Kirchgraber aufgearbeitet. «Eine kleine Publikation dazu ist geplant», verrät Alois Ebneter. Aus seinen Erzählungen lässt sich schliessen, dass im Haus wohl noch die eine oder andere interessante Geschichte schlummert. Ein weiteres Kapitel folgt im nächsten April. Verläuft alles nach Plan soll die Klangschmiede dann eröffnet werden.

Text und Bild: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung


Dienstag, 3. August: Klang im Pool - Klangtag in der Badi Unterwasser
19. Juli 2010

Am 3. August 2010 (Verschiebedatum 4. oder 5. August) veranstalten wir einen nassfröhlichen Klangtag in der Badi Unterwasser. Verschiedene Instrumente und Spiele im Wasser erzeugen neue und ungewohnte Töne mit dem flüssigen Element. Gemeinsam mit den Klangbegleitern entwickeln wir uns zum grossen Wasserorchester. Spass ist garantiert für Alt und Jung, lassen Sie sich überraschen.



Die Klangspiele finden von 10.00 – 16.00 Uhr statt. Der Eintritt in die Badi und die Klangspiele sind kostenlos.
Es ist keine Reservation notwendig.

Der Vorjodler in Sachen Struktur
14. Juli 2010

Die Klangwelt Toggenburg hat mit Hans Bütikofer einen neuen Präsidenten, der zwar nicht in einem Jodelclub mitsingt, dafür aber mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen im Kanton St. Gallen bestens vertraut ist.

Seit März sind Sie Präsident des Vorstandes der Klangwelt Toggenburg. Hatten Sie bereits vorher einen Bezug zur Klangwelt?

Hans Bütikofer: Als ehemaliger Präsident von Toggenburg.ch hatte ich mit vielen Organisationen der Region eine bestimmte Beziehung. Zudem bin ich seit Februar 2009 Mitglied des Stiftungsrates der Klangwelt Toggenburg. Die Klangwelt insbesondere erachte ich als Erfolgsgeschichte in den letzten sieben Jahren im Toggenburg.

Eine Erfolgsgeschichte, weshalb?
Hans Bütikofer: Weil die mehr oder weniger in Miliztätigkeit engagierten Macher der Klangwelt mit einem enormen Aufwand ein wertvolles Angebot für Besucherinnen und Besucher geschaffen haben.

Weshalb haben Sie sich für dieses Amt entschieden?
Hans Bütikofer: Ich bin schon lange überzeugt, dass im Toggenburg wesentliche Ressourcen vorhanden sind, die aktiviert werden sollten. Die Klangwelt ist eine davon. Sie ist bereits ein wirtschaftlicher Faktor im Toggenburg und kann sich vor allem in dieser Hinsicht – obwohl eine Kulturorganisation – noch entwickeln.

Obwohl die Klangwelt massgeblich vom Kanton St. Gallen unterstützt wird, zum Beispiel mit einem jährlichen Betriebsbeitrag von einer viertel Million Franken?
Hans Bütikofer: Im kulturellen Bereich gibt es nur wenige Institutionen, die finanziell völlig unabhängig sind. Jedoch profitieren die Hotellerie, die Gastronomie und der Tourismus allgemein von der Klangwelt. Der Klangweg beispielsweise generiert heute gegen 60 000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr, von denen insbesondere auch die Bergbahnen profitieren.


Hans Bütikofer führt als Präsident der Klangwelt Toggenburg seit März den Verein auf strategischer Ebene.

Und was passiert, wenn der Kanton einmal nicht mehr so grosszügig ist?
Hans Bütikofer: Die Klangwelt existiert nicht nur aufgrund der öffentlichen Beiträge, sie generiert auch eigene Erträge. Natürlich ist man in der Entwicklungsphase sehr froh um die kantonalen Beiträge. Renommierte Museen erhalten ebenfalls öffentliche Beiträge. Kultur ist auch eine öffentliche Aufgabe. Das Fernziel oder vielleicht meine Vision allerdings ist eine wirtschaftlich eigenständige Klangwelt Toggenburg. Meine Gedanken kreisen oft darum, was wir tun können, um einen möglichst hohen Eigenwirtschaftlichkeits-Grad zu erreichen.

Erachten Sie die finanzielle Abhängigkeit vom Kanton als Schwäche der Klangwelt?
Hans Bütikofer: Natürlich kann man dies von aussen als Schwäche betrachten, jedoch ist die Abhängigkeit nicht dominierend. Die Klangwelt würde auch ohne Kantonsbeiträge existieren. Fragen müsste man sich, welche der aktuellen Projekte dann nicht umsetzbar wären.

Hat die Klangwelt andere Schwächen?
Hans Bütikofer: Die Klangwelt war vorwiegend eine Laienorganisation, was bisher auch gut funktionierte. Mit der weiteren Entwicklung der Klangwelt braucht es hier jedoch Änderungen. Als Schwäche würde ich dies nicht bezeichnen, allerdings besteht ein gewisser Handlungsbedarf.

Die Klangwelt soll also weiter wachsen?
Hans Bütikofer: Es ist gar nichts anderes möglich, als unsere Produkte laufend anzupassen und weiterzuentwickeln. Wir haben eine ganze Reihe an Aufgaben mit Blick auf eine Weiterentwicklung. Dazu gehört die Klangschmiede – ein interessantes Objekt, das jedoch eine klare Struktur braucht. Auch bei Klangwellness gibt es einiges zu tun. Das Produkt Klangwellness kommt zwar an, jedoch muss auch das Rundherum stimmen. Auch beim Klanghaus-Bau müssen wir die Ideen der Region und des künftigen Nutzers beim Bauherren, dem Kanton St. Gallen, einbringen. Die Zusammenarbeit mit dem Kanton funktioniert übrigens bisher ausgezeichnet. Bestehende Objekte wie der Klangweg sollen weiterentwickelt werden. Es gibt zum Beispiel thematische Erweiterungsmöglichkeiten. Ich könnte mir zum Beispiel eine Klangwegerweiterung in Kombination mit dem Thema Kneipp vorstellen, andere thematische Möglichkeiten werden beraten. Zudem ist die Klangforschung ein künftiges Thema der Klangwelt Toggenburg. Das erfolgreiche erste Jodelsymposium bewies das Potenzial der Klangforschung im Toggenburg, wo ein vertieftes Wissen zum Klang vorhanden ist.

Was können Sie persönlich in die Klangwelt einbringen?
Hans Bütikofer: Durch meine bisherigen Engagements für die Öffentlichkeit, sei dies in der Kantonspolitik oder als Präsident von Toggenburg.ch lernte ich die Verhältnisse im Kanton St. Gallen und dem Toggenburg sehr gut kennen. Ich erlebte, was im Toggenburg möglich ist und ich bin überzeugt, dass im Toggenburg noch mehr machbar ist. Aus dieser Überzeugung kann ich massgeblich – zusammen mit den bisherigen Trägern der Klangwelt – zur Entwicklung der Organisation beitragen.

Welches sind Ihre Aufgaben als Präsident der Klangwelt?
Hans Bütikofer: Auch Kulturinstitutionen brauchen auf die Dauer eine effiziente Organisation. Innerhalb des Vorstandes haben wir eine klare Aufgabenteilung, wenngleich wir natürlich wie eine Kollegialbehörde funktionieren. Meine Schwergewichte sind strukturelle und organisatorische Fragen, die Zusammenarbeit nach aussen, die Pflege des Netzwerkes. Aktuell sind wir auch damit beschäftigt, eine verstärkte Professionalisierung anzustreben auch mit Blick auf kommende Projekte, wie zum Beispiel die Klangschmiede oder längerfristig das Klanghaus.

Die Klangwelt operiert vor allem im oberen Toggenburg. Sie sind ein Neckertaler. Weiten Sie die Klangwelt nun auf das ganze Toggenburg aus?
Hans Bütikofer: Jeder Neckertaler ist auch ein Toggenburger, das Neckertal ist ein Teil des Toggenburgs. Ich mache hier keinen Unterschied. Das Toggenburg hat sich – auch touristisch – das Thema Klang auf die Fahne geschrieben. Jeder findige Kopf – nicht nur im oberen Toggenburg – kann Ideen einbringen und dazu beitragen, das Toggenburg national und sogar international als Klanghochburg zu positionieren. Eine effiziente Zusammenarbeit in der ganzen Region ist für mich zentrales Ziel.

Ist bereits ein neuer OK-Präsident für das Naturstimmen-Festival gefunden und findet es wieder statt?
Hans Bütikofer: Das Naturstimmen-Festival war auch in diesem Jahr ein Erfolg, es findet selbstverständlich wieder statt. Die organisatorischen Fragen sind Teil der Beratungen im Verein Klangwelt.

Singen Sie selber auch?
Hans Bütikofer: Nein, das würde kaum zum Erfolg beitragen. Ich bin natürlich ein Konsument der künstlerischen Seite der Klangwelt und bringe mehr die wirtschaftliche und organisatorische Seite einer solchen Organisation ein. Als Vorjodler werden sie mich kaum erleben, abgesehen davon, dass die Klangwelt Toggenburg sich natürlich auf einem viel breiteren künstlerischen Spektrum bewegt. Die Klangwelt Toggenburg wird auch inskünftig vielfältige Erlebnisse zum Thema Klang in Kursen, auf dem Klangweg, bei Festivals und Konzerten, mit Klangwellness, in der Klangschmiede und in wenigen Jahren auch im Klanghaus bieten.

Interview und Bild: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

KlangHaus Toggenburg: Meili, Peter als Architekten gewählt
05. Juli 2010

So ungewöhnlich die Bauaufgabe und der Ort, so ungewöhnlich war das Verfahren zur Auswahl der Architekten: Für die Planung des Klanghauses am idyllischen Schwendisee wurde kein Projektwettbewerb, sondern eine Thesenkonkurrenz ausgeschrieben. Die Zürcher Architekten Marcel Meili und Markus Peter haben diese für sich entscheiden können.

Das KlangHaus wird der wichtigste Ort der KlangWelt Toggenburg, die sich der Wechselwirkung von Klang und Ort, von Musik und Landschaft verschrieben hat und diese auf lebendige Weise erfahrbar machen will. Entstanden auf Initiative des Musikers und Komponisten Peter Roth, der 1993 am Schwendisee mit Kursen zur lokalen Musikkultur, insbesondere zur Naturtonmusik, begann, ist die Klangwelt längst zu einer Institution mit breit gefächertem Angebot und überregionaler Ausstrahlung geworden, die Musikinteressierte aus aller Welt und Ausflügler gleichermassen anzuziehen vermag. Ihren Brennpunkt wird das KlangHaus bilden, ein Ort mit exzellenter Akustik für Forschung und Experiment, für Kurse und Proben, für Klausur und Begegnung, dessen räumlicher Bezug zum Schwendisee die Intensität der musikalischen Auseinandersetzung inspirieren wird. Das KlangHaus wird am Schwendisee oberhalb des Dorfes Unterwasser stehen, an der Schwelle zwischen dem Siedlungsraum des Toggenburgs und dem Naturraum der Churfirsten.

Um diese besondere Bauaufgabe an besonderem Ort präzise charakterisieren zu können, war auch ein besonderes Mass an Spielraum nötig. Im Rahmen der Thesenkonkurrenz war deshalb nicht ein Projekt gefordert, sondern eine These; eine Strategie also, in welches Verhältnis Architektur und Klang gebracht werden sollten, aber auch Architektur und Landschaft. Könnte die Architektur gar vermitteln zwischen der Landschaft und den Klängen, die darin entstehen?

Thesenkonkurrenz mit namhaften Bewerbern
Im September 2009 schrieb das Baudepartement eine Thesenkonkurrenz im selektiven Verfahren öffentlich aus und stiess damit auf grosse Resonanz: 90 Bewerber aus dem In- und Ausland reichten ihre Anträge ein, von denen das Preisgereicht schliesslich sechs zur Teilnahme einlud:

SANAA, Tokio, Japan
Miller & Maranta Architekten ETH BSA SIA AG, Basel, Schweiz
Marcel Meili, Markus Peter Architekten AG, Zürich, Schweiz
Caruso St John Architects LLP, London, England
Steven Holl Architects, New York, USA,
Snohetta, Oslo, Norwegen

Alle Teilnehmenden reichten ihre These termingerecht und vollständig ein und stellten diese dem Preisgericht im April 2010 persönlich vor. Im Mai 2010 trat das Preisgericht zusammen, um die Thesen nach den ausgeschriebenen Kriterien zu beurteilen. Nach eingehender Diskussion wurde mit grossem Mehr beschlossen, dem Auftraggeber das Team Marcel Meili, Markus Peter Architekten für die weitere Planung und Realisierung des Klanghauses zu empfehlen. Ihre These vermochte das Preisgericht am umfassendsten zu überzeugen. Die grosse Einfühlung in die Aufgabe belegt die Neugier und das Interesse der Architekten ebenso wie ihre Kenntnis vom geografischen und vom kulturellen Ort. Die Erkenntnisse, die im Verlauf der Entwicklungsarbeit zusammengetragen wurden, sind präzise, mitunter höchst überraschend und ausgezeichnet kommuniziert, was gerade im Hinblick auf die anstehende, lange Zusammenarbeit besonders gewürdigt wurde. Das Baudepartement beabsichtigt, Meili Peter Architekten mit der Planung und Ausführung der Aufgabe zu beauftragen.

Originalität und Tiefe der These
Marcel Meili und Markus Peter haben sich sehr ausführlich mit verschiedenen Formen der Volksmusik beschäftigt und kommen dabei zu Einsichten, deren Originalität und Tiefe von der Kraft dieser ethnologischen Erfahrung in einer ihnen‚ kaum bekannten Welt zeugen. Diese Musik, betonen die Architekten, habe – im Gegensatz zur komponierten Musik – keine kanonischen Räume und keine Instrumente mit dem vermeintlich perfekten Ton, weil sie auf jenen Raum, jenes Publikum und jene Stimmung reagieren, wo die Musik entsteht.

Das architektonische Objekt, das hier vorgeschlagen und bereits präzise vor Ort situiert wird, bezieht seine Form aus akustischen Überlegungen. Parabolische Wände sollen die Töne der Landschaft bündeln, aber auch Töne in die Landschaft reflektieren. Natürlich wird dadurch auch der Blick aus dem Innern in die Landschaft geleitet, aber Seh- und Hörsinn halten sich in dieser These die Waage. Gerade dieser letzte Aspekt, das Ineinandergreifen von Optischem und Akustischem, wurde für die Entwicklung eines Hauses für den Klang besonders gewürdigt.

Architekten finden grosse Beachtung
Die Bauten und Entwürfe der Zürcher Architekten Marcel Meili und Markus Peter finden im In- und Ausland grosse Beachtung. Zu den bekanntesten gehören etwa das "Centre for Global Dialogue" der Swiss Re in Kilchberg, die Schweiz. Holzfachschule in Biel, der Entwurf für das Hardturmstadion in Zürich oder der jüngst vollendete italienische Hauptsitz der Helvetia-Versicherung in Mailand. Kennzeichnend ist die vertiefte Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung von Architektur und Konstruktion, aber auch das Interesse am weiteren Kontext, innerhalb dessen sich "Architektur" abspielt. So beschäftigt sich Marcel Meili im Rahmen seiner Professur am ETH Studio Basel mit Fragestellungen zur Wechselwirkung von Planung, Städtebau und Architektur, die er etwa im Rahmen der viel beachteten Buchpublikation "Die Schweiz – ein städtebauliches Portrait" (2006) ausführte. Auch Markus Peter lehrt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule.

Öffentlicher Informationsanlass
Am 19. August 2010 wird ein öffentlicher Informationsanlass in Wildhaus durchgeführt, um über die Resultate der Thesenkonkurrenz und über das weitere Vorgehen zu informieren. Die siegreichen Architekten werden ihre These der interessierten Bevölkerung und den Medien vorstellen.

Nach dem Thesenverfahren gilt es nun, zusammen mit dem Auftraggeber und den Nutzern das Vorprojekt zu entwickeln. Bis Frühling 2012 wird anschliessend das Projekt mit einer Kostenschätzung erarbeitet. Die Volksabstimmung soll im Frühling 2013 stattfinden.

Das Leben ist Klang: Schritte auf dem Klangweg und mehr
26. Juni 2010

Zwischen der Alp Selamatt und dem Oberdorf ob Wildhaus schlängelt sich der Klangweg über Alpen und durch Wälder. Die Klangwelt Toggenburg bietet aber noch viel mehr.

Mitten im Wald steht ein Eisengerüst, daran hängen an Ketten Kuh- und Geissenschellen. Den Blick in die Baumwipfel gerichtet, lauschen wir den verschiedenen Tonlagen der Schellen. Eine der 22 Stationen auf dem Panoramaweg. Bei der vielleicht eindrücklichsten, der «Klangmühle», handelt es sich schon fast um eine Kunstinstallation: Eine stehende mannshohe Trommel, mit Saiten bespannt, dreht sich, ein Bassgeigenbogen erzeugt meditative Töne und Obertöne.

Ruhe durch Schwingungen
Einzigartige Klangerlebnisse, die Herz, Seele und Verstand ansprechen – die Gäste sollen über Schwingungen von Klängen zur Ruhe kommen und daraus Inspiration für den Alltag schöpfen, das sind die Ziele, welche sich die Initiatoren der Klangwelt gesetzt haben. Zu diesem Ziel führen viele Weg: Viel Beachtung hat die Klangwelt Toggenburg mit dem Projekt des Klanghauses am Schwendisee erhalten. Nach einigen politischen Wirrungen scheint es nun vorwärts zu gehen.

Eine zweite Säule der Klangwelt sind die verschiedenen Festivals: Saitenwind, Rockbrett und vor allem Naturstimmen. Allen drei Konzertreihen ist das Experiment eingeschrieben. Insbesondere das im Zweijahresrhythmus stattfindende Klangfestival Naturstimmen schlägt Brücken in ferne Länder – etwa nach Südafrika, Tibet, Russland, Iran, Serbien, Norwegen, Nagaland-Indien, Korsika.

Die Klangwelt Toggenburg vermittelt daneben Naturjodelmelodien und Lieder aus der Alpsteinkultur; im Klang der Schellen und beim Talerschwingen entdecken Festivalbesucherinnen und -besucher darüber hinaus die Welt der Naturtöne und sie bekommen eine Ahnung von der weltumspannenden Bedeutung der Obertonreihe. Die Konzerte werden jeweils von Workshops begleitet.

Allerdings: Das letzte Klangfestival Naturstimmen fand eben erst statt; wen wir jetzt gluschtig gemacht haben, muss also etwas Geduld aufbringen.

Eigene Erfahrungen machen
Wer keine zwei Jahre warten mag, dem seien die Klangkurse empfohlen. Eigens ausgebildete Klangbegleiterinnen und -begleiter führen Interessierte in den Naturjodel, in den Obertongesang oder in neuartige Musikinstrumente ein. Ein neuer Trieb, den die Klangwelt Toggenburg trieb, ist der Bereich Klangwellness. Zusammen mit den Toggenburger Touristikern wurden in den vergangenen Monaten neue Angebote zur Erholung und Entspannung mit Klang geschaffen.

Text: Guido Berlinger-Bolt
© 2010 Appenzeller Zeitung - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Klang erleben, bis «di fiine Höörli ufstönd»
21. Juni 2010

Es kribbelt. Erst nur in den Fingerspitzen, dann in beiden Unterarmen, schliesslich durchströmt ein wohliges Gefühl den ganzen Körper und langsam richten sich die feinen Härchen an meinen Armen und dem Nacken auf. Meine Hände gleiten über die Saiten der Tabula Sonora, einer Entspannungsklangliege. Die Schwingungen der gleichgestimmten Saiten überträgt sich auf den Körper der Person, die sich von den Klängen berieseln lässt, ebenso wie auf die Person die sie zum Klingen bringt.

Zusammen mit 35 Personen aus dem Süddeutschen Raum und der Region Ostschweiz verbringe ich einen Testurlaub in Unterwasser und Wildhaus. Untergebracht sind die Gäste in den Hotels Sternen, Säntis und Stump´s Alpenrose in Unterwasser und dem Wildhauser Hotel Hirschen. Ziel dieser Aktion ist, das im Herbst 2009 von Klangwelt Toggenburg und Toggenburg Tourismus lancierte Angebot Klangwellness einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, zu erfahren, wie das Angebot bei den Gästen ankommt und Verbesserungsmöglichkeiten zu ermitteln.

Klangerfahrungen vermitteln

Rund 1000 Interessierte haben sich auf die Ausschreibung in verschiedenen Zeitungen im In- und Ausland gemeldet. 160 Personen (aufgeteilt in drei Gruppen, die an unterschiedlichen Daten den Testurlaub verbrachten) wurden von Klangwelt und Toggenburg Tourismus ausgewählt. «Wichtig bei der Auswahl der Testpersonen war uns, dass sie eine Affinität zur Musik, Wellness oder der Natur haben und somit fundiert Auskunft über das Erlebte geben können», erklärte Andreas Müller, Geschäftsleiter von Klangwelt Toggenburg.


Klangbegleiter Hans Heiri Haas erklärt die Wirkungsweise der Klangliege Tabula Sonora.

Das Konzept von Klangwellness beinhaltet die Vermittlung von Klangerfahrungen in aktiver und passiver Form. Naturjodelkurse, geführte Wanderungen auf dem Klangweg, Entspannung auf der Klangliege oder durch meditative Klangreisen sollen den Gast in die Welt der tönenden Schwingungen eintauchen lassen, ebenso wie Vorträge über Natur- und Obertöne oder Klangspiele im Pool.

Es ist schwierig ein so komplexes Angebot in wenigen Worten zu umschreiben und effektiv zu bewerben, erläuterte die Direktorin von Toggenburg Tourismus Christine Bolt: «Am besten ist es, wenn es die Gäste selbst ausprobieren und so Freunden und Bekannten von ihren Erfahrungen berichten können.»

Trotz Regen ganz entspannt

Schon wieder streben meine Härchen himmelwärts.
Diesmal ist der Grund aber um einiges banaler als bei der Tabula Sonora: Ein eiskalter Regentropfen bahnt sich entlang meiner Wirbelsäule seinen Weg Richtung Becken. Es schüttet wie aus Kübeln an diesem Samstagmorgen und vor mir schliessen deutsche Mittester auf dem Klangweg vom Iltios ins Oberdorf ersten Kontakt mit der heimischen Fauna: Eine Kuh steht mitten auf dem schmalen Pfad und beäugt neugierig unser buntes Grüppchen.

Schirme und Regenbekleidung in allen Farben heben sich bunt vom grauen Himmel ab und spiegeln die Stimmung der Wandernden wider: Keine Spur von Miesepetrigkeit, unterwegs wird geplaudert gescherzt und viel gelacht. Die Entspannungsbehandlung auf der Klangliege am Vorabend scheint ganze Arbeit geleistet zu haben. Zumindest sind alle, mit denen ich mich darüber unterhalten habe, restlos begeistert davon.

Es berührt einem einfach
Klangbegleiter Matthias Ammann führt uns kompetent in die Besonderheiten der Instrumente entlang des Weges ein. Besonders die obertonreichen Weisen der Klangmühle im urigen Alpstall-Ambiente haben es den Testurlaubern und mir angetan. Mit geschlossenen Augen lauschen wir den summend-schnarrenden Klängen des Saiteninstrumentes und spüren wie die Tonvibrationen bis ins Innerste des Körpers vordringen. Es fühlt sich an, als ob selbst die Eingeweide in feine Schwingung versetzt würden.

Matthias Ammann stimmt einen Naturjodel an und einige setzen mit ein. «Wenn´s eu die fiine Höörli ufstellt, denn isch´s richtig guet», kommentiert Matthias Ammann das Geschehen und fügt hinzu: «Natur- und Obertöne sind bei fast allen Naturvölkern zu finden. Sie berühren die Menschen seit jeher. Man kann wissenschaftlich nicht nachweisen warum das so ist, aber irgendwie berühren sie uns einfach.»

Bestens ausgebildete Begleiter
Die Ausbildung zum Klangbegleiter dauert 30 Tage, die während eines Jahres absolviert werden müssen. Rhythmik, der Bau eines Saiteninstrumentes und die Führung mentaler Klangreisen stehen dabei ebenso auf dem Stundenplan, wie die Bedienung der mechanischen Klangrelaxliege oder das Geben von Naturjodel- und Liedkursen.

«Voraussetzung für die Arbeit als Klangbegleitung sind Musikkenntnisse und das Wissen um regionale Besonderheiten», zeigt Matthias Ammann auf. Obwohl alle Klangbegleiterinnen und Klangbegleiter den gleichen Lehrgang absolvieren, werden sie anhand ihrer persönlichen Stärken und Vorlieben eingesetzt.

Es «chuedreckelet»
Die Stimmbänder vibrieren und der kehlige Gesang geht durch Mark und Bein. «Es chuedreckelet», wie es Klangbegleiter Hans Heiri Haas nennt. Die Kunst des Naturjodelns bringt uns Hansruedi Ammann näher. Unter der Anleitung des Toggenburger Originals lernen wir, was es mit dem «Gradhebä» auf sich hat. Schon wieder läuft mir dieser wohlige Schauer über den Rücken und Gänsehaut macht sich bemerkbar. Beim Blick in die Runde wird klar, dass es auch anderen so geht wie mir und auch die Tatsache, dass sie noch einen Jodel und dann noch einen anstimmen wollen, spricht für sich.

Klangwellness kommt gut an
Die Meinungsauswertung der Testtage erfolgte mit einer Diskussionsrunde am Schluss des Aufenthaltes und mittels eines Fragebogens. «Grundsätzlich hatten wir von allen drei Gruppen gutes, bis sehr gutes Feedback bezüglich der Angebote von Klangwellness», freut sich Andreas Müller. Als Verbesserungsmöglichkeit konnte aus den Erfahrungsberichten ermittelt werden, dass der Wunsch nach Anfänger- und Fortgeschrittenenkursen besteht – je nach vorhandenen Vorkenntnissen der Gäste, erklärte der Geschäftsleiter von Klangwelt Toggenburg. Viele der Testurlauber brachten als Anregung ein, dass das Thema Klang in den beteiligten vier Hotels noch besser ersichtlich sein müsste. Die Gäste wünschen sich eine stärkere Ausrichtung hin zum Thema Klang.

Text und Bild: Conny Oberholzer
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Schöne Bilder, starke Emotionen, markige Worte
26. Mai 2010

Das Naturstimmen Klangfestival – schön, eindrücklich und berührend war es. Es war ein arrangiertes Potpourri in dem trotzdem vieles dem Zufall überlassen war. Denn nicht alles kann choreographiert werden, wie beispielsweise das Wetter eindrücklich zeigte. Am Auffahrtswochenende kam es gar garstig daher, an Pfingsten zeigte es sein wahres, sonniges Gesicht.

Doch dem beseelten Geist in den Konzerträumen, in den Workshops und in all den kleinen und grossen Zirkeln in den Beizen, in der Klang-Bar oder bei Spaziergängen konnten Regen und Schnee nichts anhaben.

Markige Worte
Dem garstigen Auffahrtswetter wurden ganz einfach schöne Bilder entgegengehalten. Schöne Bilder auf der Bühne (internationale Trachten von Südafrika bis Russland) wechselten mit mitreissenden Jam Sessions (La mal coiffée aus Frankreich und Ubuhle be Afrika aus Südafrika) in der Festivalbeiz. Markige Worte: «Singen macht glücklich, Jodeln bestimmt auch» (Dr. Matthias Echternach am Jodelsymposium) wechselten mit kritischen: «Die Schweiz ist das einzige Land, das die Volksmusik reglementiert» (Moderatorin Nina Brunner an Podiumsdiskussion) und belächelten Ausreden: «Ich kann in der Tracht nicht Geige spielen» (Christine Lauterburg).


Munter und überaus gut gelaunt, doch eine gewisse Melancholie liegt ständig über den Gesängen der russischen Familja Tradycia

Bandbreite der Emotionen
Schwebende Melancholie über den Gesängen der russischen Familja Tradycia am Sonntagabend wechselte mit fröhlichen Kinderliedern und zotigen Witzen am Nachmittag davor. Die nonverbalen Gesänge der einheimischen Naturjodler gingen ebenso unter die Haut wie die buddhistischen Mantras aus dem Mund der Tibeterin Dechem Shak-Dagsay.

Doch den schönsten Satz des ganzen Naturstimmen-Festivals gaben die serbischen Zwillinge der Gruppe «zwei Männer – eine Stimme» Ratco und Radisa Teofilovic von sich: «Für uns ist das Singen ein Geschenk des Himmels, das wir ernsthaft und respektvoll behandeln wollen.»

Text und Bild: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Acht von zehn Konzerten ausverkauft
26. Mai 2010

Das vierte Naturstimmen Klangfestival war das letzte des OK-Chefs Andreas Roth. Gestern zog er sein Fazit über die vergangenen 13 Festivaltage.

Andreas Roth zeigte sich zum Festivalabschluss gutgelaunt: «Das Zuschauerinteresse war enorm. Wir konnten insgesamt 5200 Konzerteintritte verzeichnen. Dabei sind nur zwei Konzerte von zehn nicht ausverkauft gewesen.» Damit sei die vierte Durchführung des Festivals bisher die erfolgreichste, was Roth darauf zurückführt, dass sich langsam aber stetig jenes überregionale Publikum herausschäle, das man eigentlich ansprechen wolle.

200 Personen hätten die Workshops besucht, 260 wollten sich auf die Klangspaziergänge und bei den Klangerlebnissen führen lassen. «Rund 300 Interessierte waren bei den Referaten unserer kompetenten Redner dabei, das werte ich als ganz erfreulichen Erfolg.» Die Bedeutung des Festivals spiegelt sich auch im Interesse der Medien, dazu Roth: «Zum Höhepunkt schafften wir es sogar am Samstagabend in die Tagesschau.»

Ein Bedürfnis
Dass das erstmals durchgeführte Jodelsymposium einem Bedürfnis entspricht, zeigten rund 80 Personen, die am Samstag vier Referate, vier Workshops und das abendfüllende Jodelkonzert besuchten. Nadja Räss, Initiantin des Symposiums: «Wir wollten aufzeigen, um was es eigentlich geht und was sich in der Szene tut. Dabei wollten wir nicht vermischen, sondern die Vielfalt dieser Musik zeigen.» Das Jodelkonzert vom Freitagabend war denn auch das einzige, bei dem es am Schluss nicht zu einem gemeinsamen Auftritt kam, von der gemeinsamen Verbeugung mal abgesehen.

Tausend Übernachtungen
An 13 Festivaltagen wurden rund 400 internationale Sängerinnen und Sänger empfangen und betreut. Ein grosser Teil dieser Künstler weilte einen Tag oder mehr im Toggenburg. Einige kamen bei Familien unter, andere im Hotel, wieder anderen musste ein Dolmetscher zur Seite gestellt werden. Roth: «Wir haben der Hotellerie rund 1000 Übernachtungen gebracht.» Ausserordentlich dankbar ist Roth seinen Helfern: «Wir sind neun Personen im OK und 25 Helfer, davon arbeitet die Hälfte völlig unentgeltlich. » 350 000 Franken beträgt das Budget des Festivals. Beim fünften Naturstimmen-Festival vom 16. bis 28. Mai 2012 wird Andreas Roth nicht mehr OK-Chef sein – er beginnt ein Studium in Luzern.

Text: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Erfolgreich ausgeklungen
25. Mai 2010

Das Klangfestival Naturstimmen in Alt St.Johann ist gestern ausgeklungen. Der Veranstalter ist rundum zufrieden. Die zehn Konzerte waren praktisch ausgebucht.

6100 Besucher wollten sich die Konzerte, Referate, Workshops, Klangerlebnisse und das erstmals durchgeführte Jodelsymposium nicht entgehen lassen. 400 Musikerinnen und Musiker aus zehn Ländern boten ein breites Spektrum an Naturklängen, und im Obertoggenburg gab es dadurch 1000 zusätzliche Übernachtungen. Am Ende fast jeden Konzerts kam es zu gemeinsamen Auftritten, eine Standing Ovations wurde zur Regel.

Das Budget für die Veranstaltung «Naturstimmen» beträgt 350000 Franken. «Es hat sich gelohnt, zehn statt acht Konzerte anzubieten», zieht OK-Präsident Andy Roth das Fazit, es sei ein guter Mix zwischen steter Auffrischung und Beibehaltung der traditionellen Gesänge gewesen. «Und der Kulturaustausch zwischen den einzelnen Gruppen war sehr intensiv», so Roth, die einheimischen Chöre haben diesen Austausch auch angenommen.


Wo (fast) alles möglich ist: Am Klangfestival in Alt St.Johann trifft Techno-Jodlerin Christine Lauterburg auf Toggenburger und Appenzeller Jodler

Auch nach diesem vierten Festival sei klar, dass man sich immer wieder erneuern müsse, «gleichzeitig darf aber der ursprüngliche Sinn nicht verloren gehen, nämlich verschiedenen Kulturen einander und den Besucher näher zu bringen», so Roth.

Erstmals gabs im Rahmen der hoch stehenden Konzerte eines für Kinder von Kindern. «Dieses muss sich noch etablieren», so Roth, «aber es entspricht ganz dem Sinne des Festivals, dass man auch innerhalb der Schweiz andere Kulturen wahrnimmt, und dass wird den Nachwuchs fördern.»

Text und Bild: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Heimat diesseits und jenseits der Alpen
25. Mai 2010

Peter Roth nahm das Publikum am Naturstimmen-Festival am Samstagabend mit auf eine musikalische Reise über die Alpen. Mit «Alptransit – eine Klangreise» begeisterten die Korsen von A Cumpagnia, die Appenzeller Hobbysänger und das St. Galler Chorprojekt das Publikum.

Warum läuft des dem Zuhörer am Samstagabend kalt den Rücken runter, als die neun «Hobbysänger» jodelnd durch den Mittelgang der Alt St. Johanner Kirche auf die Bühne zuschreiten? Wohl weil ihre mit starken Stimmen vorgetragenen Rugguserli etwas in uns berühren, das an die Heimat erinnert. Es sind heimatliche Klänge. Peter Roth erklärte denn auch: Rugguserli kommt von «roucouler». Zu dieser Bezeichnung kamen die Stücke, als die Appenzeller Söldner sie in den französischen Heeren gesungen haben. Weil viele bei diesem Klang desertiert und Richtung Heimat verschwunden seien, wurde das «rugguserlen» von den Franzosen bei Todesstrafe verboten.

Aber weshalb löst es ähnliche Gefühle aus, wenn die fünf Korsen der Gruppe A Cumpagnia ihre Lieder anstimmen, alles Stücke, die auf Korsika nur mündlich überliefert werden? Wohl weil auch diese Stücke Heimatlieder sind. Zwar nicht aus einer Heimat wie der grünen Schweiz, sondern einer eher kargen Mittelmeerinsel. Auch wenn die Klänge unterschiedlich sind, auch wenn die Art und Weise, in der sie vorgetragen werden, sich unterscheidet – die Appenzeller die Hände im Hosensack, die Korsen die Hand am Ohr – ihr Gesang zeugt von einem Gefühl der Verwurzelung, der Verbundenheit mit der jeweiligen Heimat.

Diesseits und jenseits der Alpen
«In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer intoleranter wird, ist es umso wichtiger, die Gemeinsamkeiten zu betonen. Die Musik bietet eine wunderbare Möglichkeit, diese zu finden. Gleichzeitig kann man das Verschiedene nicht als etwas Trennendes begreifen sondern als Möglichkeit, aufeinander zuzugehen und den Dialog zu finden», begründet Peter Roth seine Motivation. Für das diesjährige Naturstimmen-Festival hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, unter dem Titel «Alptransit – eine Klangreise» die musikalischen Gemeinsamkeiten von dies- und jenseits der Alpen zu finden. Dafür reiste er im Februar nach Korsika und setzte sich mit Dölf Mettler von den Hobbysängern zusammen. Damit war der erste musikalische Bogen über die Alpen geschlagen. Die Reise sollte aber weitergehen. Ebenfalls ins Programm eingebaut hat Peter Roth sein Chorprojekt St. Gallen. Mit so genannten Madrigals – mehrstimmigen Vokalstücken – aus dem England des 16. Jahrhunderts gab der Chor den Heimatklängen den Rahmen. Die Madrigals hätten ihren Ursprung in Italien. Die ersten, die ihren Weg nach England fanden, waren in einem Buch gesammelt mit dem Titel «Transalpin», erklärt Peter Roth einen weiteren Anknüpfungspunkt zum Thema der Klangreise.


Auf Klangreise: Mit Peter Roth, dem Chorprojekt St.Gallen, A Cumpagnia aus Korsika, die Walliserin Maria Walpen, Albin Brun (Luzern) und den Hobbysängern Appenzell. (Bild: Reto Neurauter)

Dass ein geübter Musiker in allen Stücken etwas Bekanntes findet, zeigte Albin Brun, der mit dem Saxophon auf sanfte, unaufdringliche Weise verschiedene Stücke instrumental ergänzte. Dennoch: Die Zusammenführung so unterschiedlicher Stilrichtungen und Musiker ist nicht ganz leicht. Peter Roth beschreibt denn seine Aufgabe als diejenige eines Regisseurs: «Meine Aufgabe ist die Dramaturgie, ich muss Spannungen aufbauen.» Auch auf der Bühne kein Leichtes, denn die Musiker haben erst am Nachmittag alle zusammen geprobt. Dass es zu Pannen kommen kann, zeigte sich gleich zu Beginn: Der Chor fand den Einstieg nicht. Peter Roth brach ab, beim zweiten Versuch gelang es. «Ein Programm mit Gruppen aus verschiedenen Gesangskulturen ist immer mit Unsicherheitsfaktoren behaftet. Man muss sich auf alle verlassen können. Aber das ist auch das Spannende: Das Unvorhersehbare und das Frische, die Spontanietät. Das ist nur möglich, wenn man vorher nicht zu viel probt, denn das lässt die Musiker auf der Bühne staunen, wenn sie die anderen hören. Das erzeugt diese besondere Energie.»

«Jodel-Jam-Session»
Das Staunen war den Mienen der Sänger und Sängerinnen denn auch anzusehen, ihre Gesichtsausdrücke eine Mischung aus Interesse, Staunen, verstehendem Lächeln. Das wirkte auch auf die Zuhörer. Mit Standing Ovations forderten sie Zugaben. Für die dritte liessen sich die Musiker zu einer Improvisation verleiten, einer «Jodel-Jam-Session»: Unter Dölf Mettlers Anleitung jodelten sie alle: Die Appenzeller, die Korsen, der Chor, Peter Roth und Saxophonist Albin Brun. Sie fanden die Gemeinsamkeit. Peter Roth zeigte sich zufrieden: «Eine Reise mit vielen Risiken ist gut gegangen», meinte er zum Schluss und konnte bereits wieder über den verpatzten Auftakt lachen.

Text: Barbara Anderegg
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Klangreisen durch Kulturen
25. Mai 2010

Das Pfingstwochenende am Klangfestival in Alt St.Johann entpuppte sich als eine Klangreise durch viele musikalischen Kulturen, und war gleichzeitig Abschluss der vierten Austragung. Eine, die wieder sehr erfolgreich war.

«Klangreise» hiess es eigentlich nur samstags, als das Chorprojekt St.Gallen, A Cumpagnia aus Korsika, die Walliserin Maria Walpen, der Saxophonist Albin Brun (Luzern) und die Hobbysänger Appenzell mit «Alptransit» mehr als nur die Alpen querten, auch wenn bei dieser Aufführung der Anfang nicht wunschgemäss verlief. Aber es war erneut eine eindrückliche Aufführung, die der einheimische Komponist Peter Roth präsentierte. Faszinierend die korsischen Töne von A Cumpagnia, vereint mit Bruns wehklagendem Saxophon, das auch Walpens heller Sopranstimme viel Raum liess.


Auf Klangreise: Die Walliserin Maria Walpen und Albin Brun (Luzern).

Dölf Mettlers – er feierte an diesem Abend seinen Geburtstag – Hobbysänger, die seit 36 Jahren aktiv sind, und Ende Jahr aufhören wollen, liessen ihre «Rugguserli» im sakralem Raum der katholischen Kirche ertönen. Nicht nur die oral tradierten korsischen Gesänge begeisterten im dreiteiligen Konzert, auch die Zugaben wurden mit lang anhaltendem Applaus bedacht.

Alt und neue Klangsphären
Doch zurück zum Freitag, der ganz im Zeichen von schweizerischer Tradition stand. Marie-Theres von Gunten, Nadja Räss (sie führte auch durchs Programm) und an der Handorgel Willi Valotti (Nesslau) huldigten dem traditionellen Jodellied, die Geschwister Schönbächler (s Heuis aus dem Muotathal) dem Naturjodel in schier einer anderen, wenig bekannten Klangsphäre.


Gänsehaut: Die Geschwister Schönbächler oder aus s`Heuis genannt an einem ihrer seltenen Auftritte.

Die «schräge» Bernerin Christine Lauterburg jodelte sich mit ihren Lieder, Geige und Schwyzerörgeli dennoch in die Herzen der Zuhörerschaft, und mit dem von Hansueli Hersche (Ebnat-Kappel) zusammen gestellten Toggenburger-Appenzeller Chörli wurde einmal mehr bewiesen, das hinter und vor dem Säntis – auf die richtige Betrachtungsweise kommts wohl an – viele Liebe im Jodel steckt.

Immer wieder Gegensätze
Der Pfingstsonntagabend dann war wohl wieder ein Höhepunkt, wie so oft an diesem Klangfestival Naturstimmen. Was die serbischen Zwillinge Ratko und Radisa Teofilovic an Zweistimmigkeit darboten – Moderator Philipp Kamm: «Beachtet bitte die ungewohnte Zweistimmigkeit und die neuen Harmonien.» –, war schon höchste musikalische Schule, man hätte eine Nadel fallen hören, so still und andächtig lauschte das Publikum diesen meist aus Klöstern stammenden Melodien.

Da stand der Jodelklub Männertreu Nesslau unter Leitung von Willi Valotti mit ihren Naturjodeln und Jodelliedern den Serben in nichts nach, das Publikum wusste, was ihnen diese Männerstimmen wert sind.

Neben Serbien war auch Russland erstmals am Festival vertreten, und wie. Die Familie Serov aus Moskau lebte das russische Volkslied, liebte die Necklieder, die leidenschaftlichen Reigentänze, und zelebrierte ihre Donkosakenlieder.
Nicht nur dieser Abend zeigte an diesem Klangfestival einmal mehr auf: Musik ist eine Universalsprache, die die drei Gruppen auch gemeinsam vortrugen, beigeistert vom Publikum applaudiert.

Fast 100 Kinderstimmen
Erstmals am Klangfestival fand auch ein Konzert von Kinder für Kinder statt, und zwar am Nachmittag des Pfingstsonntags: mit dem Kinderjodelchörli Mosnang unter der Leitung von Stefan Segmüller mit 45 Singenden, dem Kinderjodlercheerli Brisäblick Oberdorf (Nidwalden) mit Leiterin Patricia Dahinden und Manuel Odermatt an der Handorgel, das 30 Stimmen stak war, und dem Buebechörli Stein (Appenzell Ausserhoden) mit 21. «Brisäblick» und die Steiner haben einen eigenen Vorstand, letzteres besteht seit 1977.

Fast 100 Kinder aus den Kantonen Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen begeisterten am Kinderkonzert

Eine erfreulich grosse Zuhörerschaft honorierte die die Auftritte dieser jungen Menschen, die mit Eifer und höchster Konzentration Jodellieder und Naturjodel sangen. «Sie sind nicht nur herzig und liebenswürdig», meinte Philipp Kamm, «dahinter steckt viel Probenarbeit in der Freizeit.» Viel Applaus gab es für die drei Chöre, die am Ende – ganz im Sinne des Festivals - gemeinsam zwei Lieder vortrugen.

Text und Bild: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Jodeln – aber wie?
24. Mai 2010

Einen Tag lang nur über Jodeln zu sprechen, geht nicht. Selber ausprobieren hiess es am 1. Jodelsymposium des Klangfestivals in Alt St.Johann. Auch beim Jodeln scheiden sich die Geister.

Naturjodel gehe ihr unter die Haut, sagt Nina Brunner, Leiterin von «Schweizweit» bei 3Sat, je später der Abend desto mehr. Die studierte Ethnologin wollte dann aber doch genauer wissen, was «chäche» Töne sind und warum der Jodel so fasziniere. Jodlerin Nadja Räss, bekannt für neues Jodeln, «das sind einfach urchige Töne, die die Seele berühren.» Aber warum muss man diese Töne reglementieren, benoten an Jodelfesten? «Wer hat sie erfunden, diese Regeln», fragt Karin Niederberger, die Präsidentin des Eidgenössischen Jodelverbandes aus Malix zurück, «das hat bei uns Tradition.» Und wenn man etwas ändern wolle, so müssten sich die Mitglieder bemerkbar machen.

Lauterburg: «Verheerend»
Räss spricht das Verbindende, die Vielfalt des Jodelns in der Schweiz an, «wir müssen Neuem einfach mehr Raum geben, und den Naturjodel mehr fördern.» Das lag ganz auf der Linie von Peter Roth, der in seinem Eingangsreferat zu diesem Jodelsymposium forderte, der Verband solle «urchige Naturjodel und gepflegte Jodellieder nicht mit gleichen Kriterien bewerten, da sie zwei unterschiedlichen Kulturen entstammen.»

Niederberger erklärte, dass der Verband Hand biete, wenn das gewollt werde, «wie haben dafür eine Fachkommission.» Und auch Christine Lauterburg, Bernerin, Aussenseiterin bei den Jodlern und bekannte für schräge Jodel, «für mich fängt jeweils erst nach dem Fest das Jodeln an, da geht die Post ab.» Für sie sei ein organisierter Wettkampf «verheerend, man kann ganz einfach Verschiedenes mit gleiche Ellen messen.»

«Schräg ist nicht schlau»
Am Klangfestival in Alt St.Johann, da habe sie ihre Sache gedurft, «und das tönt halt etwas anders», wofür sie gleich Applaus erhielt. Für Innovation in der Volksmusik sprach sich auch Evelyn Fink-Mennel von Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie in Wien aus: «Jodeln ist Originalität und muss auch Improvisation sein, ein Stück weit.» Volksmusik sei freies Spielen, und fördere die Vielfalt, betonte sie. Hier warf Brunner die Frage ein, was denn die Pflege von Schweizer Brauchtum bedeute, und Hansueli Herrsche, Chorleiter aus Ebnat-Kappel, verteidigt das Traditionelle, «es ist aus dem Bauerstand gewachsen, und das Schräge im Jodel ist für mich keine schlaue Lösung.»

Für Fink-Mennel könne der Chorjodel nichts dafür, dass er so geplättet klingt. «Die Ästhetik des Städtischen», so Roth, «des Klassischen haftet bis heute immer wieder am Naturjodel und raubt ihm Originalität, Urwüchsigkeit und Kraft.» Dazu müsse man wissen, dass die organisierte Jodlerei in Clubs, «zunächst ein städtisches Phänomen, ein Kind der Spätromantik gewesen ist.»


Jodeln wollen alle, aber wie? Hansueli Herrsche, Evelyn Fink-Mennel, Karin Niederberger, Nadja Räss und Christine Lauterburg diskutierten darüber mit Moderatorin Nina Brunner (von links).

Wieder mehr singen
Mit der Bemerkung, «an einem Jodelfest hat man nie Durst», stach Räss erneut in ein Wespennest. Es herrsche eine Unkultur in der Schweiz. Aber Herrsche fordert, dass es auch die Tracht braucht, die Lauterburg so gar nicht mag, «an einem Fest muss man doch eine ‚Gattig’ machen», so Herrsche.

Doch für Räss kann es nicht sein, dass Volksmusik im eigenen Land als exotisch wahrgenommen wird, «Radio und TV fördern diese Unkultur noch, indem sie Volksmusik der Unterhaltung zuteilen und nicht der Kultur.»
Auf die Frage, was zu ändern sei, will Niederberger im Verband und in den Schulen mehr die Jugend ansprechen, und Räss findet, dass ganz allgemein wieder mehr gesungen werden muss.

80 waren dabei
Vorgängig zu dieser abschliessenden Diskussion nahmen 80 Personen an verschiedenen Workshops mit Marie-Theres von Gunten, Hersche, Lauterburg und den Geschwister Schönbächler (s Heuis aus dem Muotathal) teil. Referate von Matthias Echternach vom Institut für Musikermedizin an der Univerrsitäsklinik Freiburg i. Breisgau über die anatomischen Hintergründe des Jodels, von Fink-Mennel über ihre Studien zum Appenzeller Naturjodel und Schellack-Plattensammler Hanspeter Wössners (Thalwil) auditative Jodelreise ergänzten dieses Symposium.

Text und Bild: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

«Mehr singen und weniger stressen»
24. Mai 2010

«Nach dem Jodeln sollte man sich besser fühlen als vorher», sagte der deutsche Musik-Mediziner Matthias Echternach am Jodelsymposium.

Noch etwas deutlicher drückte es Nadja Räss aus: «Man sollte ganz einfach mehr singen als stressen!» Unter diesem Eindruck des Entstressens stand auch das zweite Wochenende am Naturstimmen-Festival in Alt St. Johann.



Grossartige Konzerte wechselten mit ruhigen Momenten ab und gar einen Hauch von Transzendenz konnte man beim allerletzten Workshop «Naturjodel und Spiritualität» am Sonntag erfahren. Den knalligen Kontrapunkt setzte die Berner Sängerin Christine Lauterburg.

Text und Bild: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung



Jodeln – urchig und modern
24. Mai 2010

Im Rahmen des Naturstimmenfestivals hat am Samstag das erste Internationale Jodelsymposium stattgefunden. Klangwelt-Initiant Peter Roth plädierte für den Erhalt des Naturjodels.

Peter Roth, Initiant der Klangwelt Toggenburg und des Naturstimmenfestivals, rief in seinem Auftaktreferat zum Jodelsymposium dazu auf, den Naturjodel zu erhalten. Sein Plädoyer «Wider die Zähmung des Naturjodels» richtete er unter anderem an die Präsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbands, Karin Niederberger: «Bewertet an Jodlerfesten urchige Naturjodel und gepflegte Jodellieder nicht mit gleichen Kriterien – sie entstammen zwei verschiedenen Kulturen.
Seit 1708 die temperierte Stimmung erfunden worden sei, lebe man in Europa mit zwei unterschiedlichen musikalischen Systemen, so der Komponist und Chorleiter.

Wunsch an den Verband
Es sei alarmierend, wenn die Kriterien des temperierten Systems die schrägen Intervalle und urchigen Klangfarben des Naturjodels verdrängen, so Roth. Dies passiere schleichend an Jodelfesten; immer mehr «Kampfrichter» hätten Konservatorien absolviert, die naturtönig mit falsch und urchig mit ungepflegt gleichsetzen. Roth empfahl dem Eidgenössischen Jodlerverband, sich zum 100. Geburtstag ins Stammbuch zu schreiben: «Misst urwüchsige Stimmen nicht am klassischen Stimmideal und verlangt von den Naturjodelinterpreten weder Partituren noch feststehende Tonarten.»


Jodeln verschieden: Christine Lauterburg und Nadja Räss in der Kirche in Alt St. Johann.

Traditionell und progressiv
Die Einsiedler Jodlerin Nadja Räss, Initiantin des Jodelsymposiums, führte durch das Programm. Das Jodelkonzert am Vorabend hatte Interpreten aus verschiedenen Landesgegenden und Stilen auf die Bühne gebracht. Die Auftritte von Marie-Theres von Gunten, die das traditionelle Jodellied vertrat, der Geschwister Schönbächler, Vertreterinnen des Muothataler Naturjutz, eines gemischten Toggenburger-Appenzeller Ad-hoc-Chores und von Christine Lauterburg, Interpretin eines progressiven Stils, zeigten dem Publikum in der ausverkauften Pfarrkirche von Alt St. Johann die Eigenheiten der in der Schweiz gepflegten Jodelstile.

«Lautes, schreckliches Singen»
Wie der Jodel im Alpenraum entstanden war und gepflegt wird, erklärte die Wiener Volksmusik-Forscherin Evelyn Fink-Mennel: «Erste Aufzeichnungen aus dem vierten Jahrhundert bezeichneten den Naturjodel noch als lautes, wortloses und schreckliches Singen der Hirten. » Auch wenn der Jauchzer bis ins 21. Jahrhundert immer weiterentwickelt worden sei, so liege im wortlosen Artikulieren noch immer ein therapeutisches Potenzial, meinte Fink – nicht ohne Schalk. Ebenso humorvoll und mit aufschlussreichen Bildern aus jodelnden Kehlköpfen führte der deutsche Musikmediziner Matthias Echternach in die Physiologie des beim Jodeln typischen Kelhkopfschlages ein. In der abschliessenden Podiumsdiskussion konterte Verbandspräsidentin Karin Niederberger Peter Roths Aufruf: «Eine Änderung des Bewertungssystems müsste von den Mitgliedern beantragt werden. Ich glaube aber: Die Mehrheit will das nicht.»

Text und Bild: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Eintauchen in die Heimat von Gospel und Donkosaken
21. Mai 2010

Gospel und Spirituals mit Malcom Green, Kosakengesang mit der Familie Serov: Der Kontrast hätte gestern in der Alt St.Johanner Propstei nicht grösser sein können. Auch an diesen beiden Klangfestival-Workshops wurde klar: Die Musik ist an unzähligen Orten zu Hause.

Der Sinn der Workshops am Klangfestival Naturstimmen ist einfach: Die Teilnehmenden sollen für neue Klangfarben begeistert werden, und neue Kulturen kennen lernen. Und mit Begeisterung hat sowohl Malcom Green aus St.Gallen – mit seinen Swing Kids feiert er weltweit grosse Erfolge – als auch die Familie Serov – das sind Mutter Evgenia, Vater Nikolai, die Söhne Boris und Lev, die Tochter Wassilissa, und deren Cousine Julia – gestern Donnerstag dieselbe vermittelt.


Gospel liegt in der Luft: Malcom Green begeistert in seinem Workshop mit der rhythmischen Zwiesprache des Predigers und der Gemeinde.

Gospel ist etwas Unglaubliches
Green – stets in Bewegung – verband seinen Workshop mit der Geschichte des Gospel. Er brachte aus St.Gallen Pianist Hector Ceravolo mit. Ein versierter Begleiter, und bereits nach knapp einer halben Stunde tönte es in der Propstei begeistert nach Gospel. «Incredible», «wonderfull» wird Green im Laufe des Nachmittags sagen. Und: «Gospelmusik kann man sich nicht mehr wegdenken, Gott sei Dank», sagt der quirlige Musiker. Gospel sei etwas Unglaubliches, «Gospel ist predigen, Rufen, Antworten, Vorsänger und Chor, eine rhythmische Zweisprache.» Gospel ist etwas, das echt ist, «wie ein Gebet», so Green, und niemand wird ihm widersprechen.


Wie die Donkosaken: Die Familie Serov nimmt die Teilnehmenden mit ihrer vielfältigen Musik auf eine Reise in das ferne Russland.

Russland liegt im Toggenburg
Szenenwechsel im 2. Stock der Propstei. Bei den Russen, die eigentlich Donkosaken sind, dreht sich derweil vieles im Kreis. Die Lieder sind mit Sehnsucht garniert, aber auch mit Takt. Sie bödelen wie die Schweizer, «Schuaplattlen» wie die Bayern sagen würden, und klatschen. Wirbeln rund herum, ziehen alle mit Begeisterung mit, und alle sind für kurze Zeit Donkosaken, nur die oligaten Stiefel fehlen noch.
Ein Reigentanz, in dem die Sonne froh auf uns herniederscheint, oder ein Kasachentanz im Gegenuhrzeigerlauf, alles dreht sich bis sich der Boden in der Propstei biegt. «Tam, ta, ta, ta, tam, tam» im Takt, immerfort, und dazu der Gesang der Kosaken, Russland liegt für eine kurze Zeit im Toggenburg. Der Kosakengesang hat eine neue Heimat gefunden, nicht 46 Strophen lang oder nach 200 mal im Kreise rum (so lange können diese Lieder dauern).

Text und Bilder: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Klangschamane - wie Peter Roth in Natur-Geräuschen seine Musik findet
20. Mai 2010

Der Musiker, Komponist und Chorleiter Peter Roth ist Initiator des Toggenburger Klangfestivals «Naturstimmen». Im Zentrum der Darbietungen steht der Naturklang, wie er im einheimischen Naturjodel oder Alpsegen und in der musikalischen Tradition vieler Länder vorkommt. Peter Roth sieht sich als Klangforscher. «Kulturplatz» von SF 1 folgte ihm zu den urtümlichsten Quellen der Musik, in die unberührte Natur.
Beitrag: Jürg Gautschi



Erstausstrahlung auf SF 1 am Mittwoch, 19. Mai um 22.45 Uhr

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«Das Klangfestival läuft bestens»
18. Mai 2010

Das Klangfestival Naturstimmen in Alt St.Johann hat sozuzsagen Halbzeit. Grund genug, um mit OK-Präsident Andreas Roth bei einem Kaffee Bilanz zu ziehen. «Viele Besucher freuen sich auf unsere kulturellen Kontraste», sagt er. Doch: Sein Abgang ist Fakt, ein Masterstudium setzt neue Prioritäten.

Mit Andy Roth sprach Reto Neurauter

Sie gehen wirklich?
Andreas Roth: Ja, leider. Ich werde mich verändern und beginne im Herbst ein Masterstudium in Luzern. Ich kann gut loslassen, denn hier steht alles auf guten Beinen, und eine Nachfolgelösung zeichnet sich ab.

Es ist Halbzeit am Klangfestival. Ihre Bilanz?
Andreas Roth: (lacht) Ich bin rundum zufrieden, vier Konzerte ausverkauft, eines fast. Wirklich toll. Und wer sich für die letzten fünf Konzerte Billette sicher will, muss sich sehr beeilen!


Lacht und kanns geniessen: Andy Roth, OK-Präsident Klangfestival Naturstimmen Alt St.Johann, ist mit dem Verlauf sehr zufrieden.

Wir erleben Sie die Stimmung?
Andreas Roth: Ich habe sie in der Kirche als offen und begeisternd wahrgenommen. Die Besucher lassen sich offensichtlich von den kulturellen Kontrasten begeistern. Und sie wissen, was sie erwartet.

Wie würden Sie daher das Programm beurteilen?
Andreas Roth: Es ist merklich jünger geworden gegenüber seinen drei Vorgängern. Diese Erneuerung ist wichtig, Auffrischung tut gut. Einer wie Nino G. revolutioniert das Festival, aber sorgt gleichzeitig dafür, dass das Festival kein Ablaufdatum bekommt. Und erstmals produzieren wir auch eine Doppel-CD, auch eine Weiterentwicklung unsererseits, damit dieses Festival nie ausklingt.

Auch die Workshops «klingen» erfreulich.
Andreas Roth: So ist es. Hier profitieren wir etwas vom Wetter, würde ich sagen. Feriengäste singen statt dass sie wandern


Sind sehr gut besucht und machen Spass: Die Workshops (hier mit der Gruppe aus Nagaland) am Klangfestival Naturstimmen in Alt St.Johann.

Und die Vorträge?
Andreas Roth: Unterschiedlich ist hier die Frequenz. Bei Rebekka Sutter und Nagaland waren es über 100 Besucher. Viele realisieren vielleicht nicht, dass dies auch ein Infoangebot ist für das Konzert am Abend. Aber ich bin zufrieden.

Und das erste Jodelsymposium steht an.
Andreas Roth: Ich bin gespannt, wie das läuft. Auf jeden Fall wollen schon über 80 Personen mehr übers Jodeln wissen.

Erstmals ist auch ein Konzert von und für Kinder angesagt. Eine Schritt in die Zukunft?
Andreas Roth: Schon, ganz klar. Wir betreten Neuland, und wir wissen, Neues muss sich erst etablieren, im Umfeld der zehn attraktiven Konzerte, notabene. Aber Jugendförderung muss ein Thema sein von Klangwelt Toggenburg. Davon bin ich überzeugt.

Wie sieht denn Ihre persönliche Bilanz des Klangfestivals aus.
Andreas Roth: Ich bin ein Naturstimmen-Fan. Hier werden touristische Inhalte ideal mit dem Tourismusgedanken verbunden. Viele in der Region schöpfen Werte aus den Festivals (auch von Saitenwind), denn sie finden in der Zwischensaison statt. Die Klangwelt ist ein Kulturangebot, das helfen kann, davon bin ich überzeugt, dass das Toggenburg zu einer Ganzjahresdestination wird. Und mit dem Klanghaus wäre da noch viel mehr möglich.

Sie verlassen ein sehr gut funktionierendes OK und viele Helfer im Hintergrund. Nicht ganz einfach.
Andreas Roth: Nein, das ist es sicher nicht. Sie leisten ja Immenses auf hohem Niveau, und äusserst eigenständig. Da geht man nicht ohne Danke zu sagen. Ich konnte ja vor drei Jahren schon eine bestens funktionierende Crew übernehmen.

Text und Bilder: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Positive Zwischenbilanz für «Naturstimmen»
17. Mai 2010

Mit dem Frauenkonzert vom Sonntag ist die erste Hälfte des Klangfestival «Naturstimmen» vorbei. Das Organisationskomitee des Klangfestivals Naturstimmen zieht eine positive Bilanz des ersten Wochenendes: Die Konzert, Workshops, Kurse und Klangreisen in Alt St. Johann sind hervorragend besucht. Zahlreiche musikalische Höhepunkte gab es zu erleben und die Stimmung ist grossartig.


Bild: Stephan K. Haller

Zum vierten Mal treffen sich bis zum Pfingstmontag Chöre und Solostimmen aus der ganzen Welt zum Klangfestival «Naturstimmen» im Toggenburg. Die bisherigen Konzerte, Referate, Workshops, Klangkurse und zahlreiche weitere Rahmenveranstaltungen sind hervorragend besucht und begeistern. Die Stimmung unter den mitmachenden Sängerinnen und Sänger – einige verbringen gleich mehrere Tage in der Region – ist sehr gut und viele musikalische Kontakte wurden geknüpft. Diese positive Grundstimmung übertrug sich an den Konzerten und insbesondere beim gemütlichen Zusammensein im Festivalrestaurant auch auf das Publikum. Das Organisationskomitee zieht eine positive erste Bilanz und freut sich auf die weiteren Veranstaltungen in den kommenden Tagen.

Wer das erste Konzertwochenende verpasst hat, sich aber die spannenden Klangreisen mit 400 Sängerinnen und Sängern aus zehn verschiedenen Ländern trotzdem nicht entgehen lassen will, hat noch viele Möglichkeiten. So gibt es für einige Konzerte noch Tickets und auch in den Klangkursen, Workshops und Klangreisen hat es noch freie Plätze.

Da weiterhin mit einem grossen Publikumsinteresse gerechnet wird, empfehlen die Veranstalter Interessierten den Vorverkauf zu nutzen. Tickets sind an den Touristen-Infos in Wildhaus und Unterwasser, im Internet unter www.klangwelt.ch/naturstimmen und via Callcenter (0900 441 441, CHF 1.00/Minute) erhältlich. Für Kurzentschlossene ist die Tageskasse bei Konzerten, für die es noch Karten gibt, jeweils eine Stunde, für Workshops und Klangerlebnisse jeweils eine halbe Stunde vor dem Beginn geöffnet.

Intensive Klangerfahrungen erleben
Ein Highlight des diesjährigen Klangfestivals «Naturstimmen» ist das Jodelsymposium, welches am Freitag, 21. und Samstag, 22. Mai zum ersten Mal stattfindet. Neben dem Hören und selber Singen wird auch viel Hintergrundwissen zum Jodeln vermittelt. Dafür konnten mehrere kompetente Referenten gewonnen werden. In den jeweiligen Workshops können das am Konzert gehörte selbst umgesetzt und erlebt werden.

Experimentierlust und Mantras
17. Mai 2010

«Om tare tutare ture soha» – nicht ein Lied, nicht eine Rede, sondern das tibetische Mantra der grünen Tara eröffnete das Sonntagskonzert. Gesungen hatte es die Tibet-Schweizerin Dechen Shak-Dagsay. Das Mantra der Tara soll, so die Interpretin, Gefahren auf dem Weg zur Weisheit fernhalten. Doch die Kraft eines Mantras liegt nicht darin, es vorgetragen zu bekommen.

Shak-Dagsay nahm sich die Zeit, es den Zuschauenden zu vermitteln, die Bedeutung zu erklären und sie schliesslich zum Mitsingen zu bewegen. Das gemeinsame Singen hatte zudem den Effekt, dass sich 400 Zuschauende, bewusst oder unbewusst, auf das Konzert einstimmen konnten.

Gefühlswelten und Frauenklang
Derart abgeholt, folgte eine Reise durch Gefühlswelten, in denen sich zurechtzufinden nicht einfach war. Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay fusionierten unter stetem Drehen einer Klangmühle christliche und buddhistische Gebete, darunter den Auftakt des Toggenburger Alpsegens. Dann trat die seit Jahrzehnten erste Frauenjodelgruppe der Region auf die Bühne: Frauenklang. Fünf Jodlerinnen hatten unter der Leitung von Peter Roth zusammengefunden und sich speziell für das Festival vorbereitet. Die Stimmung in der Kirche drehte von meditativer Spannung auf lockere Fröhlichkeit. Roth hatte für seine fünf Frauen uralte «Ratzliedli» – neckische Lieder junger Frauen – ausgegraben, was im von Frauen dominierten Publikum alleweil gut ankam. Der Auftritt von Maryam Akhondy und ihrer fünf Begleiterinnen liess die Stimmung noch weiter steigen. Akhondy führte mit Liedern aus ihrer Heimat Iran das Publikum charmant aus der lockeren Beschaulichkeit.


Frauenklang (Bild: Stephan K. Haller)

Wacklige Grenzgänge
Mit Lisette Spinnler und ihrem Pianisten Christoph Stiefel drehte der Wind. Die Jazzsängerin machte mit nonverbalen Improvisationen zwischen sinnentleerter Experimentierlust und sinnsuchendem Kleinkindgebrabbel der Kontemplation den Garaus. Damit hatten die Zuschauenden und -hörenden einer Spannungsüberleitung zu folgen, der symptomatisch ist für das Naturstimmenfestival: Auf der Bühne soll ausgelotet werden, was mit der menschlichen Stimme möglich ist. Um herauszufinden, was nicht mehr möglich ist oder nur noch mit technischer Unterstützung möglich gemacht werden kann, müssen Grenzen zuweilen überschritten werden. Stephan K. Haller, der neue Programmchef des Naturstimmenfestivals, spannt den Bogen weit und zeigte mit dem Frauensonntag in extremis auf, dass er wacklige Grenzgänge nicht scheut.


Wacklige Grenzgänge: Lisette Spinnler (Bild: diro)

Elektronische Verstärkung
Schon am Freitag war ein Computer im Einsatz und sowohl Martin O. (am Freitag) wie Nino G. (am Mittwoch) bedienten sich der elektronischen Verstärkung, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Doch noch nie war bis anhin die Bühne am Naturstimmenfestival derart mit bereitstehenden Musikinstrumenten belegt: Klavier, Akkordeon, Klangmühle, Kontrabass und diverse Perkussionsinstrumente warteten auf ihren Gebrauch.

Noch selten machte das Mikrophon derart oft die Runde. Offensichtlich kommen grenzgängerische Naturklänge nicht mehr ohne technische Hilfe aus und ebenso scheinen bestimmte Gesänge ohne instrumentale Unterstützung keine Wirkung mehr zu erzeugen. Bei Lisette Spinnler wurde der Bogen für einige im Publikum überspannt, sie verliessen vorzeitig das Konzert.

Text: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Singen vereinigt
16. Mai 2010

Singen vereinigt ohne viele Worte, überspringt mühelos Sprach- und Kulturbarrieren und bringt innere Freude spontan zum Ausdruck. Wieder konnte sich das Publikum am Naturstimmen Klangfestival an zwei Abenden davon überzeugen lassen.


Toggenburg trifft Norwegen: Annelies Huser und Berit Alette Mienna.

Am Freitag und Samstag sah das Programm das Aufeinandertreffen von Innerschweizer Jodelkunst, Ostschweizer Gesangs-Vervielfachungstechnik und Südafrikanischer Tanz- und Singchoreographie vor. Nadja Räss, Martin O. und Ubuhle be Afrika hiessen sie Künstler.

Am Samstag folgte auf den Fuss ein weiteres mitreissendes Fest, das vor allem von weiblichem Charme und glühender Leidenschaft geprägt war: La Mal Coiffée aus Frankreich und Jodlerin Annelies Huser mit dem Churfirstenchörli hiessen die Auftretenden. Den geradezu besinnlichen Kontrapunkt setzte Berit Alette Mienna aus Norwegen. Sie bezauberte die Zuhörerinnen und Zuhörer in der bereits zum vierten Mal bis auf den letzten Platz besetzten katholischen Kirche mit dem Joik-Gesang des Samenvolks. Wieder vereingten sich zum Schluss jedes Abends die Beteiligten zum Chor und versuchten mit viel Improvisationskunst und Offenheit die Vereinigung ihres Gesangs – unter stehendem Beifall vom begeisterten Publikum.

Text und Foto: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Wenn der Joik «grad hebet» und «La Mal Coiffée» erdig singt
16. Mai 2010

Norwegen, Südfrankreich und Toggenburg: Das vierte Konzert am Klangfestival in Alt St.Johann hat gezeigt, dass die musikalische Heimat überall sein kann, «aber sie beginnt mit der eigenen Sprache», ist Moderator Philipp Kamm überzeugt.

Mystik liegt an diesem Samstagabend in der katholischen Kirche Alt St.Johann. Weit weg ertönt Berit Alette Miennas Joik. Sie singt nicht über etwas, sondern bringt das Wesen einer Sache unmittelbar zum Ausdruck. Worte, Laute, sind es, die Sami – die mit den Rentieren – singen diese, früher wie heute. Zum Glück haben diese Joiks überlebt. Genau wie der Gesang von «La Mal Coiffée», der sechs «schlecht Frisierten» – «Nicht autorisiert könnte man sagen, der Wäschwiiber», so Kamm –, die aus Südfrankreich kommen, seit 2002 Lieder in okzitanischer Sprache singen, und so ihre Heimatverbundenheit offenbaren. Und genau wie die Naturjodel und Jodellieder, die das Churfirstenchörli Alt St.Johann interpretierte, genau auch diese sind die Sprache der Heimat, der des Toggenburgs.


Ausdrucksstarke Stimme: Die Norwegerin Berit Alette Mienna interpretiert Joik, Volksweisen und spirituelle Melodien aus dem hohen Norden.

Uriges verschmilzt mit Modernen
Erneut war die katholische Kirche bis auf den letzten Platz besetzt, und erneut – das gehört zum Festival der Naturstimmen – begeisterten neue und bekannte Stimmfacetten, «natürlich-ungeschult und klassisch ausgebildet», so Kamm.

Das innere Singen, die fast persönliche Kultur des Joik hat Berit Alette Mienna mit ihrer ausdrucksstarken Stimme faszinierend erleben lassen. Urige Klänge verschmelzen mit modernen Tönen. Die Lehrerin Mienna hat es verstanden, 550 Menschen den Joik beizubringen. So wie es auch Kamm verstanden hat, dieselben 550 Menschen zu einem Chor zu vereinen, und am Ende sagen doch tatsächlich alle das «Buurebüebli» aus vollen Kehlen.

Neue musikalische Heimat entdecken
Wie sehr Sprache Heimat ist, vermittelte «La Mal Coiffée». Sie fühlten sich nicht nur wohl, sie versprühten die Lebensfreude ihrer Heimat. Ihre historischen Klänge sind tief verwurzelt, Kamm nannte das erdig, stolz und dynamisch. Lange zurückgedrängt, haben diese Lieder wieder ihren Platz im 21. Jahrhundert, und «La Mal Coiffée» sind da nicht ganz unschuldig.


Erdige Stimmen: La Mal Coiffée aus Südfrankreich lassen sich von alten okzitanischen Volksliedern inspirieren.

Eine Sprache und deren Lieder haben ihre Heimat wieder gefunden. Die Heimat gefunden hat schon lange das Churfirstenchörli mit ihrer Leiterin Annelies Huser. Oder sind das «Churfirstenlied» vom bekannten einheimischen Autor Peter Roth, «A Hand voll Heimaterde», «Mis Toggeburg» oder all die Naturjodel nicht musikalische Heimat genug? Das man diese, seine musikalische Heimat auch verlassen kann, ja manchmal muss, wurde allen am Ende bewusst. Zu Joik wurde «Grad ghebet», zum Jodel gejokt, und «La Mal Coiffée» brachte das Ganze mit viel Rhythmus in Bewegung. Jodler, die mit okzitanischem Blut infiziert werden, am Klangfestival Naturstimmen ist eben alles möglich. Dem Publikum hats enorm gefallen.

Text und Bilder: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Das Toggenburg ist eine musikalische Heimat
16. Mai 2010

Kann Musik heimatliche Gefühle auslösen? Findet man in der Musik seine Heimat wieder? Für den Direktor der Kulturstiftung Pro Helvetia, Pius Knüsel, «baut jeder an seiner eigenen musikalischen Heimat.»

Er fühle sich nun wohl hier. Obwohl: zwei Alpträume hätten ihn bei der Herfahrt geplagt: Die Aussicht auf eine ungeheizte Kirche, der Auftritt an sich, als «Stockkatholischer» in einer reformierten Kirche, sagte Pius Knüsel, seit 2002 in diesem Amt. Aber alle Bedenken umsonst, «die emotionale Bindung zu einer Gegend beginnt dann, wenn man sich wohlfühlt, also jetzt.» Heimat sei auch Vaterland, Land der Geburt, «die Schweizer sind sesshaft und stricken fleissig am Boden, der sie anspricht.» Der Schweizer hat schon früh aus «Hämetli» Heimat gemacht, und er definiert Heimweh als Krankheit.

Grosse Versöhnung
Die Frage sei nur, wo finden wir Heimat? Für Knüsel ist Heimat mit Musik verbunden. Popmusik auch, und heute eben alles von Schallplatte bis Internet. «Das schadet, vielen, die zarte Liebe zur Volksmusik rostet», so Knüsel, «aber ich habe mich dann wieder versöhnt mit der Volksmusik, über die Folkmusik und den Jazz, was ja auch Musik des Volkes sei. Festivals wurden geboren, und viele fanden so ihre neue musikalische Heimat. Aber Achtung: Vielen brach das Herz ob des grossen Experimentiergeistes an Festivals. Festivals haben und hätten eine Auslaufszeit.


«Alle bauen an ihrer eigenen musikalischen Heimat»: Pius Knüsel, Direktor von Pro Helvetia.

Jodler sind aufrichtig
Seit sich Pro Helvetia für die Volksmusik engagiert, halte aber der Aufwärtstrend an und nehme richtig Fahrt auf, ist Knüsel überzeugt, Brauchtum ist ein Synonym für Heimat, «es fasziniert rund um die Welt, und wir suchen Heimat oft in der Fremde – als Kontrastprogramm gegen die Väter», spricht Knüsel aus Erfahrung. Eine neue solche machte er auch 1999 am Eidgenössischen Jodlerfest in Frauenfeld. «Ich musste hin, von Berufes wegen, und fand eine Welt voller Aufrichtigkeit», so Knüsel, «ich fand sozusagen zurück zur Musik meiner Eltern.» Es gibt Momente, in denen man Streicheleinheiten brauche, und das sei einer gewesen.

Das Toggenburg kann es
So bauten alle ihre Heimat der Gefühle mit Bausteinen aus der ganzen Welt als Peachwork zusammen. «Heimat ist ein Gebilde, in dem viele geheimen Wünsche zusammenfliessen», meint Knüsel, Musiker hätten darum viele Heimaten, die Globalisierung sei wie ein Befreiungsschlag gewesen, «man hat sich Anderem, Neuem geöffnet.» Das bewirke auch die Klangwelt. «Das Toggenburg hat sich geöffnet, viele nehmen es vermehrt wahr, und besuchen es, etwas absolut Erfreuliches», sagt Knüsel. Natürlich aber habe das Klangfestival keine Ablaufzeit, so Knüsel auf die entsprechende Intervention von Stephan K.Haller, dem Intendanten, man habe noch so viele Ideen. Knüsel hofft, dass es viel, viel älter als 20 wird, «aber wo steht das Toggenburg in 20 Jahren, neue Generationen folgen, Wechsel stehen bevor, man muss loslassen können, und oft brauche es Neues für die Zukunft.» Alois Ebneter, Mitmotor der ersten Stunde von Klangwelt, ist überzeugt, dass das klappt, Wechsel gabs schon, und die Jungen sind bereit.» Auf keinen Fall hätte er «Feuer legen wollen», so Knüsel, aber die öffentliche Hand reagiere sehr sensibel, auch was die Finanzierung betreffe. «Erfolg ist extrem anrüchig, aber extrem nötig, dass man weitermacht, das ist das Dilemma», meint Knüsel, «unternehmen Sie alles, dass es hier so bleibt, mit so wenig Aufwand so viel Kultur zu vermitteln», macht Knüsel Mut.

Text und Bild: Reto Neurauter
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Junge Volksmusik ist «trendy» – aber was ist junge Volksmusik?
16. Mai 2010

Was ist derzeit in der jungen Volksmusik «trendy»? Gibt es diese überhaupt, und was definiert man als solche? Volksmusiker, Szenekenner, Musikwissenschaftler und Kulturmanager Johannes Schmid-Kunz sucht Antworten.

Er trat schon als Geiger im Musikantenstadl auf, seit 2008 ist er Co-Leiter im Haus der Volksmusik in Altdorf, und er sagt, die Austria-Girls von Netnakisum und die «Global Kryner» sind trendy. Die junge Schweizer Volksmusik «verkauft sich noch zu wenig gut», sagt Johannes Schmid-Kunz aus Bubikon, der im Rahmen des Klangfestivals Naturstimmen in Alt St.Johann am Donnerstag vor erstaunlichen vielen Zuhörern referierte.


«Die junge Volksmusik hat Zukunft»: Johannes Schmid-Kunz, Kulturmanager, Szenekenner und Hanneli-Musig-Geiger.

Was genau ist «junge Volksmusik»?
Die Spurensuche gestaltete sich aber ganz und gar nicht einfach, war aber äusserst spannend. Jede und jeder hätte seine eigenen Vorstellungen von junger Volksmusik. «Es gibt Volksmusik von Jungen, für Junge und mit Jungen», so Schmid-Kunz, «das Gegenteil von alt ist jung, aber auch neu.» Das Alte in der Volksmusik ist «konservativ und abgestanden», neue Volksmusik sei derzeit «sehr trendy». Auch wenn «neue Volksmusik» bereits ein Begriff sei, was darunter zu verstehen sei, habe noch niemand genau definiert. Wegbereiter habe es viele gegeben, Max Lässer oder die Appenzeller Space Schöttl um Töbi Tobler, und am TV «hat Wysel Gyr damit profiliert, aber es musste schon etwas Aussergewöhnliches sein, damals», so Schmid. Er nannte die Engadiner Ländlerfreunde, die zusammen mit der PS. Corporation den legendären «Maloyawind» von Gyr zu einem «Hit» machten. Aber heute sei das wohl kaum mehr neue/junge Volksmusik.

Kunst, nicht unterhaltend
Schmid-Kunz sagt denn auch klar, dass es falsch sei, «wenn irgendeine Kulturkommission sagt, was falsch oder richtig, also neu und jung ist.» Hier hätte Ueli Moser einen richtigen Umschwung eingeleitet, die «Wundertüte» oder die «Hanneli-Musig», die würden wahrgenommen, also könnten als neue/junge Volksmusik definiert werden. Und gerade beim Fernsehen, dort, wie Volksmusik in der Unterhaltung angesiedelt sei, begreife man nicht, dass sich die «jungen Wilden» als Kulturschaffende und nicht als Unterhaltenden verstünden.

Sie hat Zukunft
So habe eben jedes Experiment mit Veränderung zu tun, «und hier also zwingend mit einer Verjüngung», stellt Schmid-Kunz fest. Die wachsende Festivalkultur wie die Lenzburgiade oder die Stanser Musiktage machen bewusst, welche Qualität da überall schlummert. Komme hinzu, dass die meisten Musiker bestens ausgebildet sind, «und neue Möglichkeiten in diesem Genre suchen.» Das Anspruchsdenken sei hoch, «es ist eine belebende Sparte, die es verdient, wahrgenommen zu werden», Johannes Schmid-Kunz, «ich setze viel Hoffnung in die Volksmusik, und ich sehe die Zukunft durchaus rosig.»

Text und Bild: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Standing Ovations für Jauchzer, Jodler und Khoomi
15. Mai 2010

Am Klangfestival Naturstimmen hat auch das zweite Konzert voll eingeschlagen. Die Gesänge der Naga wurden ebenso mit Standing Ovations bedacht wie der Jodelklub Wattwil und der Khoomi-Sänger Amartuvshin Baasandorj.

Fremde Kulturen würden oft Kulturschocks auslösen, warnte Festival-Moderator Philipp Kamm gleich zu Beginn, Musik könne schockieren durch ihre Eigenartigkeit. «Aber am Klangfestival wird derselbe in erträglicher Dosis verabreicht, also mag man ihn», so Kamm. Und wie die Besucher ihn in der vollbesetzten katholischen Kirche gemocht haben!


Nagaland, Mongolei und Toggenburg: Standing Ovation gabs am Ende für den gelungenen gemeinsamen Auftritt.

Nagaland, ganz im Osten Indiens und teils in Burma gelegen, ist einer der 30 bis 80 Stämme in der Region. Dank Rebekka Sutter – sie besucht seit 2001 regelmässig die dortigen Volksstämme – und einer vierjährigen Vorbereitungszeit war es möglich, dass diese Gruppe am Klangfestival auftreten konnte. Nagas Musik ist Musik aus dem Alltag, von den Reisfeldern, beim Feuermachen, beim Nähen zum Beispiel.

Jauchzer, einmal anders
Naga aber ist auch Freude, Jauchzer, wie man sie hier kennt – nur ein klein wenig anders. Die Christianisierung habe den Naga viel Ungemacht gebracht – «aber Lieder kann man nicht verbrennen», sagte Sutter im Vortrag am Nachmittag, «die bleiben und müssen erhalten bleiben». «Und auch die eine Frage bleibt», so Kamm, «tönen die hiesigen Jodel einfach nur höher, weil die ‘Pörter gächer’ sind?»

Ein Wiedersehen ...
Genau eruieren konnte man es auch an diesem Abend nicht. Die Stimmen der Wattwiler Jodler erklangen glockenhell, und man weiss eben, was man von der eigenen Kultur erwarten kann. Einige Neu- und Eigenkompositionen zeigten das hohe Niveau des Chors.

Dieses offenbarte auch Amartuvshin Baasandorj, der Khoomi-Sänger aus der Monoglei. Nicht unbekannt in Alt St. Johann, trat er doch 2004 beim ersten Festival mit der Gruppe Egschiglen auf. Der sogenannte Obertongesang filtere gewisse Töne heraus, erzielt durch die Spannungen in den Kehlöffnungen, so Kamm. Zusammen mit den Klängen seiner zweisaitigen Pferdekopfgeigen ein absolutes Naturstimmenwunder. Die Gesänge, meist der Natur nachempfunden, sind einfühlsam wie beeindruckend. Fast schon wie Jauchzer, aber nur fast.

Beeindruckend dann, was an diesem Festival zum Schluss jedes Konzerts gehört: der gemeinsame Auftritt. Da tanzen Jodler zu Naga-Klängen, versuchen sich Naga-Sängerinnen im «Graad hebe», und beide zusammen legen dem Khoomi-Sänger den musikalischen Teppich aus. Das Ganze endet dann in einer veritablen Polonaise, Standing Ovations inklusive.

... und Geschenke

Geschenke aus Nagaland: Rebekka Sutter, Stephan K.Haller, Andy Roth und Andreas B.Müller sind darob sichtlich gerührt.

Zuvor aber gab es Geschenke von den Naga: Für Rebekka Sutter, die es möglich machte, für Intendant Stephan K. Haller, OK-Präsident Andy Roth und Andreas B. Müller, den Geschäftsleiter der Klangwelt Toggenburg. «Wir haben uns sehr gefreut und waren gut aufgehoben hier», sagte der die Naga begleitende Father Francis.

Text und Bilder: Reto Neurauter
© 2010 Werdenberger & Obertoggenburger - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Juchzende Kopfjäger aus Nagaland
15. Mai 2010

Erst nach einer sechstägigen Odyssee mit Auto, Bus und Flugzeug sind die zehn Mitglieder eines indischen Bergvolkes am Klangfestival «Naturstimmen» in Alt St. Johann eingetroffen. Morgen singen sie im ökumenischen Gottesdienst.

Kennt jemand seinen eigenen Namen nicht, weil er in der Familie lediglich Kind Nummer drei genannt wurde, kriegt er auch nur schwer eine Geburtsurkunde, geschweige denn einen Pass für seine erste Reise ins Ausland. So ist es den zehn Mitgliedern der Künstlergruppe aus dem indischen Bundesstaat Nagaland ergangen.


Die «Juchzer» der Naga aus Nordostindien klingen am «Naturstimmen-Festival» in Alt St. Johann verblüffend ähnlich wie die der hiesigen Jodler.

Vor zweieinhalb Jahren entstand die Idee, eine Gruppe des Bergvolkes an das Klangfestival «Naturstimmen» der Klangwelt Toggenburg nach Alt St. Johann einzuladen. Vergangenen Sonntag sind sie nach langer Reise im Toggenburg eingetroffen – dank Hilfe der Klangwelt Toggenburg und des Völkerkundemuseums der Universität Zürich. Am «Naturstimmen-Festival» geben sie an Konzerten und in einem Workshop Einblick in ihre Kultur. Gleichzeitig erfahren sie während ihres Aufenthalts viel über die hiesige Lebensweise. Zum Beispiel mussten sie erst lernen, wie man einen Wasserhahn zudreht. «Hier ist es anders», lautet das trockene Fazit eines jungen Nagas. Und das mit 76 Jahren älteste Mitglied der Gruppe bestätigt: «Das Speziellste an der Schweiz ist der grosse Unterschied zu unserem Land.» Auch die Konzert-Umgebung war ihnen fremd. Singen gehört bei den Nagas schlicht zum Alltag.

Lange Zeit isoliert
Die Nagas leben in einer bewaldeten Bergregion an der Grenze zwischen Nordostindien und dem nordwestlichen Burma. Seit der Unabhängigkeit Indiens 1947 war Nagaland wegen bewaffneter Konflikte Sperrzone. Erst seit 2001 sind Reisen wieder möglich. Die Ethnologin Rebekka Sutter reist seit mehreren Jahren nach Nagaland. Der Besuch der Nagagruppe in der Schweiz ist vor allem ihr zu verdanken. In ihrer Heimat leben sie in Bambushütten und betreiben Landwirtschaft.

Geisterglaube und Kopfjägerei
Bevor die Naga während der Kolonialzeit mit Gewalt christianisiert wurden, waren sie Animisten. «Sie glaubten an Geister. Für die Naga konnte sich die Seele des Menschen vom Körper lösen und in einen Tigerkörper übergehen», sagt Rebekka Sutter. Die Nagas waren früher auch Kopfjäger, die Menschen aus anderen Dörfern töteten und deren Köpfe ins Dorf mitbrachten. Dies sollte der Dorfgemeinschaft Wohlstand bescheren und die Felder fruchtbar machen. «Mir war vor der ersten Reise deswegen mulmig zumute, doch ich sah rasch, dass es sich um ausgesprochen liebenswürdige Menschen handelte», so Rebekka Sutter. Die Kopfjägerei sei seit den 40er-Jahren vollständig verschwunden – «sie sollte nicht zum Mythos hochstilisiert werden».

Vieles von der alten Kultur ging während der Zwangschristianisierung verloren. Das Liedergut jedoch überlebte. «Ein Lied kann nicht verbrannt werden», sagt Sutter. Die Gesänge der Naga sind archaisch und ähneln dem Naturjodel, wie er auch im Toggenburg und Appenzellerland gepflegt wird. «Überhaupt sind die Nagas einem Toggenburger Bergbauern vielleicht sogar näher, als dieser einem Zürcher Stadtmenschen», so die Ethnologin. «Singen gehörte vor allem bei den älteren Nagas zum Alltag dazu, es war wirklich . Es war mein Traum, dass die Nagas einmal mit Toggenburger Jodlern auf der Bühne stehen.»

Text und Foto: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Festival Naturstimmen gestartet
14. Mai 2010

Mit einer fesselnden Begegnung von Musik aus der Ersten und Dritten Welt, gekrönt mit Naturtönen der – vielleicht – Vierten Welt ist am Mittwoch in Alt St. Johann das Naturstimmen Klangfestival gestartet.

Mittwochabend, katholische Kirche, Festivalauftakt – ein Konzert, das exakt dem Geist des Festivals entspricht, die Begegnung zwischen Hiesigem und Fremden. Zu simpel, zu behaupten, es wäre eine Begegnung zwischen Erster und Dritter Welt gewesen, zwischen Schwarz und Weiss, Nord und Süd – diese Begriffe versorgte das Publikum schnell in der untersten Schublade der Allgemeinplätze, die Spannung zwischen den Auftretenden auf der Bühne war von ungewohnter Art.


Die Thokozami Brothers brachten die einheimischen Jodler vom «Säntisgruess» zum Tanzen.

Völkerverständigung
Thokozani Brothers, Jodelclub Säntisgruess und Nino G. hiessen die Begegnungen auf ebendieser Bühne. Nicht Südafrika gegen oberes Toggenburg, nicht Alt St. Johann gegen Berner Seeland und nicht Biel gegen Kapstadt. Stattdessen der gelungene Versuch, traditionelles Liedgut zweier scheinbar extrem weit voneinander entfernter Völker zu verbinden. Als i-Pünktchen dieser Völkerverständigung agierte der Bieler Beat Boxer Nino G. Nicht besser hätte dieser Höhepunkt gewählt werden können.

Nino G. war das Salz in der Suppe und Kontrapunkt zugleich. Denn einerseits erwachte das Eröffnungskonzert erst so richtig als der «Geräuscheklopfer» in der Mitte des Programms auftrat. Andererseits hielt Nino G. den beiden Chören zwar seine – elektrisch verstärkte – Natur-Stimme entgegen, aber er sang nicht, sondern machte, gelinde gesagt, äusserst taktvolle Geräusche.

Gemalte Bilder
Die einheimischen Jodler boten was man von ihnen erwarten konnte: Jodellieder und Zäuerli rund ums bäuerliche Leben. Sie beschrieben den Alpsommer und interpretierten das bekannte «Rond om de Säntis». Ebenfalls vom Leben, von Menschen und Tieren sangen die sieben Thokozani Brothers aus Kapstadt, unverständlich zumeist weil in der Sprache ihres Zulu-Volkes, zum Teil aber auch in Englisch.

Doch trotz einiger hierzulande bekannter Songs (Amazing Grace) und erratischer Tanzgebärden wollte während der ersten Konzertstunde noch keine richtige Stimmung aufkommen. Dies änderte sich schlagartig als Nino G. angesagt wurde. «Auch Nino G. macht was alle hier auf der Bühne machen, er malt Bilder», kündigte Moderator Philipp Kamm den Romand aus Biel an.

Alles live und echt
In der Tat. Mit schier unmöglichen Verrenkungen von Kehlkopf und Lippen erzeugte Nino G. Geräusche, die so gar nichts mit Singen zu tun haben, aber eben doch Erzeugnisse der Naturstimme sind. Doch sind es beim Beat-Boxing nicht bergkristallklare Brust- oder Obertöne und kein geradegehaltenes Fa, sondern effektvolle Nachahmungen wohlbekannter Alltagsgeräusche.


Nino G., der Beat Boxer aus Biel.

Pantomimisch steigt der Künstler auf ein Motorrad, ahmt seine Motorengeräusche erst beim Losfahren nach und dann beim Absterben des Motors mitten auf der Fahrt. Oder er plärrt in der nervenzerreissenden Tonlage eines weinenden Säuglings, der seinem Drang nach sofortiger Flüssignahrung Ausdruck gibt. «Es ist reinstes Multitasking», sagt Kamm zur Erklärung. Auch Nino G. erläutert im Gespräch, dass er mit Brust, Kehlkopf und Lippen gleichzeitig Geräusche macht.

So erklärt es sich, dass mitten in einer chaotischen Geräuschkulisse ein gesprochener Satz zu hören ist, und man fragt sich, ob da nicht doch im Hintergrund eine Playback-Anlage läuft. «Nichts dergleichen», beteuert Nino G., «es ist alles live und echt.» Mit dem Intermezzo des Beat Boxers nahm das Eröffnungskonzert des vierten Naturstimmen Klangfestivals die Fahrt auf. Denn Nino G. verfügt auch über komödiantische Talente und so sorgte er mit gestenreichen Geräusch-Geschichten für unterhaltsame Auflockerung. Damit war auch die Anspannung bei den Chören gelöst, schliesslich vereinigte man sich, gemäss der Tradition des Festivals, zum bewegenden Schluss-Einsatz. Da sah man Toggenburger Bauern-Arme und -Beine in Zulu-Tanz-Manier schwingen und die Südafrikaner steckten zum Widerspiel die Hände in ihre Hosentaschen.

Text und Bilder: Michael Hug
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

Stephan K. Haller - Ein Meister der Improvisation
14. Mai 2010

Er fragt nicht nach dem Verursacher eines Problems, er löst es lieber. Stephan K. Haller ist ein Macher – ein Kulturmacher. Begonnen hat er damit bereits im Alter von 15 Jahren, als er eine belgische Komikergruppe in die Schweiz holte und einen Auftritt für sie organisierte – damals noch mit väterlicher Defizitgarantie. Heute ist Stephan K. Haller künstlerischer Leiter der Klangfestivals der Klangwelt Toggenburg. Aktuell hat er deshalb zahlreiche Probleme zu lösen.

Seit Mittwoch läuft das Klangfestival «Naturstimmen» in Alt St. Johann. «Es gibt immer eine Lösung, selbst bei Dingen, die ich nicht steuern kann. Können beispielsweise wegen erneuter Aschewolken Musiker nicht anreisen, sind einzig Lösungen entscheidend.»

Der pingelige Chaot
Damit ein Klangfestival wie das «Naturstimmen» mit zehn Konzerten, vierhundert Musikern aus der ganzen Welt und einem Rahmenprogramm aus Referaten, Workshops und Klang-Ausflügen ohne grössere Zwischenfälle abläuft, brauche es eine minutiöse Vorbereitung. Hier wird der sonst kreative Chaot Stephan K. Haller zum pingeligen Planer. Jede Viertelstunde des Anlasses ist dokumentiert, jede Fahrt und jedes Essen geplant. «Wir müssen mit völlig anderen Kulturen umgehen, so hat beispielsweise die Zeit für Musiker aus Asien oder Afrika eine völlig andere Bedeutung», sagt Haller.


Kultur als Leidenschaft: Der Programmleiter des Klangfestivals Naturstimmen, Stephan K. Haller.

Das Festival geht er deshalb mehrmals in Gedanken durch, damit auch das Unvorhergesehene vorausgesehen werden kann. «Und wenn nicht bin ich ein Meister der Improvisation», so der Kulturmacher. «Das ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Wenn die Nervosität steigt und ich nicht mehr schlafen kann, wird viel Energie frei, das gefällt mir.» Obwohl er während des Anlasses nie auf der Bühne zu sehen ist, hält er die Fäden in der Hand, initiiert und begleitet im Hintergrund. Am «Naturstimmenfestival» verbinden sich Klänge aus verschiedenen Regionen. Stephan K. Haller sucht stetig nach neuen Kombinationen und probiert Aussergewöhnliches aus. Dieses Jahr hat er den Beatboxer Nino G. eingeladen. «Davon liessen sich die Traditionalisten zwar nur ungern überzeugen, doch für mich passt er ans Festival und gehört er zusammen mit Jodlern auf die Bühne.»

Alle sieben Jahre neu
Ins Toggenburg verschlug es Stephan K. Haller zufällig. Mit in die ländliche Gegend brachte er sein Kultur-Netzwerk, das er sich als Kulturjournalist oder als Inhaber einer Kleinkunstagentur erarbeitet hatte. Etwa alle sieben Jahre stellte er sich bisher einer neuen Herausforderung. «Ich setze Ideen um, die Verwaltung überlasse ich gerne jenen, die es besser können.» Sieben Jahre war der gelernte Kindergärtner Chefredaktor des Toggenburger Tagblattes und sieben Jahre Programmleiter des Lichtensteiger Kleintheaters «Chössi». Bereits weitere sieben Jahre ist er beim Toggenburger «Büro für Ideen und Lösungen» tätig. Dem «Naturstimmenfestival» will er weiterhin treu bleiben. Kultur ist seine Leidenschaft. In der Freizeit jammt er gerne mit seinen drei Söhnen oder Freunden.

Text und Bild: Jörg Krummenacher
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

DRS 1: Naturstimmen im Toggenburg - Interview mit Peter Roth
12. Mai 2010

Obertongesänge vermischen sich mit Russischen Volksweisen, archaische Nagaklänge mit Toggenburger Naturjodel. Zum vierten Mal treffen sich vom 12. bis 24. Mai Chöre und Solostimmen zum Klangfestival «Naturstimmen» in Alt St. Johann. Das Festival im Toggenburg findet zum vierten Mal statt. Mehr als 400 Künstler aus verschiedenen Ländern wie Südafrika, Tibet, Russland, Iran, Serbien, Norwegen, Nagaland-Indien, Korsika und Frankreich stehen gemeinsam mit Schweizer Formationen auf der Bühne.

Der künstlerische Leiter Peter Roth, Musiker, Komponist, Chor- und Kursleiter, erzählt, wie es dazu gekommen ist.

» Interview auf DRS 1

Erstmals Aufnahmen für Live-CD
10. Mai 2010

Zum zweiten und letzten Mal steht Andreas Roth an der Spitze des Organisationskomitees des Klangfestivals Naturstimmen der Klangwelt Toggenburg. Es ist die vierte Ausgabe des inzwischen renommierten Anlasses für Musikfreunde. Für neun von zehn Konzerten gibt es noch Tickets.



Noch eine Woche bis zum Start des vierten Klangfestivals Naturstimmen der Klangwelt Toggenburg. Was beschäftigt Sie gerade?
Andreas Roth: Alle Ressorts sind an der Detailarbeit. Die Planung der rund 20 stetigen Helfer, die Koordination der anreisenden Musiker, der Vorverkauf, der reibungslos funktionieren muss – all dies beschäftigt uns. Jetzt ist die Zeit, Lösungen für offene Punkte zu finden. Die Anspannung aber auch die Vorfreude auf das diesjährige Naturstimmenfestival steigen.

Gibt es noch viele offene Punkte?
Andreas Roth: Die gibt es immer. Zum Beispiel findet von Montag bis Mittwochmittag der Aufbau statt. Wird dieser wirklich so, wie wir es uns vorstellen? Können alle Musiker – insbesondere die Naga aus Indien – reibungslos anreisen? Wir sind aber dieses Jahr rund zwei Monate früher mit der Planung als andere Jahre. Für mich zählen ausserdem nicht die Probleme, sondern die Lösungen.

Warum gerade die Anreise der Naga, gab es Probleme damit?
Andreas Roth: Es war ein langer Prozess bis wir alle nötigen Bewilligungen und Visa erhalten haben. Jetzt ist die Gruppe auf dem Weg in die Schweiz. Dass sie
an dieses Naturstimmenfestival kommen kann, ist Rebekka Sutter und Stephan K. Haller zu verdanken, die seit drei Jahren auf dieses Ziel hinarbeiten.

Der Vorverkauf ist gut angelaufen. Wie ist der Stand jetzt?
Andreas Roth: Wir begannen mit dem Vorverkauf rund zwei Monate vorher als bei den letzten Festivals und sind bis jetzt zufrieden. Rund drei Viertel der Konzerttickets sowie die 200 Wochenpässe sind weg. Jedoch gibt es für neun von zehn Konzerten noch freie Plätze. Den Interessierten möchten wir empfehlen, den Vorverkauf zu nutzen.

Mit wie vielen Gästen rechnen Sie am diesjährigen Festival?
Andreas Roth: Wir hoffen auf 4500 bis 6000 Gäste insgesamt. Pro Konzert rechnen wir mit bis zu 500 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Welches sind Ihre persönlichen Highlights der diesjährigen Ausgabe?
Andreas Roth: Ich freue mich natürlich auf das ganze Festival, jedoch insbesondere auf die zwei Konzerte «Alptransit» von Peter Roth, da es etwas Neues ist. Und ich als junger Mensch freue mich auch auf das erste Konzert mit Nino G., einem der interessantesten Schweizer Beatboxer. Schliesslich bin ich auch sehr gespannt auf das Einstimmen, das offene Singen für alle von Montag bis Donnerstag. In der heutigen digitalisierten Welt finde ich das gemeinsame, unkomplizierte Singen sehr wertvoll.

Das Einstimmen ist neu im Programm. Neu ist auch das Kinderkonzert. Wie kam es dazu?
Andreas Roth: Der Jodel hat hier eine starke Verankerung. Die Erwachsenen geben den Kindern diesen Gesang im Stall, auf der Alp oder zu Hause in der Stube weiter. Deshalb entstehen auch Kinder-Jodelchöre. Auch diesen wollen wir innerhalb dieses grossen Anlasses mit Top-Künstlern eine Plattform bieten. Wir wollen ihr Schaffen zeigen und dies vor allem auch den Familien. Das Kinderkonzert ist ein Familienangebot, welches das Naturstimmenfestival noch umfassender macht.

Auch das Jodelsymposium ist ein neuer Programmpunkt. Was ist das Ziel?
Andreas Roth: Die Klangwelt hat das Ziel, Klangkompetenz aufzubauen. Dazu gehört es auch, Wissen rund um den Klang zu vermitteln. Dies geschieht auf einfacher
Basis auf dem Klangweg und vertieft in den beliebten Klangkursen. Mit diesem ersten Symposium verwirklichen wir die schon lange bestehende Idee, verschiedene
Themen rund um Klang stark vertieft zu bearbeiten. Dies soll der erste Anlass einer ganzen Symposium-Reihe werden, gerade auch hinsichtlich des geplanten
Klanghauses. Das Jodelsymposium entstand in Zusammenarbeit mit der bekannten Jodlerin Nadja Räss. Wir haben bereits 80 Anmeldungen – es gibt aber immer noch
Platz für Interessierte.

Was für Leute haben sich an das Jodelsymposium angemeldet?
Andreas Roth: Es haben sich Musikinteressierte, Studierende, Chormitglieder und Dirigenten angemeldet.

Gibt es weitere Neuerungen?
Andreas Roth: Dieses Jahr werden die Konzerte für eine Live-CD aufgenommen. Sie kann am Festival bestellt werden und wird im Sommer veröffentlicht. Gäste können
so die Konzerterlebnisse erstmals nach Hause mitnehmen.

Dieses Naturstimmenfestival ist Ihr zweites als OK-Präsident. Wie ist das im Vergleich zum ersten Mal?
Andreas Roth: Ich habe einen besseren Überblick und die Fäden vermehrt in den eigenen Händen. Wir sind zudem ein eingespieltes Team, fast identisch wie vor
zwei Jahren. Das macht es sehr motivierend zu arbeiten und die einzelnen Ressorts arbeiten entsprechend professionell.

Werden Sie auch eine dritte Ausgabe als OK-Präsident leiten?
Andreas Roth: Nein, ich werde dieses Amt abgeben, da ich mich örtlich verändern und im Herbst in Luzern ein Masterstudium beginnen werde. Wir sind aber bereits
im Gespräch um eine Nachfolgelösung. Das Festival zu diesem Zeitpunkt zu übernehmen, ist wunderbar, denn es steht auf gesunden Beinen und alles ist gut
strukturiert. Es wird bestimmt weitergehen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Naturstimmenfestivals?
Andreas Roth: Der Kern soll beibehalten werden – sprich: Einheimische Formationen treffen auf Gäste aus aller Welt – denn dies macht die Einzigartigkeit des Festivals aus. Dennoch soll der Rahmen auf eine gute Art und Weise weiterentwickelt und in die Gesamtstrategie der Klangwelt eingepasst werden.

Hat Sie die Arbeit im Organisationskomitee des Naturstimmenfestivals auch persönlich weitergebracht?
Andreas Roth: Die Zusammenarbeit in diesem gut funktionierenden Team war eine Art Weiterbildung für mich und eine enorm wertvolle Erfahrung.

Autorin: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung


«Naturstimmen» mit einer Klangreise durch die Alpen
21. April 2010

Vom 12. bis 24. Mai findet das internationale Klangfestival «Naturstimmen» in Alt St. Johann statt. Peter Roth sorgt mit seinen Konzerten «Alptransit» für eine beeindruckende Klangreise durch die Alpen.

«Alptransit – ein Klangreise» heisst das neue Projekt von Peter Roth, Musiker, Komponist und Initiant der KlangWelt Toggenburg, welches anlässlich des Klangfestivals Naturstimmen Premiere feiert. Zusammen mit dem Chorprojekt St. Gallen realisiert er regelmässig Programme, welche die Grenzen zwischen Zeit, Stilen und Kulturen sprengen. In den beiden Konzerten «Alptransit – eine Klangreise» am Samstag, 22. Mai (20 Uhr, Katholische Kirche Alt St. Johann) und am Montag, 24. Mai (17 Uhr, Katholische Kirche Alt St. Johann) verbinden sich Madrigalkompositionen mit polyphonen Gesängen aus Korsika und Naturjodel aus dem Alpstein. In diesen Formen von mediterranem und alpenländischem Vokalgesang begegnen die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher einer berührenden Farbigkeit der Stimmen und einem Zeitgefühl, das sie Jahrhunderte zurückversetzen wird. Als verbindende Stimme werden die Saxofonimprovisationen über den Stimmen der Sängerinnen und Sänger tanzen. «Alptransit ist eine unvergessliche Klangreise durch die Alpen, wie sie nur im Rahmen des Klangfestivals «Naturstimmen» zu erleben ist.

Tradition aufleben lassen
Bereits im Jahre 1588 erschien die Sammlung «Musica Transalpina», welche die englische Übersetzung, der in Italien komponierte Madrigale enthielt. Damit war der Grundstein für die Entwicklung des Englischen Madrigals während der Regierungszeit von Elisabeth I. (1558 bis 1603) gelegt. Das Chorprojekt St. Gallen erarbeite unter der Leitung von Peter Roth mehrere fünf- und sechsstimmige Kompositionen der wichtigsten Vertreter der englischen Madrigalkunst, darunter William Byrd, Thomas Morley, John Wilbye und Thomas Weelkes. Mit diesen ruhig fliessenden und farbenprächtigen Kompositionen wurde die Basis für das Projekt «Alptransit – eine Klangreise» gelegt.



Gäste aus Korsika
Bei der exklusiven Klangreise ist auch die aus Korsika stammende Formation «A Cumpagnia» mit an Bord. Von Liebe, Hass und der korsischen Kultur erzählt die Musik der erfahrenen Formation. 1978 wurde die Gruppe mit dem Ziel gegründet, das musikalische Erbe der Insel zu bewahren. Die einzigartige Zusammensetzung von polyphonen und monophonen Stimmen ermöglicht eine faszinierende Klangreise durch ein breites Repertoire aus geistlichen und weltlichen Liedern. Sowohl in den weltlichen als auch in den geistlichen Liedern ist die frühe Mehrstimmigkeit der Renaissance hörbar: Der Cantus firmus befindet sich in der Mittelstimme (seconda), wird von der Unterstimme (bassa) gestützt und darüber schwingt eine verzierte Oberstimme (terza). Projektleiter Peter Roth besuchte die Gruppe in Pigna zum ersten Mal 1993, woraus eine Zusammenarbeit entstand, welche «A Cumpagnia» für Konzerte in die Schweiz und Jodelformationen aus dem Obertoggenburg nach Korsika führte.

Schweizer Musikgeschichte
Nicht vergessen werden darf bei einer spannenden Klangreise die Schweizer Musikgeschichte. Die Hobbysänger Appenzell stehen für guten, gepflegten Gesang, für einen ausgewogenen, sonoren Chorklang und genaue Intonation. Die neun Sänger aus Appenzell – und der Leitung von Dölf Mettler – sind seit vielen Jahren ein gefragtes Ensemble. Als verbindende Stimme werden die Saxofonimprovisationen des bekannten Schweizer Jazzmusikers Albin Brun zu hören sein. Der Luzerner hat zahlreiche eigene Gruppen initiiert und geleitet, darunter der «Interkantonale Blasabfuhr Luzern» und «Albins Alpin» (Pilatus Suite). Heute gehört Albin Brun zu den bekanntesten Musiker und Saxofonisten der Schweiz.

Peter Roth leitet die Klangreise
Geleitete wird die faszinierende Klangreise durch die Alpen von dem renommierten Musiker und KlangWelt Toggenburg Initiator Peter Roth. Der Toggenburger ist freischaffender Musiker und arbeitet als Komponist, Chor- und Kursleiter. Mit dem Chorprojekt St. Gallen veranstaltet er seit mehr als zwanzig Jahren regelmässig Konzerte, die Musik verschiedenster Zeiten und Stile kombinieren («Victoria meets Coltrane» / «Transition» usw.). Mit dem Evangelischen Kirchenchor von Alt St. Johann realisiert er seine eigenen Kompositionen, die Stilelemente der Alpsteinmusik einbeziehen («Toggenburger Passion» / «St. Johanner-Messe» / «Juchzed und singed» etc.). 1993 verlieh ihm die St. Gallische Kulturstiftung den Anerkennungspreis und 2006 wurde ihm der Jahrespreis der St. Gallischen Kulturstiftung zugesprochen.

Kurs mit «A Cumpagnia»
Am Klangfestival Naturstimmen stehen weitere interessante Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne. Mehr als vierhundert Musiker aus zehn Ländern sorgen mit erstklassigen Konzerten, interessanten Workshops und spannenden Referaten für einen exklusiven Kulturaustausch. Unter anderem sind in diesem Jahr die aus Serbien stammenden «Teofilovic Twins», eine Gruppe aus Naga (Indien) sowie die «Thokozani Brothers» und «Ubuhle Be Afrika» aus Südafrika mit dabei. Zusammen mit bekannten Schweizer Künstler, wie beispielsweise die Jodlerin Nadja Räss oder die Jazzsängerin Litte Spinnler, ergibt sich ein faszinierendes Klangerlebnis, dem man nur am Klangfestival «Naturstimmen» im Toggenburg beiwohnen kann.

Beliebt sind auch die zu «Naturstimmen» stattfindenden Kurse. Unter anderem können Interessierte bei einem Mitglied der aus Korsika stammende Formation «A Cumpagnia» mitsingen. Die Kursteilnehmer erhalten einen Einblick in die Gesangskunst der Korsischen Gruppe. Dabei wird intensiv gesungen und geprobt und die Gäste werden bereichert nach Hause gehen.

Silbriger Hackbrettklang
12. April 2010

Dieses Wochenende stand das Hackbrett in Alt St. Johann im Zentrum. Musiklehrer Walter Märki aus Wattwil präsentierte sein neues Heft und sechs Formationen fanden sich zum Konzert.

«Silbrig und perlend ist der Klang des Hackbretts», sagt Peter Roth. Er begann bereits in jungen Jahren, im Lehrerseminar, auf dem Instrument zu spielen. Er kam eher zufällig dazu, begründete jedoch später zusammen mit Hugo Kamm im Toggenburg das Wiederaufleben der traditionellen Striichmusig, zu deren Originalbesetzung das Hackbrett dazu gehört. Mittlerweile spielen im Toggenburg sechs Formationen mit dem Hackbrett.


Sieben Striichmusig-Formationen auf der Bühne: Fulminantes Konzert zu Ehren des Hackbretts am Samstag in der Propstei Alt St. Johann. Bild: Katharina Rutz

Sieben Mal mit Hackbrett
Zusätzlich zu den einheimischen trat am Samstagabend in der Propstei Alt St. Johann eine Südtiroler Formation auf. Sie machten gleich den Anfang des Konzertes. Danach spielte die Schlorzimusig. Als eine Mischung aus Churfirsten und Tennessee kündigte sie Peter Roth an. Nach den eher älteren Registern trat die Kapelle Männertreu mit Hansueli Hersche und seinen beiden Söhnen auf, die ihr musikalisches Handwerk beide bei Willi Valotti erlernt hatten. Dass die Striichmusig im Toggenburg Familiensache ist sah man zudem an den beiden Formationen Familiestriichmusig Rosebüel und der Toggenburger Original Striichmusig mit Vroni und Hugo Kamm. Tochter Barbara Kamm wiederum spielt in der Brandhölzler Striichmusig. Sie war es auch, die das Konzert organisierte. «Es war wohl nicht ganz einfach, von allen sechs Formationen die Stücke zusammenzutragen», würdigte Peter Roth ihr Engagement. Auch die jüngste Formation im Bunde trat auf. Malefiz ist allerdings nicht mit einem Hackbrett, sondern mit dem verwandten Instrument Zimbal, gespielt von Urs Grob aus Brunnadern, besetzt. «Der Physikstudent tüftle daran. Er experimentiert halt gerne», meinte Peter Roth.

Zwischen den Auftritten mit je drei Stücken führte Peter Roth durch die Geschichte des Hackbretts im Toggenburg. Aus den 20er- und 30er-Jahre sind im Toggenburg noch einige Striichmusig-Formationen bekannt. So zum Beispiel die Familienstriichmusig Hüeberli aus Stein. Noch bis Mitte der 40er-Jahre war das Hackbrett im Toggenburg in Gebrauch. Der letzte Musiker und Hackbrett-bauer war Hannes Grob. Dann gab es eine Pause bis sich 1966 die zwei jungen Lehrer Hugo Kamm und Peter Roth ins Toggenburg verirrten. Die Lehrer vermochten auch ihre Schüler für das Instrument zu begeistern und so gründete Peter Roth mit den Büeler-Schüelern wieder eine Original-Striichmusig. Der Samen war gesät, heute ist die Anzahl der jungen Musikerinnen und Musiker in den sechs Toggenburger Formationen beachtlich.

Neues Notenheft
Für die Jungen – für seine Musikschüler – schrieb auch Walter Märki den einen oder anderen Tanz um eine Tonart zu fördern oder einen passenden Schwierigkeitsgrad zu erreichen. Auch aus der eigenen Spielfreude schrieb der Hackbrettbauer Stücke. Er präsentierte am Samstagnachmittag sein neues Notenheft für Hackbrett. Unterstützt wurde er dabei vom Zentrum für Appenzellische Volksmusik sowie von der Musikschule Toggenburg. Am Sonntag fand ausserdem ein Gottesdienst mit Hackbrettmusik statt.

Autorin: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

«Frauenklang» überrascht in einer Männerdomäne
29. März 2010

Jodeln ist Männersache – zumindest im Toggenburg und rund um den Alpstein. Erst in den letzten Jahren wagten sich mehr und mehr Frauen in die regionalen Jodelchörli. Eine mögliche Erklärung: Im Toggenburg gingen die Männer «z’Alp» und pflegten dort das Jodeln. In anderen Gegenden, zum Beispiel im Tirol, gingen die Frauen auf die Alp. Deshalb jodeln dort die Frauen. Doch nun ändert sich dies auch im Toggenburg radikal.

Die Idee stammt von Stephan Haller, dem Mitorganisator der drei Festivals «NaturStimmen», «SaitenWind» und «Rockbrett»: Er suchte im Rahmen des Klangfestivals «NaturStimmen» für das Konzert «Frauensonntag» am 16. Mai Jodlerinnen für eine reine Frauengruppe.

Das Vorhaben gelang, denn eine Frau fand die andere – und auch Männer halfen mit, weitere Frauen zu finden. Schliesslich war ein Quintett aus «gestandenen » Sängerinnen und Jodlerinnen beisammen. Annelies Huser- Ammann aus Alt St. Johann ist Leiterin des Churfirsten-Chörlis und singt im Kirchenchor. Klara Brändle-Looser aus Wildhaus leitet das dortige Schafbergchörli und bildet zusammen mit Hedy Näf das Schwendisee-Duett. Marlene Metzler-Schilter aus Nesslau sang im Quartett Wyssberg, das sie nach dem Festival wieder aufleben lassen will. Sonja Lieberherr-Schnyder aus Ebnat- Kappel singt in der Jodlergruppe Stockberg Nesslau; Heidi Anliker-Roth aus Wald ZH dirigiert den Jodelclub Thurtal und den Jodlerklub Benken und singt dort mit.

«Es war aber nicht einfach, die Frauen zu finden. Denn jede muss auf ihrer Stimme sicher sein. Und zwar aus drei Gründen: Jede ist auf ihrer Stimme alleine. Wir wechseln in den verschiedenen, vier- bis fünfstimmigen Liedern die Stimmlage. Und es bleiben uns nicht viele Wochen Zeit bis zum Auftritt», sagt Marlene Metzler. Kommt dazu, dass die Naturjodel-Lieder für Männer geschrieben wurden. «Wir müssen uns, was Lautstärke, Modulation und Dynamik anbelangt, anpassen. Wir haben auch gemerkt, dass sich nicht alle Jodel für eine reine Frauengruppe eignen», erzählt Annelies Huser. Und Sonja Lieberherr ergänzt: «Ich finde es spannend, nur mit Frauen zu singen und ‹z’johle›, gerade weil wir zum Teil anders singen müssen.»


Zwei Gruppen, zwei Musikstile? Die Bilder zeigen Heidi Anliker, Klara Brändle, Sonja Lieberherr, Marlene Metzler und Annelies Huser (von links) an verschiedenen Probentagen. Die Kleider suggerieren dem Betrachter unterschiedliche musikalische Erwartungen. (Bilder: Hanspeter Thurnherr/Stephan Haller)

Während einige Jodellieder a cappella erklingen, werden andere instrumental begleitet. Die Suche nach geeigneten Instrumentalistinnen löste sich elegant. Heidi Anliker spielt Akkordeon – und brachte gleich ihre Schwester Annamarie Knechtle-Roth aus Teufen als Bassistin mit.

Die sechs Frauen treffen sich wöchentlich im Saal des evangelischen Kirchgemeindehauses in Alt St. Johann zur Probe. Für den Besuch des W&O erschienen sie sogar in der Toggenburger Werktagstracht, während sie normalerweise natürlich in Alltagskleidern proben. Beim Auftritt am «Frauensonntag» werden sie dann in der Toggenburger Sonntagstracht auftreten. Stellt man die Aufnahmen in den unterschiedlichen Kleidern nebeneinander (wie auf dieser Seite), zeigt sich etwas Interessantes: Kleider wecken akkustische Erwartungen. Oder können Sie sich vorstellen, dass die Frauen auf dem oberen Bild etwas anderes singen als Jodellieder? Und suggeriert das untere Bild nicht eher eine Gospel-, Country- oder Musical- Gesangsgruppe?

Bei den Proben ist auch ein Mann dabei: Peter Roth, der bekannte Musiker, Komponist und Künstlerische Leiter des Festivals «NaturStimmen», hört aufmerksam zu, gibt hier und dort einen Tipp. Nach seiner Funktion gefragt, sagt er schmunzelnd: «Ich bin eine Art Coach, aber der englische Begriff – das passt doch irgendwie nicht zum Jodeln.» So lassen wir die richtige Funktion einfach offen. Schliesslich zählt das Ergebnis. Und da ist das «Frauenklang»-Sextett froh um seine Ratschläge.

Das Programm von «Frauenklang» umfasst traditionelle, überlieferte Naturjodel aus dem Toggenburg und traditionelle Jodellieder aus der Region rund um den Alpstein und der Schweiz. Allerdings haben sie auch eine Überraschung bereit, die wir hier nicht verraten wollen.

Ein Jodel hat es den Frauen besonders angetan: Der Anna-Koch-Jodel, ein Appenzeller Frauenjodel mit einer besonderen, makaberen Geschichte. Anna Koch wurde 1849 im Alter von 18 Jahren – als eine der letzten Frauen in der Schweiz – geköpft, weil sie eine Rivalin umgebracht hatte. Gemäss einer Sage soll sie auf dem Scheiterhaufen (hier irrt die Sage) gejodelt haben. Auf jeden Fall ähneln gewisse Passagen im zweiten Teil des Jodels menschlichem Schreien. «Ich habe diesen Jodel auf einer alten Schallplatte gehört – gejohlt von zwei Frauen», erzählt Annelies Huser und klärt auf: «Im Toggenburg sagen wir nicht jodeln, sondern ‹johle›.» In einem alten Büchlein hat sie dann auch Noten gefunden. Annelies Huser: «Normalerweise werden Jodel ja nicht aufgeschrieben. Es existiert kaum Notenmaterial von Toggenburger Naturjodeln. Diese wurden stets mündlich überliefert und erst heutzutage zunehmend auch durch CD-Aufnahmen.»

Jodeln und Singen bereitet nicht nur den Jodlerinnen und Jodlern Freude, sondern auch den Zuhörern. Darüber sind sich alle sechs einig. «Sowohl ältere wie jüngere Leute finden es schön und sagen, dass es ihnen gut tut», erzählt Klara Brändle. Marlene Metzler ergänzt: «Es ist schön, dass wir aus der Seele heraus singen können. Es kommt von Herzen, ist gut fürs Gemüt – und: wo gesungen wird, ist Frieden. Und wir tragen mit Stolz auch unsere Trachten.»

Das Konzert «Frauensonntag» am 16.Mai – dies lässt sich schon jetzt feststellen – verspricht ein besonderer Leckerbissen zu werden. Eigentlich verwunderlich – ja sogar schade, dass es eine solche Formation nicht schon vorher gab. So bleibt zu hoffen, dass ein ähnliches Projekt schon bald wiederholt wird.

Reportage von Hanspeter Thurnherr
» Ganze Reportage als pdf

Quelle: Werdenberger & Obertoggenburger

30.4. - 3.5.: Symposium im Schloss Glarisegg «Schwingung, Resonanz, Heilung»
29. März 2010

"... und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort" dichtete einst Joseph von Eichendorff. Der Zauber scheint aus unserer Welt verbannt, doch sind es ausgerechnet Naturwissenschaftler, die mit ihren Erkenntnissen manche der frühen Ahnungen bestätigen. Die Welt vibriert und fließt - wir Menschen stehen im Resonanzfeld zu anderen Menschen, zu der Natur und der Materie.
Wie können wir dieses Wissen für uns und unsere Umwelt nutzbar machen? Was bedeutet Heilung in diesem Zusammenhang?



Als Fachleute mit Vorträgen, Workshops, Demonstrationen und Erfahrungsräumen sind dabei: Dr. med. Rüdiger Dahlke: „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben: Polarität – Resonanz – Bewusstsein“, Orna Ralston: Konzert und schamanische Arbeit mit Stimme und Klang, Prof. Dr. med, Dipl.-Psychologe Rolf Verres: „Resonanzraum Therapie“, Alexander Wunsch: „Farben, Töne, Schwingung“, Alexander Lauterwasser: „Resonanz und Schöpfung“ sowie Konzert mit Klang-Wasser-Bildern, Rena Meyer Wiel: „die intuitive Stimme“, Rüdiger Schödel: „BegegnungsLust und Empathie“, Michael Viz Kremiez: „Der Klang der Stille“, Ilona Rothfuchs: „Klang malen“, René Schori: „Klangreise mit alten tibetischen Klangschalen“.

Organisiert und moderiert wird das Symposium durch Stefanie blau. von Schloss Glarisegg, Ort für Begegnung und Bewusst-Sein und Martin Frischknecht, Herausgeber und Chefredaktor von SPUREN – Magazin für neues Bewusstsein.

Neben den Vorträgen und Workshops gibt es für die Teilnehmenden Gesprächsforen und Erfahrungsräume, wo Methoden, Geräte, Impulse erprobt und umgesetzt werden können. Eine Einladung zu forschen, zu üben – und zu staunen!
Wer dabei ist, bringt sich ein und beteiligt sich als Experte/Expertin des eigenen Lebens.

Freitag, 30. April – Sonntag, 2. oder Montag, 3. Mai 2010
Ort: Schloss Glarisegg am Bodensee, CH-8266 Steckborn

» Details

Vom Bergbächli zum Berufsdirigenten
24. März 2010

Vom Lied «Bergbächli», das Matthias Ammann von seiner Mutter als Bub gelernt hat, zum Dirigenten mit Studienabschluss war es ein weiter Weg. Dieser führte den Alt St.Johanner an die Musikhochschule nach Luzern und wieder zurück ins Toggenburg.

In Luzern öffneten sich für den Alt St. Johanner Matthias Ammann die Pforten eines der renommiertesten Konzerthäuser der Schweiz, des Kultur- und Kongresszentrums Luzern. Diese Woche wirkte er bei der live Aufführung der Original-Filmmusik von Howard Shore zum dritten Teil der Filmtrilogie «Der Herr der Ringe» mit, und zwar als Sänger im 21st Century Chorus. Ludwig Wicki ist der einzige Dirigent, der sich die Rechte erwerben konnte, die Musik zur Film-Trilogie aufführen zu dürfen. Dies tut er nun mit Orchestern und Chören auf der ganzen Welt. Matthias Ammann hat dem Luzerner Dirigenten und Dozenten an der Musikhochschule Luzern während seines Studiums über die Schultern geschaut. Zudem genoss er Posaunen-Unterricht bei ihm.

Neben dem 21st Century Chorus trat der Toggenburger während seiner Zeit in Luzern auch noch dem Chor Cappella der Hofkirche Luzern bei. Sein viereinhalbjähriges Studium zum Berufsdirigenten schloss Matthias Ammann letztes Jahr mit Bestnoten ab und kam zurück ins Toggenburg.

Viele Chancen
«Ich bin gerne im Toggenburg», sagt der 34jährige Dirigent, der in Alt St. Johann aufgewachsen ist und auch jetzt wieder dort wohnt.

«Ich sehe hier viele Chancen, musikalisch etwas aufzubauen, während in Luzern die Konkurrenz riesig ist», ergänzt er. Die Klangwelt Toggenburg zum Beispiel habe viel Potenzial. Und schliesslich gefällt es dem Toggenburger in seiner Heimat: «Erst wenn man weggeht, merkt man, wie schön die Gegend mit den Churfirsten und seiner gelebten Tradition ist.» Obwohl der gelernte Schreiner erst wieder seit knapp einem Jahr im Toggenburg lebt, ist er bereits vielseitig engagiert.


Der Alt St.Johanner Matthias Ammann verbindet als Dirigent, Musik- und Werklehrer in Nesslau sowie als Schreiner die Kunst mit dem Handwerklichen.
Bild: Katharina Rutz

Seinen ursprünglich erlernten Beruf übt er temporär bei den verschiedenen Schreinereien der Region aus. Zudem arbeitet er als Werk- und Musiklehrer an der Oberstufe in Nesslau. Auch von der Klangwelt Toggenburg ging bald schon eine Anfrage ein. So begann er die Ausbildung zum Klangbegleiter für «Klangwellness» und gab bereits erste Singkurse für die Klangwelt.

Auch am Naturstimmenfestival können Singworkshops mit Matthias Amman besucht werden, an denen einfache Toggenburger Lieder mehrstimmig eingeübt werden.

Peter Roth, Initiant der Klangwelt, übertrug Matthias Ammann zudem die Aufführung seines «Ammanns Vermächtnis» für drei Chöre und ein Instrumentalensemble. Dieses Werk hat Roth vor acht Jahren zum Jubiläum von Alt St. Johann uraufgeführt und es soll im November eine Wiederholung finden.

«Es macht mich stolz, diese Aufführung leiten zu dürfen, ist der berühmte Instrumentenbauer aus doch ein Vorfahr von mir», sagt Matthias Ammann. Zudem erhielt der Dirigent aus fünf Mitbewerbern den Zuschlag, die Bürgermusik Brassband Untereggen zu leiten. Es ist eine in der ersten Güteklasse eingeteilte Musikgesellschaft.

Mit singen hat es begonnen
«Ich habe früher für Touristen gejodelt und Lieder gesungen», sagt Matthias Ammann. Die Lieder habe ihm seine Mutter beigebracht, so sei er zur Musik und zu etwas Sackgeld gekommen. Eines seiner ersten Lieder hiess «Bergbächli». Spitzbübisch grinst er, als er sich daran erinnert, wie er den Kopf in ein Heugebläse steckte und sang, weil es den Klang so schön verstärkt habe. Später, in der Schule, habe er sich mit singen jedoch nicht mehr so hervorgetan. «Für Jungs war das uncool», lacht er.

Doch Klavier spielen, das wollte er mit elf Jahren können. So nahm er Klavierstunden, obwohl er den musikalischen Grundkurs nie gemacht hatte. Die Musiklehrerin Gudrun Hunziker habe zu Beginn auch gezögert, doch er konnte sie dann doch überzeugen. Seiner ersten Klavierlehrerin windet Matthias Ammann noch heute ein Kränzchen. «Ich habe die musikalischen Grundlagen solid bei ihr erarbeitet. Dies hat mir später sehr geholfen», sagt er. Schliesslich fragte ihn auch die Musikgesellschaft Alt St. Johann-Unterwasser an und er begann, die Lyra zu spielen. Mit 18 Jahren fing er an, Posaune zu lernen. Er wollte seinen Militärdienst bei der Militärmusik absolvieren. «Doch mein Können hat damals noch nicht gereicht», erinnert er sich. Zum Dirigieren ist er mit 19 gekommen, als er die Musikgesellschaft Stein übernahm und die kantonalen Dirigenten-Kurse absolvierte.

Ein anderer Dirigent beeindruckte Matthias Ammann damals so sehr, dass er beschloss, das Dirigieren professionell auszuüben. Bis dieses Ziel ihn an die Musikhochschule Luzern führte, vergingen nochmals einige Jahre. In Luzern musste er dann im Posaunenunterricht bei Ludwig Wicki wiederum feststellen, dass er das Instrument noch alles andere als beherrschte. «Täglich eine Stunde üben», empfahl ihm damals sein Lehrer. «Ich dachte, was eine ganze Stunde? Doch dann spielte ich drei Stunden am Tag.» Heute können ihm seine Schüler einen Song aus der Hitparade auf Tonband geben und Matthias Ammann bringt die Noten dazu für den Schulchor auf Papier. Auch ein Musical plant er mit seinen Schützlingen. Der Dirigent möchte zudem versuchen, das Niveau der Blasmusikszene in der Region weiter zu heben und hat auch Interesse am Chorwesen.

Matthias Ammann will die Kultur im Toggenburg zusammen mit der jüngeren Generation fördern. «Die Jodelkultur im Toggenburg ist etwas sehr Schönes und Einzigartiges», sagt er. «Mein Ziel ist es, den Jungen Musik hautnah zu vermitteln. Würden meine Schüler in der Pause zusammen a cappella einen Song singen, das wäre für mich genial.»

Autorin: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

800 wollen "Klangwellness" testen
15. März 2010

Per Inserat suchte Klangwelt Toggenburg in Zusammenarbeit mit dem St. Galler Tagblatt und einer Zeitung im Süddeutschen Raum Ferientesterinnen und Ferientester für "Klangwellness". Das neue Angebot soll damit bekannter werden.

KATHARINA RUTZ

Alt St. Johann-Wildhaus. Die Anmeldefrist für alle, die das Angebot "Klangwellness" der Klangwelt Toggenburg gratis testen wollen, lief gestern ab. Rund 800 Personen haben sich bis Freitagmittag dafür angemeldet. Sie alle füllten ein Onlineformular aus und beantworteten vier Fragen. Darunter zum Beispiel, was sie am Thema "Klang" besonders interessiere.

150 dürfen testen
Aus allen Bewerbungen werden 150 Personen ausgewählt, die einen dreitägigen Ferienaufenthalt mit zwei Übernachtungen und Verpflegung geniessen und sich dabei mit "Klangwellness" verwöhnen lassen können. Die Kosten der Aktion trägt die Klangwelt Toggenburg, die Hoteliers stellen dazu ihre Infrastruktur zur Verfügung. Drei Gründe führten zu der Aktion: Erstens soll "Klangwellness" bekannter werden, zweitens erhofft man sich Rückmeldungen, wie das Angebot ankommt und drittens können die Klangbegleiter Praxiserfahrung sammeln.

"Obwohl wir zu Beginn viel Werbung für das neue Angebot machten, haben wenig Leute "Klangwellness" gebucht. Probierten sie es dann aber beispielsweise bei einem Skiaufenthalt einmal aus, waren die Gäste begeistert", sagt Christine Bolt, Direktorin von Toggenburg Tourismus. Die Tourismusorganisation ist für die Vermarktung des Klangwelt-Angebots zuständig.

Da heute jede vierte Person aufgrund einer Empfehlung eine Feriendestination auswähle, biete sich eine gratis Testaktion an. Die Mund-zu-Mund-Werbung soll also mit der Aktion angekurbelt werden. Hinsichtlich einer Weiterentwicklung der Angebote ist man bei Toggenburg Tourismus zudem auf das Feedback der Testerinnen und Tester gespannt. Seit September 2009 kann "Klangwellness" in den vier Toggenburger Hotels Sternen und Säntis in Unterwasser sowie Hirschen und Stumps Alpenrose in Wildhaus gebucht werden. Wie viele Buchungen bisher einzig dem neuen Angebot zu verdanken sind, kommunizieren weder Toggenburg Tourismus noch die Hoteliers. Es sei schwierig zu sagen, ob nun das Skiangebot oder "Klangwellness" den Ausschlag für eine Buchung gegeben habe, heisst es bei Toggenburg Tourismus. "Das Produkt ist in dieser Zusammensetzung völlig neu. Erklären lassen sich die speziellen Klangerlebnisse nur schlecht. Man muss es erleben", begründet Christine Bolt die zögerlich anlaufenden Buchungen. Als Zielgruppe für "Klangwellness" sollen über 35jährige, naturverbundene Personen, die einen Bezug zu Kultur und Spiritualität haben, angesprochen werden.

Kein geschützter Titel
Dass es bereits andere Produkte unter dem Titel "Klangwellness" auf dem Markt gibt – so zum Beispiel Klangmassagen und Klangbäder bei Klangwellness Tübingen – ist der Tourismusdirektorin bekannt. Deshalb lasse sich die Bezeichnung auch nicht schützen. Jedoch sei die Kombination des Angebotes mit der einheimischen Tradition und der Klangwelt Toggenburg einzigartig, so Christine Bolt.

Nach fünf Jahren selbsttragend
Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und erhält von Bund und Kanton 1,1 Millionen Franken im Rahmen der neuen Regionalpolitik. Auch die Toggenburger Gemeinden und toggenburg.ch sprachen zusammen 100 000 Franken an das Gesamtbudget von rund 2,5 Millionen Franken. Dieses Geld floss in die Projektleitung, die Produkteentwicklung, das Marketing und in die Infrastruktur, wobei die Produkteentwicklung am meisten Budget beanspruchte. Bis sich daraus eine Wertschöpfung generieren lässt, braucht es noch etwas Geduld. Spätestens aber nach Ablauf der fünf Jahre sollte das Angebot selbsttragend sein. "Wie jedes neue Produkt braucht auch "Klangwellness" eine gewisse Zeit der Einführung", sagt Christine Bolt.

Quelle: Toggenburger Tagblatt vom 13. März 2010

28. April bis 8. September: Klangkino - Vom Juchzen, Pfeifen und Tanzen
01. März 2010




Vom Juchzen, Pfeifen und Tanzen: Zwischen 28. April und 8. September laden wir (fast) jeden zweiten Mittwochabend um 20 Uhr in Unterwasser ins Kleintheater Zeltainer ein zum Klangkino mit insgesamt neun magischen Musikfilmen voller Humor, Leidenschaft, Respekt und Lebensfreude.

Programmübersicht:
Heimatklänge (28.4.) - sounds and silence (26.5.) - Touch the Sound (9.6.) - Rocksteady (23.6.) - La vida es silbar (14.7.) - Rhythm is it! (28.7.) - Ur-Musig (11.8.) - Chat noir, chat blanc (25.8.) - Wie im Himmel (8.9.)

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» Programmflyer zum Download (pdf)


LUMINAWA - Ein besseres Leben. Der neue Dokumentarfilm von Thomas Lüchinger.
17. Februar 2010

Die Geschichte unsere Planeten war die Geschichte einer unermesslichen Artenvielfalt. Dann kam der Mensch.

Inzwischen sind nicht nur die Arten bedroht, sondern auch die Vielfalt der Menschheit selbst ist betroffen. In wenigen Jahrzehnten wird die Hälfte der noch existierenden 5000 Sprachen verloren sein. Glaubens- und Denktraditionen, verschiedene Lebens- und Sichtweisen stehen vor dem Untergang. Damit sind auch kulturelle Ausdrucksformen bedroht. Die rote Liste der UNESCO zum bedrohten materiellen Kulturgut wird heute durch die Liste des „bedrohten immateriellen Kulturguts der Menschheit“ ergänzt.

Der Film LUMINAWA erzählt die Geschichte vom Engagement einer Familie zur Erhaltung der Kultur der Kalingas. Die Kalingas, frühre Kopfjäger, leben als Reisbauern in den Bergen der Insel Luzon (Philippinen). Durch die schnell hereinbrechenden Einflüsse der Globalisierung ist das Gemeinschaftsleben im Bergdorf, das die Grundlage ihrer Kultur bildet, bedroht.

Das Revival der traditionellen Kulturformen, der Musik, der Tänze, der Weberei, macht heute das Leben der Menschen von Mabilong wieder lebenswert. Der Film LUMINAWA dokumentiert eine ausserordentliche Familie im Dienste ihres Volkes; eine selten gewordene Kostbarkeit und ein Zeichen der Hoffnung.


Der LUMINAWA-Film von Thomas Lüchinger läuft ab März 2010 in den Kinos Wattwil und Herisau.

Première in Wattwil: Dienstag, 2. März, 20.15 Uhr
Première in Herisau: Sonntag, 7. März, 17 Uhr

An beiden Orten findet im Anschluss an den Film eine öffentliche Apéro-Feier statt mit dem Regisseur, Musik,
Klängen und Webereien der Kalingas.

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» Mehr zum Projekt Luminawa

Klezmer und Weltmusik am Mittwoch, 17. März in der Propstei
15. Februar 2010

Veretski Pass (USA) - ein virtuoses Trio: Musik mit Feuer und Finesse, Wärme und Magie

Diese Gruppe musikalischer Exzentriker verbindet raue Energie und virtuose Musikalität, um eine Musik von ungewöhnlicher Tiefe und Ausdruckskraft zu produzieren, Musik mit Feuer und Finesse, Wärme und Magie, in einer Vielzahl traditioneller Klänge, meisterhaft gespielt auf Violine, Viola, Bass Viola, Knopf-Akkordeon u.a.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis dieser drei Ausnahmekönner, die im Toggenburg einen einwöchigen Kurs anbieten, steht bevor!

Cookie Segelstein (Violine)
Stuart Brontman (Bass)
Joshua Horowitz (Tsimbl/Hackbrett und Knopfharmonika)

Mittwoch, 17. März 2010, 20 Uhr (Türöffnung 19.30 Uhr)
Alt St. Johann, Propstei
Eintritt frei - Kollekte

» Details zum Konzert mit Veretski Pass

KlangWelt-Videotrailer
15. Februar 2010


Tourismus im Toggenburg positiv wahrgenommen
13. Februar 2010

Die Bevölkerung im Toggenburg steht dem Tourismus in der Region mit grosser Mehrheit positiv gegenüber. Die Bevölkerungsbefragung ergab auch eine klare Zustimmung zum Thema «Klangwelt».

Die Befragung wurde im Rahmen des Projekts Enjoy Switzerland von Schweiz Tourismus, an dem Toggenburg Tourismus beteiligt ist, vom Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus der Universität Bern durchgeführt; die Projektleitung hatte der Tourismusfachmann Professor Hansruedi Müller. Insgesamt wurden im Toggenburg inklusive Neckertal 300 Telefoninterviews gemacht, wobei auf die repräsentative Vertretung aller Altersgruppen und von Frauen und Männern Wert gelegt wurde.

Tourismus ist bedeutungsvoll
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Toggenburg wird von einer grossen Mehrheit der Befragten anerkannt. Rund 80 Prozent attestieren dem Tourismus eine grosse bzw. eher grosse Bedeutung für die Region. Neun von zehn Befragten sind zudem der Meinung, dass das Verhältnis zwischen Einheimischen und Gästen gut ist. Rund 70 Prozent der im Toggenburg befragten Personen fühlen sich der Gastfreundschaft verpflichtet.

Nicht verwunderlich ist schliesslich, dass der Tourismus vor allem in touristisch gut entwickelten Gebieten als Stütze des einheimischen Gewerbes wahrgenommen wird. Die Toggenburger Bevölkerung erkennt somit die grosse Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaftlichkeit im Tal. Rund drei Viertel sind der Überzeugung, dass der Tourismus zur Verminderung der Abwanderung beiträgt.

Zustimmung zur Klangwelt
Die Positionierung des Toggenburgs mit dem Thema «Klangwelt» wird von über 80 Prozent der Befragten als positiv oder eher positiv beurteilt, nur knapp zehn Prozent äussern sich eher kritisch. Bei der Beurteilung des Themas «Klangwelt» ist sowohl altersmässig als auch geschlechtsspezifisch kein Unterschied festzustellen. Mit der angestrebten Positionierung peilt das Toggenburg demnach eine von der Bevölkerung akzeptierte Richtung an.

Trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen auch der Tourismus Einbussen zu verzeichnen hat, sagen 90 Prozent der Bevölkerung dem Tourismus eine positive oder eher positive Zukunft voraus. Auch bei der Wahrnehmung der Zusammenarbeit unter den touristischen Leistungsträgern erkennt eine überwiegende Mehrheit eine Verbesserung.

Was die Zusammenarbeit unter den touristischen Leistungsträgern angeht, sind 70 Prozent der Meinung, dass sich diese verbessert hat und die Vernetzung bzw. der Austausch funktioniert. (pd)

«Spatenstich» Klangschmiede in Alt St. Johann
12. Februar 2010

In der Klangschmiede wird jetzt gebaut - KlangWelt Toggenburg feiert den Beginn der Renovation des Haus zur Mühle.

Mit der «Klangschmiede» bekommt die KlangWelt Toggenburg ihre erste feste Heimat. Das im Besitz der Stiftung KlangWelt Toggenburg stehende «Haus zur Mühle» in Alt St.Johann wird durch den Architekten Paul Knill umgebaut und als Begegnungsort und Musikwerkstatt der besonderen Art zur Entwicklung und Pflege des Themas Klang im Toggenburg beitragen. Am 12. Februar wurde der Auftakt gefeiert. Ende Jahr soll eröffnet werden.

«Die Umnutzung des ‚Haus zur Mühle’ zu einer ‚Klangschmiede’ trägt nicht nur zur Erhaltung eines unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes bei, sondern ergänzt hervorragend das Gesamtangebot der KlangWelt und bietet für die Region eine grosse Chance», führte Regierungsrätin Kathrin Hilber beim offiziellen Auftakt zum Umbau der Klangschmiede aus. Mit der Klangschmiede erhalte das Toggenburg die Möglichkeit an einem wunderbaren Ort eine einzigartige und lebendige Klangwerkstatt aufzubauen, in der Traditionen gelebt und an Ideen rund um das Thema «Klang» gearbeitet werden könne. Mit der anspruchsvollen Aufgabe, die ehemalige Mühle in eine Klangschmiede zu verwandeln, wurde der Architekt Paul Knill betraut, welcher bereits das Zentrum für Appenzellische Volksmusik, das Roothuus in Gonten, fachgerecht renoviert und eingerichtet hat.


Bild: Stephan K. Haller

Ort der gelebten Tradition
Eine der Hauptattraktionen in der Klangschmiede wird die Herstellung von Schellen, Gongs und anderen Klangobjekten aus Metall sein. Dazu soll eine Ausstellung die Technik der Herstellung erläutern und in den Zusammenhang von Schellen, Klang und Alpkultur einführen. Aber auch Instrumentenbauer sollen regelmässig in der Klangschmiede tätig werden und ihr Wissen um ihr Handwerk in Kursen an interessierte Laien und Profis weitergeben. Später werden auch Berufskollegen aus anderen Kulturräumen als «Artist in Residence» ihr Handwerk zeigen. «Die Klangschmiede wird bewusst nicht als Museum mit eigentlicher Objektsammlung aufgebaut. Die Sammlung soll primär in der Anwendung historischer Handwerkstechniken angelegt sein und durch die Auseinandersetzung und Weiterentwicklung bestehende Traditionen erhalten», wie Alois Ebneter, Projektleiter und Stiftungsrat der KlangWelt Toggenburg erklärte. Denn es brauche nicht nur Konvention zum Schutze des immateriellen Kulturerbes, sondern Werkstätten, in welchen das lebendige Erbe von Trägern der Traditionen aktiv gepflegt und weitergegeben werden könnten.

Neben dem Thema Schellen wird dem Hackbrett ein zweites Thema schwergewichtig hier zu finden sein. Zusammen mit dem Trio Andersch sollen Hackbretter weiterentwickelt und mit Instrumentenbauern realisiert werden.

Erste feste Heimat der KlangWelt
Mit der Fertigstellung Ende Jahr wird die Geschäftsleitung der KlangWelt ihre Büros beziehen. Die Hausorgel – sie steht heute in der Propstei Alt St.Johann – bekommt ebenfalls einen festen Standplatz. Zudem werden eine Kursräume entstehen, in welcher Teilnehmende sich mit dem Thema Klang auseinandersetzen werden.
Für die KlangWelt Toggenburg ist der Auftakt zum Umbau ein wichtiger Meilenstein und tragendes Fundament für eine gezielte Weiterentwicklung der Klangwelt-Angebote im Hinblick auf die Realisierung des Klanghauses. Mit der Klangschmiede wird ein Ort der Arbeit am Klang und des Austauschs geschaffen, der in Zukunft Schellenschmieden, Instrumentenbauern und klangbegeisterter Menschen offen stehen wird.

Finanziert wird der Kauf und die Renovation der «Klangschmiede – die Kosten betragen total 1,5 Millionen Franken – von der Stiftung Seeschau Erlenbach, der Fredy und Regula Lienhard Stiftung, der Stiftung Schwendi-Obertoggenburg, der Vontobel-Stiftung in Zürich, der Schweizer Berghilfe, weiteren Gönnerinnen und Gönnern sowie vielen privaten Spenderinnen und Spendern aus der ganzen Schweiz. Alois Ebneter dankte in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Kantons St. Gallen, Region Toggenburg und der KlangWelt Toggenburg allen Beteiligten.

Sechs Architekten für das Klanghaus ausgewählt
25. Januar 2010

Thesenkonkurrenz für das Klanghaus Toggenburg: Selektion abgeschlossen

Der Kanton St.Gallen hat für das geplante Klanghaus Toggenburg sechs renommierte Architekten für die Erarbeitung einer These ausgewählt. Bis Mitte März sind nun die Strategien zu erarbeiten. Im Frühling wird das Verfahren abgeschlossen und dem siegreichen Architekten der Auftrag zur Weiterbearbeitung der Bauaufgabe erteilt.

Bis Mitte November 2009 wurden insgesamt 91 Bewerbungen zur Teilnahme am
selektiven Verfahren „ Thesenkonkurrenz Klanghaus Toggenburg“ einreicht.
Wie schon beim Entscheid für das Verfahren "Thesenkonkurrenz" (anstelle
eines konventionellen Projektwettbewerbs) wurde auch bei der Auswahl der
Teilnehmenden besonderes Gewicht auf den Nachweis konzeptueller Stärke
und Vermittlung gelegt. Das grosse Interesse von Architekturschaffenden
aus dem In- und Ausland, die speziell in diesen Aspekten besonders
qualifiziert sind, ist sehr erfreulich - die Auswahl
ebenso.

Sensibler Umgang mit Landschaft, Klang und Baukultur

Das Preisgericht hat nach den vorgängig definierten Kriterien die
Auswahl getroffen. Dabei standen die Kompetenz und das Potenzial, Bauten
mit identitätsstiftender Aufgabe und Ausstrahlung realisieren zu können
sowie ein aussergewöhnlich sensibler Umgang mit Landschaft, Klang und
Baukultur im Vordergrund. Aus den Bewerbungen wählte das Preisgericht
sechs Architekten aus, die bis Mitte März 2010 eine These für das
Klanghaus am Schwendisee oberhalb von Unterwasser erarbeiten sollen.

Die ausgewählten Architekten sind: Steven Holl - New York, Caruso
St.John - London, Snohetta - Oslo, SANAA - Tokyo, Miller Maranta -
Basel, Meili Peter – Zürich. Sie sind eingeladen, ihre Strategien zum
Klanghaus Toggenburg im Frühling 2010 dem Preisgericht zu präsentieren.
Gehalt und Tiefe der thematischen Auseinandersetzung sowie die
Ausstrahlung im Sinn eines überregionalen Erkennungswertes werden
entscheidende Kriterien bei der Jurierung sein. Der Auftraggeber
beabsichtigt, den Verfasser der vom Preisgericht empfohlenen These mit
der Planung und Ausführung der Aufgabe zu beauftragen.

Einzigartige Chance

Die Regierung des Kantons St.Gallen sieht im Klanghaus eine einzigartige
Chance, das einmalige kulturelle Profil des Toggenburgs zu zeigen, die
Anziehungs- und Ausstrahlungskraft der Region zu stärken und der
Klangwelt Toggenburg Raum zu geben. Das Klanghaus am Schwendisee
oberhalb von Unterwasser soll der wichtigste Ort der Klangwelt
Toggenburg werden: ein einmaliger Anziehungspunkt inmitten der Natur,
für Proben, Aufnahmen, Kurse, für Forschung und Experimente mit einer
exzellenten Akustik und professionellen Aufnahmemöglichkeiten. Rund die
Hälfte der Gesamtfläche von etwa 1’000m2 soll für die Arbeit und
Forschung am Klang genutzt werden: vorgesehen sind ein grosser Klangraum
und drei Kursräume sowie Empfangs-, Verpflegungs- und
Infrastrukturräume. Das Klanghaus soll aber weder öffentliches
Restaurant, noch Hotel, noch öffentlicher Konzertsaal sein.




Wer baut dereinst das Klanghaus an der Stelle des heutigen Seegüetlis am Schwendisee?

Die ArchitektInnen im Detail:

Unter denjenigen Architekten, welche bauliche Praxis und architekturtheoretischen Diskurs parallel verfolgen, gehört der New Yorker Architekt Steven Holl zweifellos zu den weltweit profiliertesten. Zahlreiche Bauten für Museen (zuletzt das 2009 fertiggestellte Knut Hamsun-Museum im norwegischen Hamaroy), Kultur- und Ausbildungsinstitutionen auf der ganzen Welt belegen Holls Rang. Dem Verhältnis von Architektur und Musik gilt seit jeher sein besonderes Interesse. » Details

Das Londoner Architekturbüro Caruso St John hat sich einen Namen gemacht durch den besonders sorgfältigen Umgang mit dem Kontext, sei dieser städtebaulicher-historischer oder sozialer Natur. Auffallend ist darüber hinaus ein ausgeprägtes Interesse daran, "wie Dinge gefügt werden", an der Konstruktion von Architektur. Mit dem Wettbewerbsgewinn für ein Kulturzentrum in Ascona (2007) machten sich Adam Caruso und Peter St John jüngst auch hierzul ande einen Namen. » Details

Miller Maranta Architekten aus Basel haben für ihre ebenso ein fühlsamen wie prägnanten Bauten und Entwürfe breite Anerkennung erhalten. Mit dem Umbau und der Erweiterung der Villa Garbald im Bergell gelang ihnen die Konzeption und Realisierung eines alpinen Seminarzentrums und "Denklabors", welche verschiedene Parallelen zur Bauaufgabe im Toggenburg aufweist. » Details

Die Bauten und Entwürfe der Zürcher Architekten Marcel Meili und Markus Peter finden im In- und Ausland grosse Beachtung. Zu den bekanntesten gehören etwa das "Centre for Global Dialogue" der Swiss Re in Kilchberg oder der Entwurf für das Hardturmstadion in Zürich. Auffallend ist die vertiefte Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung von Architektur und Tragkonstruktion, aber auch das weite Interesse am Gesamtkontext, innerhalb dessen sich Architektur abspielt. » Details (pdf)

Weltweite Anerkennung hat das norwegische Architekturbüro Snohetta jüngst mit dem spektakulären neuen Opernhaus in Oslo erhalten, welches sich rasch als Wahrzeichen und sozialer Brennpunkt etabliert hat. Auch der von Snohetta konzipierte, aufblasbare "Kongsberg Jazz Tubaloon" belegt die originelle und kenntnisreiche Auseinandersetzung mit dem Thema "Architektur für den Klang". » Details

Das japanische Architekturbüro SANAA um Kazuo Sejima und Riyue Nishizawa begeistert und polarisiert mit seinen radikal reduktiven Bauten und Entwürfen. Verschiedene realisierte Projekte im Kultur-, Museums- und Hochschulbereich belegen ihre reiche Kenntnis mit der Materie, so die Design-Schule der Zeche Zollverein im Ruhrgebiet (D) oder das spektakuläre "Rolex Learning Centre" an der EPF in Lausanne, welches dieses Jahr fertiggestellt wird. » Details


Quelle: Baudepartement Kanton St. Gallen, 25.1.2010

» "Im Klanghaus-Wettbewerb misst sich die Spitzenklasse der Architekten" - St. Galler Tagblatt vom 26.1.2010


Klangwellness: Klingende Angebote vom 31. Januar bis 4. März
25. Januar 2010

Toggenburger Lieder und Naturjodel: Gemeinsames Singen im bunt zusammengewürfelten Chor, das Kennenlernen von Kuhreihen und Alpsegen, das Üben von Naturjodel und "Gradhäbe" und das mehrstimmige Erklingenlassen von spontan erlernten Toggenburger Volksliedern ist für alle eine tolle Gelegenheit, mit Gleichgesinnten im Chor zu klingen.

- Dauer: 1 Stunde
- Beginn: um jeweils 20.30 Uhr
- keine Vorkenntnisse
- keine Voranmeldung
- kostenlos für alle Gäste und EinwohnerInnen im Toggenburg

Orte/Daten:
Hotel Hirschen, Wildhaus: jeweils am Dienstag - 2./9./16./23.2./2.3.
Hotel Stump`s Alpenrose, Wildhaus: jeweils am Mittwoch - 3./10./17./24.2./3.3.
Hotel Sternen, Unterwasser: jeweils am Donnerstag - 4./11./18./25.2./4.3.
Hotel Säntis, Unterwasser: jeweils am Sonntag - 31.1./7./14./21./28.2.

Weitere Klangwellness-Angebote für Einzelpersonen nach Voranmeldung: "Klangrelax", "Klangmassage" und "Klangbad für die Sinne"
Informationen und Reservation: Toggenburg Tourismus, kontakt@toggenburg.ch, Tel. 071 999 99 11

Klangblatt 1/2010
01. Januar 2010


12. - 24. Mai 2010: Naturstimmen aus der ganzen Schweiz, Südafrika, Tibet, Russland, Iran, Serbien, Norwegen, Nagaland-Indien, Korsika, Frankreich – und dem Toggenburg ...
03. Dezember 2009

Nun ist es offiziell: Das Programm des Klangfestivals "Naturstimmen", das vom 12. - 24. Mai 2010 in Alt St. Johann zum vierten Mal stattfindet, wurde gestern Mittwoch in der Propstei den Medien vorgestellt: Obertongesänge mischen sich mit russischen Volksweisen, archaische Klänge der Nagas aus Hinterindien mit Toggenburger Naturjodel, "Joik", der lautmalerische Obertongesang der Ureinwohner Lapplands mit südfranzösischen Chansons.

Erneut stehen Chöre aus fernen Ländern und Kulturen gemeinsam mit einheimischen Sängerinnen und Sängern auf der Bühne und musizieren zusammen mit Jodelchören aus dem Toggenburg und dem Appenzellerland. Die Konzerte, so verschieden und doch auch verbindend sie sind, tragen ein fast geheimnisvoll wirkendes Potenzial in sich, die Menschen auf einer tieferen Ebene zu berühren.

Zwischen Auffahrt und Pfingsten finden zehn Konzerte und eben so viele Klangerlebnisse, Workshops und verschiedene (Einführungs-)Referate statt. Und als absolutes Novum in der Schweiz - es ist kaum zu glauben - wird im Rahmen von "Naturstimmen" das erste internationale Jodelsymposium durchgeführt: Den zahlreichen Gemeinsamkeiten und Eigenheiten des Jodelns in den verschiedenen Regionen der Schweiz geht dieses einen ganzen Tag lang auf den Grund.

» Programm Klangfestival "Naturstimmen"
» Download Programmflyer Klangfestival "Naturstimmen"
» Vorverkauf Klangfestival "Naturstimmen"
» 1. internationales Jodelsymposium


Ein paar Fenster öffnen ...
27. November 2009

Liebe Leserin,
lieber Leser

Seit Wochen arbeiten wir am neuen Kursprogramm, das nächste Woche mit dem neuen Klangblatt für die erste Jahreshälfte 2010 vorliegt (und dann im Internet veröffentlicht ist). Wir freuen uns, Ihnen vorab ein paar Leckerbissen bereits heute vorstellen zu dürfen: Das Kursprogramm 2010 umfasst anderthalb Mal so viele Kurse wie im ablaufenden Jahr, und ist reich an spannenden Angeboten, bei denen einige zum ersten Mal im Toggenburg stattfinden, wie z.B. der Klezmer-Kurs der Ausnahmekönner Cookie Segelstein und Joshua Horowitz aus den USA, oder der Percussion-Workshop mit dem international ausgezeichneten Hakim Ludin, oder "TaKeTiNa" mit Cornelia und Reinhard Flatischler. Aber auch Altbewährte und Evergreens laden zu intensiver Auseinandersetzung mit Klang ein.

Viel Freude beim Öffnen der ersten Fenster des neuen Kursprogramms 2010!

Das Titelthema der aktuellen Ausgabe des deutschen Magazines "raum& zeit" ist "Schwingende Welten: Warum Klang heilen kann." Wir konnten mit dem Verlag vereinbaren, Ihnen - als Abonnent/Abonnentin des Newsletters - einen exklusiven Sonderdruck zur Verfügung zu stellen, den Sie hier per E-Mail (ohne weitere Angaben) bei "sonderdruck@klangwelt.ch" bestellen können.

Klangvolle Grüsse - und eine stimmungsvoll s(ch)wingende Adventszeit!

Andreas B. Müller
Geschäftsleiter KlangWelt Toggenburg

Konzerttipps:
19. November 2009

• Zusammen mit dem Chorprojekt St. Gallen erarbeitet der Toggenburger Komponist und Musiker Peter Roth seit mehr als zwanzig Jahren fast jährlich ein neues Konzertprogramm. Die Kritiken der letztjährigen Produktion waren voll des Lobes. Nun wird das Stück mit dem Titel «Sankt Nimmerleinstag» nochmals aufgeführt. Es vereint Musik von Johann Sebastian Bach und Texte von Bert Brecht und Andreas Gryphius zu einem eindrücklichen Gesamtkunstwerk. Die erste Vorstellung vom 8. November in St. Gallen-St. Georgen war ein grosser Erfolg. Nun finden die beiden letzten Konzerte statt:

- Sa, 21. November, 20.15h in Ebnat-Kappel - Evangelische Kirche Kappel
- So, 22. November, 17h in Goldach - Evangelische Kirche

Abendkasse ist eine Stunde vor Konzertbeginn. » Details: www.chorprojekt.ch

* * *

Adventskonzert: Lieder aus St. Johanner Wienacht, Wiehnachtsblues, Jodellieder und Gospel mit:
- Evangelischen Kirchenchor Alt St. Johann unter der Leitung von Peter Roth
- Gesangsgruppe des Chorleitungskurses von KlangWelt Toggenburg

Fr, 4. Dezember, 20.15 Uhr in Alt St. Johann - Evangelische Kirche
Türöffnung 19.15 Uhr, Kollekte

* * *

"Mit Sang und Klang" - unter der Leitung von
Peter Roth mit Jodelclub Säntisgruess, Churfirstenchörli, - beiden
Kirchenchören, Orig. Toggenburger Streichmusik und Daniel Kasztura

So, 27. Dezember, 20.15 Uhr in Alt St. Johann - Katholische Kirche
Türöffnung 19.15 Uhr, Kollekte für Klangschmiede

Einstieg als Manager des Aufbruchs
13. November 2009

Angesichts neuer grosser Projekte hat sich Klangwelt Toggenburg eine professionelle Organisationsstruktur gegeben. Dazu hat der Verein Klangwelt als Strategieorgan den Projektmanager Andreas B. Müller zum Geschäftsleiter bestimmt. Im Toggenburger Tagblatt zieht er eine Halbjahresbilanz.

Herr Müller, Sie sind seit einem halben Jahr Geschäftsleiter von Klangwelt
Toggenburg. Können Sie ein erstes Resümee ziehen?


Andreas B. Müller: Ich schätze mich glücklich, dass ich in diesem
gewachsenen und sich kontinuierlich entwickelnden Projekt, das sowohl
geistig-spirituell wie auch bodenständig und erdig ist, eine koordinierende und
mitgestaltende Rolle einnehmen darf. Meine breite Erfahrung als Projektmanager
und Geschäftsleiter, meine Affinität zur Kultur und da vor allem zur Worldmusic
und mein Wunsch, bei einem sinnvollen Projekt mitzuwirken, kommen bei Klangwelt
voll zum Tragen. Was mich fasziniert, ist der Umstand, dass ich in einer Phase
dabei bin, in der sich vieles verändert. In verschiedenen Projekten stieg ich
schon in meiner Berufsvergangenheit oft im Moment des Aufbruchs ein und konnte
mich als Change Manager einbringen.

Sehen Sie die bisherige Freiwilligenorganisation auf dem Weg zur
Professionalisierung?


Andreas B. Müller: Nach wie vor lebt Klangwelt Toggenburg primär von der
Unterstützung der vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund und den
Mitgliedern des Fördervereins. Dass die schrittweise Verbreiterung des Angebotes
auch mehr bezahlten Koordinationsaufwand bedeutet, liegt in der Natur der Sache.
Professionalität ist für mich aber vielmehr eine Einstellungssache, und diese
war immer schon hochprofessionell.

Können Sie die neue Organisationsstruktur in Worten kurz umreissen?

Andreas B. Müller: Generell gesagt hat der Verein Klangwelt als
Vorstand die strategische Verantwortung und ich bin für die operative Umsetzung
zuständig. Anstelle der bisherigen fünfköpfigen nebenamtlichen Geschäftsleitung
wurde ich als hauptamtlicher Geschäftsleiter mit einem Pensum von sechzig
Prozent angestellt. Mir angegliedert ist die Geschäftsstelle, die von der
bisherigen Leiterin Bernadette Ebneter weiterhin geleitet wird. Als beratendes
Gremium steht mir die Resonanzgruppe zur Seite, in der neben Bernadette Ebneter,
der Initiant Peter Roth, der künstlerische Leiter Festivals und Kurse Stephan K.
Haller, der künstlerische Leiter Klangweg und Klangwellness Berndt Vogel sowie
Christine Bolt als Vertreterin von Toggenburg Tourismus und nach Bedarf alle
Vorstandsmitglieder Einsitz haben. Mit der Gründung der Stiftung Klangwelt
Toggenburg im Zusammenhang mit dem geplanten Klanghaus am Schwendisee wurde eine
neue Organisation aufgebaut. Derzeit prüfen wir, welche Aufgaben auf welcher
Ebene künftig zugeordnet sind.

Welches sind Ihre Hauptaufgabengebiete?

Andreas B. Müller: Ich zeichne mich für die Umsetzung und
Weiterentwicklung der Projekte und darin für alle Bereiche verantwortlich. Bei
der Klangschmiede bin ich Projektleiter, bei den Festivals hingegen begleite ich
den Verantwortlichen als Coach und Controller. Die Aufgaben sind äusserst
vielschichtig und umfassen Konzeption, Ausführung, Beratung, Marketing und
Kommunikation.

Welches sind die finanziellen Standbeine?

Andreas B. Müller: Das Budget ist sehr knapp. Die Ziele aber hoch.
Etwa siebzig Prozent der Einnahmen erwirtschaften wir durch die Kurse, Festivals
und andere Veranstaltungen, knapp dreissig Prozent sind Beiträge aus Sponsoring,
von Gemeinden und der kantonalen Kultur- und Wirtschaftsförderung sowie vom
Förderverein Klangwelt Toggenburg, der kürzlich sein 1000. Mitglied aufnahm. Ein
grosser Teil der durch unsere Aktivitäten generierten Einnahmen kommen nicht
Klangwelt Toggenburg direkt zugute. Beim Klangweg beispielsweise profitieren die
Bergbahnen und Gastrounternehmen.

Können Sie für die breitgefächerten Tätigkeitsfelder immer genügend
Fachkräfte finden und motivieren?

Andreas B. Müller: Ich schätze es sehr, mit einem Team von äusserst
kompetenten und motivierten Menschen zusammenwirken zu dürfen und habe keinerlei
Bedenken, auch bei steigendem Arbeitsvolumen die nächsten Herausforderungen mit
den genau richtigen Partnern angehen zu können. Die Vernetzung des Teams ist
dabei wichtig, und gleichzeitig die innere Verbundenheit zum Thema Klang in
seiner ganzen Spannweite.

Was geschieht im Moment bei Klangwelt bezüglich des Klanghauses?

Andreas B. Müller: Klangwelt kann im Moment nichts unternehmen. Die
weitere Entwicklung liegt beim kantonalen Baudepartement, das bekanntlich eine
Thesenkonkurrenz ausgeschrieben hat. Die Jurierung der eingereichten Arbeiten
findet voraussichtlich Mitte April 2010 statt.

Ist anzunehmen, dass die Festivals dereinst im Klanghaus stattfinden werden?

Andreas B. Müller: Nach heutigem Stand ist es nicht vorgesehen,
Konzerte mit 500 Besuchern im Klanghaus durchzuführen. Auch wenn die einmalige
Lage am Schwendisee für ein Festival eine wundervolle Kulisse bieten würde,
müsste für Konzerte mit hoher Beteiligung die entsprechend grosse Infrastruktur
vorhanden sein, was der heutigen Idee des Klanghauses widerspricht. Aber ich
will auch nicht vorgreifen und bin gespannt, welche Überraschungen die
Thesenkonkurrenz möglicherweise offenbaren wird.

Was bedeutet die Nichtwahl von Alois Ebneter als neuer Gemeindepräsident von
Wildhaus-Alt St.?Johann, der unter anderem Präsident des strategiegebenden
Vereins Klangwelt ist?

Andreas B. Müller: Dazu kommt mir zuerst das alte Gebet: Gib mir
Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und schenke mir die Weisheit, das eine vom
anderen zu unterscheiden, in den Sinn. Das obere Toggenburg verliert mit der
Nichtwahl eine unschätzbare treibende, politische Kraft, die neben der
Wirtschaftlichkeit auch die Menschlichkeit stark gewichtet. Alois Ebneter ist
bei Klangwelt Toggenburg nach wie vor im Amt und wird sich zum gegebenen
Zeitpunkt entscheiden, in welche Richtung er sich bewegen wird. Dann ist es auch
soweit, um über mögliche Folgen zu debattieren. Aber wie schon gesagt: Klangwelt
Toggenburg ist sehr breit abgestützt und an verschiedenen Orten gut verankert,
dass auch ein Sturm die Grundfeste nicht gefährdend erschüttern kann.

Wie ist der Stand beim Projekt Klangschmiede?

Andreas B. Müller: Hier warten wir auf die Baubewilligung, die in den
nächsten Tagen eintreffen sollte, und beginnen dann mit dem Innenumbau. Die
geplante Aussenrenovation muss auf den kommenden Frühling verschoben werden. Die
Eröffnung ist auf den nächsten Sommer geplant.

Wie ist das Projekt Klangwellness angelaufen?

Andreas B. Müller: Bei Klangwellness handelt es sich um ein
Pionierprojekt: Klang im Zusammenhang mit Entspannung und Erholung als
touristisches Projekt in einer Bergregion zu lancieren, braucht viel Mut,
Umsetzungskraft und Zeit. Nach dem Start konnten wir erste konkrete Erfahrungen
sammeln, die wir nun auswerten. Grundsätzlich ist die Idee von Klangwellness,
wie auch das internationale Medieninteresse zeigt, positiv aufgenommen worden.
In der nächsten Phase schärfen wir die konkreten Angebote und arbeiten an deren
Vermittlung. Wir prüfen, wie wir Resonanz im Markt erzeugen können, welche
einerseits die Grundidee von Klangwelt Toggenburg mitträgt und gleichzeitig neue
Gäste in die herrliche Gegend lockt.

Gibt es neue Projekte?

Andreas B. Müller: Natürlich haben wir immer wieder neue Ideen.
Klangwelt Toggenburg ist langsam gewachsen, was ihr einen sicheren Stand gibt.
Im Moment gibt es mit der Klangschmiede, mit Klangwellness und der starken
Erweiterung des Kursangebotes genügend Baustellen, dass eine weitere keinen Sinn
macht. Im Detail hingegen wie beispielsweise beim Naturstimmenfestival, das im
kommenden Mai wieder stattfindet, arbeiten wir im Hintergrund an der
Verfeinerung und an Erweiterungen, die heute aber noch nicht spruchreif sind.


Interview: Michael Hug

 

© Toggenburger Tagblatt vom 13.11.2009 - Nachveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Hinreissende Klänge und erstklassige Musik
20. Oktober 2009

Zweites Instrumentalfestival «Saitenwind» im Toggenburg war künstlerisch ein voller Erfolg.

Musiker wie Noldi Alder, Bettina Boller, Albin Brun, Tobias Preisig und Dani Häusler sorgten für aussergewöhnliche Konzerte. Besonderer Höhepunkt war das Schlusskonzert mit den vereinten Formationen. Das Publikum war begeistert, die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz.


Foto: Stephan K. Haller

«Auf die Aufführung am Sonntag freue ich mich ganz speziell», sagte der künstlerische Leiter, Noldi Alder, schon Wochen vorher. «Denn das Schlussbouquet verspricht musikalisch viel frischen Wind und neue Klänge.» Das imposante Konzert in der gut besetzten katholischen Kirche war denn auch ein besonderer Höhepunkt, der Musikerinnen und Musiker, wie auch die Gäste begeisterte. Klanglich bot die für diesen Festival-Schlusspunkt zusammenstellte Gruppe Einmaliges und unterstrich die Absicht des Festivals, «in allem die Volksmusik wiederzufinden und sie so neu aufzuarbeiten», konzentriert und begeisternd Fast eintausend Gäste verzeichnete das zweite Instrumentalfestival «Saitenwind» von KlangWelt Toggenburg in den verschiedenen Kursen, Konzerten, Workshops, Vorträgen, Führungen usw. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz, wenn auch in den einzelnen Konzerten noch mehr Zuhörerinnen und Zuhörer Platz gefunden hätten. Die anwesenden Gäste gaben durchwegs positive Kommentare.

Das nächste Festival von KlangWelt Toggenburg – «Naturstimmen» – findet vom 12. bis 24. Mai 2010 in Alt St. Johann statt. Der Zeitpunkt für das nächste Festival «Saitenwind» ist noch nicht bestimmt.

«Der Kopf hat nichts mehr zu sagen» (Saitenwind-Kritik im Toggenburger Tagblatt)
19. Oktober 2009

WILDHAUS. Mit einem imposanten Schlusskonzert ist gestern das zweite Saitenwind-Festival in Alt St. Johann zu Ende gegangen. Es bot Klassisches, Volkstümliches und Jazziges in konzentrierter Form.

MICHAEL HUG

Hin- und hergerissen wurde jener Besuchende, der alle Konzerte und vielleicht sogar noch einen der in Wildhaus stattfindenden Kurse besuchte. Hier Volksmusik, da Jazz, hier Bewährtes, da Neues, hier Steifes, da Schräges. Beim samstäglichen Konzert mit dem Kaleidoscope String Quartett wurde klar, wie weit der Bogen des Verbindenden bei der Volksmusik gespannt werden kann.


Albin Brun mit seinem NAH Trio (Foto: Michael Hug)

Wer in den schier wahnwitzigen Hetzjagden über die Geigensaiten von Tobias Preisig und Simon Heggendorn noch Reste von Traditionellem wiederzuerkennen fähig war, muss ein toleranter Musikversierter sein oder am besten gleich Noldi Alder heissen. Preisig wird – zu Recht – als aufstrebendes Talent beschworen – im Jazz zwar, nicht in der Volksmusik.

Doch Jazz auf der Geige zu zelebrieren, mit dem Fehlen von prägenden Basslinien und Schlagzeug, braucht besonderes Interpretationstalent und wohl auch viel Phantasie. «Solche Musik kann man nur noch als Gefühl geniessen, der Kopf hat dabei nichts mehr zu sagen», bemerkte eine begeisterte Zuhörerin am Schluss des Konzerts.

Der Kopf hat nichts zu sagen
Begeisterung – es ist wohl das bemerkenswerteste Stichwort des zweiten Saitenwind-Festivals. Begeisterung in Form von stehenden Ovationen wurde allen Auftretenden zuteil, seien es die klassische Violinistin Bettina Boller, der hochemotionale Geiger Tobias Preisig oder der Volksmusik-Tüftler Albin Brun mit ihren Formationen. Als zweites Stichwort ist der Humor zu nennen. Bei aller Intensität und Schräge des Gebotenen blieb die Ironie nicht auf der Strecke.

Dazu trug sicher der Intendant des Festivals, Noldi Alder, mit seinen träfen Bemerkungen zu Beginn jedes Konzerts bei.

Aber auch die Künstler selber sind beileibe nicht derart stur und steif auf ihre Noten behaftet, wie es ihr Auftreten bisweilen beweisen wollte. Marc Unternährer trug mit seiner brabbelnden Tuba zur guten Stimmung ebenso bei wie sein Bandleader Albin Brun, der zu fast allen seinen Stücken eine phantasievolle Geschichte zu erzählen und mit Stücken wie der «Mazurkatastrophe» zu unterhalten wusste.

Keine Ländlerseligkeit
Weit weg von der Ländlerseligkeit also, exakt der Absicht Noldi Alders entsprechend: «Wir müssen in allem die Volksmusik wiederfinden und sie so neu aufarbeiten.» Diesem Gedanken am nächsten kamen die Teilnehmer der viertägigen Kurse bei Bettina Boller, Tobias Preisig, Noldi Alder und Dani Häusler, dem Innerschweizer Klarinettisten. Sie erlebten mit den Mitteln der Improvisation Momente der Erkenntnis, wie das nun gemeint ist mit den volksmusikalischen Wendungen in aller Musik.

Der Zuschauende beziehungsweise Zuhörende, wurde eher allein gelassen. «Jedes einzelne für sich genommen ist es schwer verständlich, wie die fünf Konzerte ins Konzept passen», sagt auch KlangWelt-Geschäftsleiter Andreas Müller. Demzufolge wolle man die Ideen einer weitergehenden Moderation, eines Referats oder eines Symposiums für das nächste Festival eingehender diskutieren.

Enttäuschende Resonanz
Rund 700 Zuschauende haben die fünf Konzerte, die über zwei Wochenenden verteilt waren, sowie die musikalischen Intermezzi in Wildhaus erlebt. Für die Konzerte hat man mehr Resonanz erwartet. Der Blick in die meist volle evangelische Kirche in Alt St. Johann täuschte: Eigentlich waren alle Auftritte in der doppelt so grossen katholischen Kirche vorgesehen. Diese war aber nur beim gestrigen Schlusskonzert gut besetzt. Andreas Müller meint dazu: «Wir müssen uns Gedanken machen, wohin es gehen soll. Grösser und kommerzieller oder klein und fein.» Doch das Festival selbst steht nicht zur Debatte: «Es wird auch in zwei Jahren wieder stattfinden.» Mit diesem letzten – für Müller als Geschäftsleiter jedoch ersten – Grossanlass geht die KlangWelt-Saison 09 zu Ende. «Unser Augenmerk liegt nun auf der Klangschmiede, wo wir demnächst die Baubewilligung erwarten und die wir nächsten Sommer eröffnen wollen.»

» Quelle: Toggenburger Tagblatt vom 19. Oktober 2009
» Kommentar von Michael Hug/Toggenburger Tagblatt: Ein frischer Wind im Tal
» Werdenberger & Obertoggenburger: «Saitenwind»-Musik hat begeistert




Ausstellung Tierglocken aus aller Welt in Alt St. Johann
18. Oktober 2009

KlangWelt Toggenburg zeigt in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Alt St. Johann vom 4. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2009 die Sammlung Daub mit über 200 Tierglocken aus aller Welt in der Propstei Alt St. Johann. Die umfassende Schau spricht ein breites Publikum an, von jung bis alt, vom Bauern der Umgebung bis zum Weltenbummler. Nur eines muss der Besucher mitbringen: Interesse an Tier und Mensch.



«…nur Fische tragen keine Glocken…»
Nicht nur über die Gipfel der Alpen erschallt verschiedenstes kunstvolles Geläut; es schellt, scheppert, bimmelt und klingelt rund um den Globus und dies quer durch alle Zeiten. Mesopotamische Reitervölker haben bereits um 1000 v. Chr. ihre Pferde mit Glöckchen geschmückt. So tun es auch die Sennen noch heute, wenn sie die Leitkuh für den prachtvollen Alpauf- oder –abzug mit der mächtigsten Glocke herausputzen. Schwarze Walliser Eringer-Kühe tragen genauso Glocken wie kongolesische Hunde, Jagdfalken ebenso wie asiatische Elefanten oder peruanische Lamas. Seit jeher war es dem Menschen ein Bedürfnis, seine Tiere durch Schellen, Glocken und Rollen zu kennzeichnen oder sie vor bösen Geistern zu schützen.

Sammlung Daub
Auf ausgedehnten Bergtouren ist Rudolf Daub manchmal seiner Frau Frieda davongelaufen. Da schenkten ihre Kinder jedem eine Glocke, damit sie sich durch den Klang immer wieder finden können. Dies war der Beginn der Sammelleidenschaft des Ehepaars Daub. In über 30 Jahren haben sie über 500 Glocken, Schellen und Rollen zusammengetragen. Sie interessierten sich nicht nur für gegenwärtige und antike Glocken aus Europa, sondern auch für solche aus Asien, Afrika und Amerika. So finden sich heute in ihrer Sammlung römische und byzantinische, westeuropäische und alpenländische Glocken Seite an Seite mit solchen aus den versunkenen Reichen der Maya und Azteken, dem fernen China und dem verzauberten Afrika.

Die Ausstellung «Tierglocken aus aller Welt» war im ersten Halbjahr 2009 im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen erstmals in der Schweiz zu sehen und wandert nun bis am 31. Dezember nach Alt St. Johann in die Propstei.

Öffnungszeiten:
Die Ausstellung wird jeweils Samstag und Sonntag von 14 – 17 Uhr geöffnet sein. Besichtigungen und Führungen ausserhalb der Öffnungszeiten werden auf Anfrage durchgeführt (Kontakt: Stefan Gubler, Propstei Alt. St. Johann, Tel.: 076 360 23 58, E-Mail: kloster@sanktjohann.ch, Web: http://www.sanktjohann.ch).

» Video-Trailer auf art-tv.ch
» Webseite Sammlung Daub
» Webseite Propstei Alt St. Johann

Saitenwind bringt viel frischen Wind
15. Oktober 2009

Mit einem fulminanten Konzert der Gruppe «Stegreif GmbH» ist das Festival «Saitenwind» am letzten Sonntag gestartet. Die Intermezzi sind gut besucht und in den Kursen wird intensiv gearbeitet. Am kommenden Wochenende finden weitere Konzerte und ein attraktives Rahmenprogramm statt.

Noldi Alder, Tobias Preisig, Albin Brun und Bettina Boller versprechen ein vielfältiges und mitressendes zweites Festivalwochenende in Alt St. Johann/Toggenburg Zusammen mit ihren Formationen treten sie anlässlich des Festival «Saitenwind» auf und werden für besondere musikalische Momente sorgen. Am Freitag- und Samstagabend stehen die Formationen einzeln auf der Bühne, am Sonntagnachmittag um 17 Uhr werden alle Gruppen und Solisten für das grosse, gemeinsame Schlusskonzert erwartet. Daneben laden die Organisatoren zu einem attraktiven Rahmenprogramm mit einem Konzert/Workshop von Oliver Lüttin (siehe Foto), einer Führung durch die Propstei und einem Vortrag über den «Gesang der Schellen» mit Peter Roth.

Mit dabei ist beispielsweise der bekannte Musiker Tobias Preisig. Der 28jährige Geiger des Kaleidoscope String Quartetts, trat letztes Jahr am Montreux Jazz Festival und am Jazz Festival Willisau und in diesem Jahr als Solist beim Jazzaar und mit George Gruntz am Menuhin Festival in Gstaad auf. Mit seinem jungen Quartett spielt er neue, an Jazz und Rock orientierte Musik arrangiert für ein klassisches Ensemble ein mitreissendes Konzertprogramm. Kaleidoscope String Quartett sind Tobias Preisig (Violine), Simon Heggendorn (Violine), David Schneebeli (Viola), Bruno Fischer (Cello). «Tobias Preisig hat Starpotential», schrieb die Aargauer Zeitung und der Tagesanzeiger titelte «Ein sensationeller Paganini»

Enormes Sehnsuchtspotential
Albin Brun beschränkt sich mit «albin brun`s NAH trio» für einmal ausschliesslich auf das Schwyzerörgeli, dessen Klangfarbe mit seinem enormen Sehnsuchtspotential ans Bandoneon erinnert. Darum eignet es sich – neben den schnellen Tänzen – auch überaus gut zum Spielen von langsamen getragenen Melodien, wie sie sonst auf diesem Instrument nicht eben üblich sind. Unterwegs ist Brun mit zwei langjährigen Freunden: Der Tubist Marc Unternährer und der Schlagzeuger Andy Aegerter. Musikalisch verblüffend und umwerfend.

Preisträgerinnen
Die Geigerin Bettina Boller hat sich seit ihrer Kindheit als eigenwillige und ausdrucksstarke Musikerpersönlichkeit profiliert und konzertierte als Solistin und Kammermusikerin in den meisten Ländern Europas und in den USA. Nach Wildhaus kommt sie zusammen mit der Pianistin Stefka Perifanova. Diese studierte an der Musikakademie Sofia und ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe u.a. Edward-Tchumi-Preis für das beste Solistendiplom des Jahres, und Erstpreisträgerin des Concurso Internacional de Musica da Ciudade do Porto.

Gemeinsames Konzert als grosser Schlusspunkt
«Auf das Konzert am Sonntag freue ich mich ganz speziell», sagt Noldi Alder. Denn die Konzerte versprechen musikalisch viel frischen Wind und neue Klänge. Hingehen lohnt sich!

«Wir holen gute Musiker herauf»
13. Oktober 2009

Michael Hug, Toggenburger Tagblatt. Mit stehender Ovation zum Konzertschluss ist am Sonntagabend in Alt St. Johann das zweite Saitenwind-Festival eröffnet worden. Die junge Formation «Stegreif GmbH» erzeugte viel Erwartungsspannung für das kommende Wochenende.

«Stegreif GmbH» hiess der Opener des zweiten Saitenwind-Festivals. Doch Stegreif ist das falsche Synonym für die sechs jungen Innerschweizer. «Stegreif», also spontan aus dem Bauch heraus, geht bei «Stegreif GmbH» gar nichts. Es ist alles bis auf die letzte Note arrangiert und präsentiert, Improvisation hat keinen Platz. Wohl aber Phantasie – zumindest die der Arrangeure in dieser Formation.

» mehr ...

Ein fulminanter Saitenwind-Auftakt - die spannenden Schnittstellen zwischen Tradition und Innovation.
12. Oktober 2009

Liebe Leserin, lieber Leser

„Ein fulminanter Saitenwind-Auftakt“ titelt die Zeitung Werdenberger & Obertoggenburger am Montag auf der Frontseite. Auch bei uns klingt das tolle Auftakt-Konzert der Stegreif GmbH vom Sonntag-Abend noch nach. Der gelungene Start macht Lust auf mehr. Dürfen wir Sie zur Saitenwind-Entdeckungsreise einladen?

Wenn zum Beispiel der Zürcher Spitzen-Geiger Tobias Preisig und seine Kollegen die ganze Woche zu den halbstündigen Intermezzi einladen, darf man getrost Unerwartetes erwarten.

Wenn am Samstag das Trio von Albin Brun eine fetzige Strassenmusik zwischen Volksmusik und Jazz darbietet, werden Grenzen gesprengt und neue Klangerfahrungen erlebbar. Wenn der Baumkünstler Oliver Lüttin am Samstag und Sonntag seine einzigartigen Holz-Instrumente vorstellt, darf mitgespielt und experimentiert werden.

Saitenwind beschwingt – mit einer interessanten Mischung aus Volksmusik, Klassik und Jazz. Erleben Sie mit uns spannende Schnittstellen zwischen Tradition und Innovation. Das genaue Festivalprogramm entnehmen Sie diesem Newsletter oder unserer Website.

Herzlich willkommen zu goldigen Herbststunden im Toggenburg.

Andreas Roth
OK-Präsident

Noldi Alder
Künstlerischer Leiter


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Swingend, mitreissend und überraschend: Das Saitenwind-Instrumentalfestival
07. Oktober 2009

Liebe Leserin, lieber Leser

Ich lade Sie herzlich ein, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, und sich auf das diesjährige Programm einzustimmen, das nicht "laut" daherkommt, sondern vielmehr im Stile von Ina Deter`s Rock-Klassiker "Frauen kommen langsam - aber gewaltig"... Welche musikalischen Juwelen Noldi Alder, der künstlerische Leiter des Festivals, zusammengestellt hat, wird dann sicht- oder vielmehr hörbar, wenn das Ohr dem Dschungel der Alltagsgeräusche entkommen ist und sich auf frische, überraschende und mitreissende Kompositionen und Klänge einstellt.

Ich freue mich sehr, Sie am 2. Saitenwind Instrumentalfestival persönlich begrüssen zu können!

Klangvolle Grüsse

Andreas B. Müller
Geschäftsleiter KlangWelt Toggenburg

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Die Programmhighlights:


Wussten Sie, dass Tobias Preisig, der 28jährige Geiger des Kaleidoscope String Quartets, letztes Jahr am Montreux Jazz Festival und am Jazz Festival Willisau und in diesem Jahr als Solist beim Jazzaar und mit George Gruntz am Menuhin Festival in Gstaad aufgetreten ist? Mit seinem jungen Quartett spielt er neue, an Jazz und Rock orientierte Musik arrangiert für ein klassisches Ensemble: Ein mitreissendes Konzertprogramm.

Kaleidoscope String Quartet: Tobias Preisig (Violine), Simon Heggendorn (Violine), David Schneebeli (Viola), Bruno Fischer (Cello)

> Samstag, 17. Oktober, 21.30 Uhr

"Den grössten Applaus erhielt aber Geiger Tobias Preisig: So muss die Jazzgeige heute klingen. Tobias Preisig hat Starpotential." (Aargauer Zeitung vom 20.4.2009)

"...ein sensationeller Paganini..." (Tagesanzeiger vom 11.8.2008)



» mehr Programmdetails

Toggenburg - Das Magazin von internetTV.ch (Ausgabe Sept. 09)
29. September 2009


Das internetTV-Magazin im September mit diesen Themen:

Tourismus: Klangwellness - So tönt Erholung
Wirtschaft: Meyer- Mayor AG - Spitzenqualität aus dem Toggenburg
Sport: Schwingen - Zu Besuch beim Schwingclub Wattwil
Kultur: Krimitage in Lichtensteig - "Angst, Haas und Seitensprung" im Freilichttheater

» Link zum Magazin bei internetTV.ch

Saitenwind Instrumentalfestival: Ohne Erwartungen einfach nur zuhören…
15. September 2009

Fünf Konzerte im Toggenburg. Es ist leicht, als Zuhörer die vier ersten Konzerte voneinander zu unterscheiden; Die Stegreif GmbH, das Duo Boller/Perifanova, Albin Brun`s NAH TRIO und das Kaleidoscope String Quartett drücken ihre Leidenschaft auf ihre ganz eigene Art aus und trotzdem kann man von nahen Verwandtschaften sprechen: Volksmusik, Swing und Klassik ist angesagt. Das Schlusskonzert am Sonntag wird dann von allen Ensembles gemeinsam bestritten, und ein von mir bearbeitetes traditionelles Toggenburgerlied erklingt in der Kath. Kirche Alt St. Johann zum ersten Mal.

Vier Premieren mit den kostenlosen Intermezzi: Bettina Boller, Tobias Preisig, Dani Häusler und ich werden uns als SolistenInnen an vier Abenden je für eine halbe Stunde jeweils ab 18.30 Uhr in der Ref. Kirche in Wildhaus mit unserem Instrument auseinandersetzen. Man darf gespannt sein auf dieses Experiment: es kann durchaus sein, dass einer übt, die Andere konzertiert und der Dritte sein Instrument reinigt… Ich freue mich einmal mehr, ohne Erwartungen den MusikerInnen zuzuhören!

Früher ging ich in die Geigenstunde. Heute übe ich manchmal ganze Tage. Wie aber gestaltet (übt) man einen ganzen Tag an einem Instrument? Solche Tage bereite ich genauestens vor, wobei ich immer einen Teil der Improvisation widme. Bei meinem viertägigen Kurs „Klassik und Volksmusik“ arbeiten wir anhand von Beispielen an dieser Entwicklung. Zusätzlich studieren wir einfache Tänze in Gruppen ein. Dani Häusler, Tobias Preisig und ich werden als Leiter mit den Teilnehmenden mit Basismaterial arbeiten, denn allzuoft wird in einem Lehrgang diese wichtige Materie verlassen.

Allen mutigen SpielerInnen und ZuhörerInnen wünsche ich eine spannungs- und abwechsungsreiche Zeit beim 2. Saitenwind Instrumentalfestival im Toggenburg!

Noldi Alder

Noldi Alder aus Urnäsch, Vertreter der vierten Generation der Appenzeller Volksmusik-Dynastie Alder, ist als Volksmusiker seit 45 Jahren aktiv und arbeitet seit 1996 als freischaffender Musiker in den Bereichen Klassik, Volksmusik, Salonmusik, Komposition und Arrangement. Nach einem klassischen Violinstudium und dem Erwerb des Lehrdiploms SMPV beteiligte er sich in den letzten Jahren an mehreren Projekten (beispielsweise dem Appenzeller Quintett) und trat als Komponist für Volksmusik und als Erneuerer des traditionellen Naturjodels in Erscheinung. Noldi Alder ist der 1. Kulturpreisträger des Kantons Appenzell Ausserrhoden (2008) und künstlerischer Leiter des Saitenwind Instrumentalfestivals im Toggenburg.

(Foto: art-tv.ch)

» Link zum Newsletter vom 15. September 2009

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Newsletter vom 15. September
15. September 2009

Inhalt:
- Noldi Alder - Saitenwind Instrumentalfestival: Ohne Erwartungen einfach nur zuhören...
- KlangWelt Toggenburg am St. Galler Genusstag am Samstag, 19. September von 10 bis 17 Uhr in der Marktgasse in St. Gallen
- Instrumentalfestival Saitenwind - mitreissende Klänge zwischen Klassik und Volksmusik: 11. bis 18. Oktober in Wildhaus und Alt St. Johann
- Klangwellness: Bis Ende November mit einem Kennenlern-Rabatt testen!
- Ausstellung "Tierglocken aus aller Welt": ab 4. Oktober bis Ende Jahr in der Propstei in Alt St. Johann
- Neuigkeiten zum Klanghaus: Internationale Thesenkonkurrenz ausgeschrieben
- "Klangpanorama": Klingender Silberling aus dem Toggenburg
- Freie Plätze bei ausgewählten Klangkursen
- Termine

» Link zum Newsletter vom 15. September 2009

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Samstag, 22. August: Klangwellness-Tag in Unterwasser
23. Juli 2009

Nutzen Sie am Samstag, 22. August mit dem Klangwellness-Tag in Unterwasser die einmalige Gelegenheit, Klangwellness zu erleben und eine Klangprobe für Entspannung und Erholung zu nehmen.

Programm

Samstag, 22. August 2009
9.00 bis 17.00 Uhr


Sich informieren und Klangwellness erleben. Vertreter und Fachpersonen von Hotels, der Organisationen KlangWelt Toggenburg und Toggenburg Tourismus stehen für Auskünfte bereit.

>b>· Geführte Klangwellness-Rundgänge
· Besichtigung der Klangwellness Hotels Sternen und Säntis in Unterwasser
· Infostände KlangWelt, Toggenburg Tourismus und Klangwellness Hotels
· Entspannung auf der Klangrelax-Liege

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Besichtigungen
Neben dem Klangweg sind es vor allem die Angebote in den Klangwellness Hotels, die mit Klangrelax, Klangraum und Klangaqua für unvergleichliche Erfahrungen und einzigartige Entspannungsmöglichkeiten sorgen. Überzeugen Sie sich vor Ort und machen Sie an den Klangwellness-Tagen kostenlos Ihre ersten Erfahrungen.

· Hotel Säntis: Klangraum, Klangaqua, Klangrelax
· Hotel Sternen: Klangraum, Klangrelax

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Kostenlose Kurse und Vorträge
Wieso ist Klang heilsam und wohltuend? Erfahren Sie die Wirkung des Klangs an den Klangwellness-Tagen. An einem der zahlreichen Kurse und Vorträge:

· Jeweils 9 Uhr, 10 Uhr und 11 Uhr
Alles klingt: der Bach, die Blätter, der Wind, das Leben selbst. Klang ist Energie. Vortrag von Peter Roth.

· Jeweils 10 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr
Im Naturjodel zu sich selbst finden, zur inneren Mitte. Naturjodelkurs mit Hans-Jakob Scherrer.

> Download Programm Klangwellness-Tag (pdf)



"Klangweg" auf Radio DRS: Ratgeber zum Anhören.
20. Juli 2009

Ein Zaun aus Metallflöten, ein Zugspecht, der seine Trommelwirbel klopft, Flipperkästen mit Glocken - dies ein paar der Instrumente auf dem Klangweg Toggenburg. Die Klänge der Instrumente mischen sich mit den Kuhglocken und dem Gesang der Vögel. Jeder kann auf den Instrumenten spielen und seine ganz eigene Musik machen. In der Stille des Toggenburgs kommen die Klänge optimal zur Geltung, und die Instrumente trotzen jedem Wetter. Der Klangweg Toggenburg ist von Juni bis Oktober offen und eignet sich für alle Altersgruppen.

> DRS-Ratgeber "Klangweg" zum Anhören

Quelle: Radio DRS-Ratgeber; Der «Ratgeber» ist Lebenshilfe für Menschen von heute. Er gibt Tipps und informiert über Themen, die im Alltag beschäftigen. Er soll anregen, aufklären und motivieren etwas Neues auszuprobieren.
Sendung vom 18.07.09, 13:00 Uhr, www.drs1.ch


Saitenwind-Festival 2009: Vielseitiges Programm - Vorverkauf eröffnet.
18. Juni 2009

Nach der erfolgreichen Erstausgabe im Jahr 2007 präsentiert sich Saitenwind dieses Jahr noch vielfältiger. Der Künstlerische Leiter Noldi Alder aus Urnäsch hat für die vier Konzerte viele interessante Musiker eingeladen. Bei den verschiedenen Anlässen können Sie sich mit den reichen Facetten der Instrumentalmusik auseinandersetzen und klangvolle Momente geniessen.


Detailprogramm zum downloaden (pfd)

> Programm
> Vorverkauf
> Allgemeine Informationen
> Sponsoringpartner


Sommerausgabe des Klangblattes ist erschienen.
17. Juni 2009

«Alles schwingt, darin sind sich Altertum und moderne Physik einig – und harmonische Schwingungen führen zur Heilung. Unsere Stimme kann das Energiesystem jedes Menschen harmonisieren, Entspannung herbeiführen und Krankheiten auflösen.» (Jonathan Goldman, bedeutendster Lehrer für Klangheilung im Westen, der bei Klangmeistern sowohl aus der wissenschaftlichen als auch spirituellen Tradition studiert hat. Buchtipp: «Klangheilung»).

Geschätzte Leserin
Geschätzter Leser

Wir gehen permanent in Resonanz mit Impulsen. Beispielsweise bin ich in Resonanz gegangen mit der Absicht von KlangWelt Toggenburg, einen neuen Geschäftsleiter zu finden: Offenbar teilen wir dieselbe resonante Frequenz… Ein anderes Beispiel für das Resonanzphänomen ist das Glas, das man mit dem Klang seiner Stimme zum Zerspringen führen kann, wenn man die Frequenz des Glases trifft.

Ist der gesamte Körper in Resonanz mit der Frequenz, mit der er von innen heraus am Natürlichsten schwingen möchte, liegt Harmonie vor als Basis von Gesundheit, Kraft, Vitalität und Kreativität. Was die Toggenburger also traditionell und ohne Aufhebens mit Johlen als im Alltag lebendig gebliebene Form von Volksmusik betreiben, kann ohne Einschränkung als Medizin (lat. ars medicina, «Heilkunst») bezeichnet werden. Dass wir durch die Naturklangtradition mit Schellen und Naturjodel ganz natürlich in Resonanz mit uns selbst und dem Grösseren Ganzen kommen und uns damit selber harmonisieren können, hat eine Dimension, die weit über Marketingstrategien für eine Tourismusregion hinausgeht.





Download Klangblatt Sommer 2009 (pdf)


Klangvolle Grüsse - und viel Spass beim Lesen des neuen Klangblattes!

Andreas B. Müller
Geschäftsleiter KlangWelt Toggenburg


"Klangwellness": Mit Klängen zu tiefer Erholung.
16. Juni 2009

Über die Schwingungen von Klängen zur Ruhe kommen, inmitten der ursprünglichen Landschaft des Toggenburgs beim Experimentieren mit Tönen Lebendigkeit und Freude spüren und daraus Inspiration für den Alltag schöpfen: „Klangwellness“ ist ein neues und einzigartiges Angebot, in dessen klingenden Genuss Gäste des Toggenburgs ab September 2009 kommen.

Zusammen mit Toggenburg Tourismus hat die Klangwelt Toggenburg mit der „Klangwellness“ ein Programm entwickelt, das die positive Wirkung von Klängen auf Körper, Geist und Seele in Verbindung mit der ursprünglichen Landschaft des Toggenburgs in den Mittelpunkt stellt. Eingebettet in die lebendige Klangkultur der Region gehen aktivierende und entspannende Elemente eine besondere Verbindung ein. Sie basieren auf der Erkenntnis, dass Klänge die gegenwärtige Situation bewusster erleben lassen – Alltagsgedanken
und -sorgen treten in den Hintergrund.

Vier Module verbergen sich hinter dem Begriff "Klangwellness"
Klangrelax ist eine eigens entwickelte vibro-akustische Klangliege, auf der Klänge sowohl akustisch als auch über die sanfte Schwingung der Unterlage auf den Körper übertragen werden. Klangaqua verwandelt ein Schwimmbad mit vibrierenden Unterwasserklängen in einen Konzertsaal. Der eigens gestaltete Klangraum lädt zu Experimenten mit Instrumenten und der eigenen Stimme. Auf geführten Klangtouren entdeckt der Gast die Klangwelt der ursprünglichen Toggenburger Natur. Für die Gäste treten vor allem die Klangwellness Hotels als Träger des Angebots in Erscheinung. Unmittelbaren Kontakt haben Gäste ausserdem zu den Klangbegleitern, die dem Gast während seiner Entdeckungstour durch die Welt der Klänge zur Seite stehen und wöchentlich an festen Terminen geführte Touren anbieten – beispielsweise auf dem Klangweg.

Weitere Informationen über die Klangwellness-Angebote:
www.klang-wellness.ch.

13. Juni: Einmaliges Konzert mit dem Jodelclub Säntisgruess und Hanneli Musig - Naturjodel, Lieder und «Tanzmusik aus vergangenen Zeiten»
26. Mai 2009

Am Samstag, 13. Juni feiert die Schweizer Nationalphonothek ihr 30-Jahr-Jubiläum in der Propstei in Alt St. Johann. Im Rahmen der Feierlichkeiten findet am Abend in der ref. Kirche ein einmaliges Konzert statt: Der Jodelclub Säntisgruess führt "Grad wies de Bruuch isch" von Peter Roth auf und Hanneli Musig - ein Sextett, welches die volkstümlichen Tanzstücke unserer Urgrosseltern im Repertoire hat – wird das Konzert umrahmen und für nostalgische Gefühle sorgen.

Seit einem halben Jahrhundert begeistert der Jodelclub Säntisgruess: Seinen Ruf hat er mit vielen stimmungsvollen Konzerten, hervorragenden Naturjodelvorträgen und aussergewöhnlichen Eigenkompositionen geschaffen. Hanneli Musig besteht aus sechs Musikern, die Schwyzerörgeli, Klarinette, Violine, Blockflöte, Gitarre, Bass, Cello, Bratsche und verschiedene Perkussions-Instrumente spielen. Die Hanneli Musig pflegen Ländlermusik, nach der unsere Urgrosseltern zu tanzen liebten aus Sammlung von Hanny Christen.

Samstag, 13. Juni, 20.30 Uhr, Ref. Kirche Alt St. Johann
Eintritt frei / Kollekte zur Deckung der Unkosten


www.hannelimusig.ch
www.fonoteca.ch

Der Klangweg öffnet am 30. Mai
12. Mai 2009

Am Samstag, 30. Mai ist es soweit: Der beliebte Klangweg ist wieder begehbar. Entlang des schönen Panorama-Wanderweges am Fusse der Churfirsten, führt der Klangweg in drei Etappen von der Alp Sellamatt in Alt St. Johann bis ins Oberdorf nach Wildhaus. Er umfasst 23 Klanginstallationen – unter anderem enthält er eine neue Installation des Zürcher Künstlers Ramon Weiss – die am Wegrand positioniert sind und nach Herzenslust ausprobiert und bespielt werden können. Die Gäste können so auf spannende Weise die Entstehung und Wirkung von Klang erfühlen und erleben. Ein Teilstück ist behindertengerecht (für Rollstühle) angelegt.

> Details

Es «Ma–muuuht» wieder am 20. Juni
12. Mai 2009

Fast ist es zu einem kleinen Woodstock-Festival geworden, das Mammutfestival in Degersheim. Am Samstag, 20. Juni findet eine weitere Ausgabe dieses beliebten Musikereignisses statt. Ab 12.00 Uhr geht’s los unter den beiden grossen Mammutbäumen in der Klangarena mit Bands wie Stiller Has, Heinz de Specht, The Skrufs, Utopan und Starch. Der Eintritt ist frei, wer möchte, darf eine Kollekte abgeben. Lassen Sie sich dieses schöne Musikereignis nicht entgehen.

> Mammutfestival 2009


Kostenloses Konzert mit „Anderscht“ und „Urstimmen“
04. Mai 2009

Am Mittwoch, 20. Mai, findet in der Propstei Alt St. Johann (neben kath. Kirche) ein kostenloses Doppelkonzert mit den beiden Formationen Anderscht und Urstimmen statt.

Das Trio Anderscht überrascht mit einer musikalischen Weltreise. Die drei Rheintaler Musiker Andrea Kind, Fredi Zuberbühler und Markus Nauer zeigen uns auf kreative Art die Vielfalt der Musikwelt. Und Urstimmen mit Rita Bänzinger, Barbara Heynen, Daniel Koller und Brencis Udris beweisen, wie vielseitig das Musikinstrument «Stimme» sein kann. Die vier Musiker verschmelzen Klänge aus Popmusik, Klassik und Mundartliedern mit dem Theater.


Konzertbeginn: 20 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Eintritt frei, Kollekte


Es hat noch freie Plätze!
02. April 2009

Wir bieten auch diesen Frühling zahlreiche Kurse zum Thema Klang und Musik an. Kommen Sie ins schöne Toggenburg und geniessen Sie unvergessliche, klangvolle Tage in einer naturnahen Umgebung. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl an Kursen mit freien Plätzen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Gregorianischer Choral mit Maria Walpen
Kurs Nr. 180, Leitung: Maria Walpen
Samstag, 9. Mai um 11 Uhr bis Sonntag, 10. Mai um 13 Uhr
Psalmengesang ist das Thema dieses Wochenendes. Der Psalm lebt vom Wechsel einer Art Refrain – reich verziert – und dem monotonen Vers. Das Wort – auf diese Weise zum Klingen gebracht – entfaltet hier eine besondere Kraft. Weitere Informationen finden Sie hier.

Stimme-Werkstatt mit NØRN
Kurs Nr. 181, Leitung: Vocal-Trio NØRN (www.norn.ch)
Samstag, 16. Mai um 10 Uhr bis Sonntag, 17. Mai um 16 Uhr
Das bekannte Frauen-Vocal-Trio NØRN, welches am Klangfestival Naturstimmen 2008 begeisterte, lädt zum Improvisieren mit der eigenen Stimme ein! Angespornt, an sich selbst und den Anderen Neues zu entdecken, das Vergnügen der Spontaneität zu wagen und sich mit seiner Stimme spielerisch zu amüsieren, ist es möglich, ein Stück Freiheit zu gewinnen. Den Rhythmen und Melodien der Welt horchen, mit den Ohren, der Stimme, dem ganzen Körper Musik machen... All das ohne geschriebene Noten. Kurssprache Deutsch. Weitere Informationen finden Sie hier.

Stimme und Körper mit Lisa Sokolov
Kurs Nr. 182, Leitung: Lisa Sokolov
Mittwoch, 20. Mai um 17 Uhr bis Sonntag, 24. Mai um 15 Uhr (Auffahrt)
Dieser Kurs eignet sich sowohl für Interessierte mit Erfahrung in Körper- und Stimmarbeit, die bereits einen Kurs bei Lisa Sokolov besucht haben, als auch für solche ohne Vorkenntnisse. Hier hat man die Möglichkeit Lisa’s Stimm- und Körperarbeit zu erlernen und seine Kenntnisse zu vertiefen. Lisa Sokolov wohnt in New York und ist seit zwanzig Jahren regelmässiger Gast im Toggenburg. Sie spricht in ihren Kursen hauptsächlich englisch und nur wenig deutsch. Seit 1985 leitet sie die Abteilung «Stimme» an der School of Arts der New York University, an der sie unterrichtet. Lisa Sokolov hat eine Privatpraxis und leitet therapeutische Fortbildungen in USA, Europa, Island und Israel. Sie tritt international auf als Komponistin und Sängerin in der Welt von Jazz und neuer Musik, beim Montreux Jazz Festival, Baltic Scandal Festival, Lincoln Center for the Performing Arts usw. Weitere Informationen finden Sie hier.

Singen mit Pippo Pollina
Kurs Nr. 184, Leitung: Pippo Pollina (www.pippopollina.com)
Freitag, 29. Mai um 10 Uhr bis Sonntag, 31. Mai um 17 Uhr
Im Kurs mit dem bekannten sizilianischen Liedermacher Pippo Pollina wird die Tonalität jeder einzelnen Stimme entdeckt. Die Freude am Singen wird mit den Möglichkeiten, die jede Sängerin und jeder Sänger mitbringt, vereint. Gemeinsam werden verschiedene Lieder aus Pippo’s Repertoire erarbeitet und in einem internen Abschlusskonzert am Sonntag präsentiert. Weitere Informationen finden Sie hier.

Nada Brahma II mit Peter Roth, Heinz Bürgin und Ferdi Rauber
Kurs Nr. 185, Leitung: Peter Roth, Heinz Bürgin, Ferdi Rauber
Freitag, 29. Mai um 18 Uhr bis Pfingstmontag, 1. Juni um 16 Uhr
Mit Peter Roth singen wir, begleitet von Hackbrett und Tanpura, Vokale und Mantras aus verschiedenen Kulturen und tauchen in die Naturtonkultur von Säntis und Churfirsten ein. Auf der Basis von Stimme und Atem öffnen wir uns mit einfachen Techniken dem Klang und seinen Obertönen.
Mit Heinz Bürgin erkunden wir die Zusammenhänge zwischen Klang, Form und Farbe. In den Klängen von Polychorden, Gong und Klangschalen erfahren wir die Wirkung der Obertöne auf Körper und Seele und werden in die Geheimnisse der Obertonreihe eingeweiht. Wir lernen die formgebende Kraft der Klänge kennen, befassen uns mit dem kosmischen Klang und benutzen das Improvisieren als Kommunikation.
Mit Ferdi Rauber singen wir Obertöne und lassen den Klang unserer Stimmen mit den Farben von Didgeridoo, Klangschalen und anderen Obertoninstrumenten verschmelzen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationen und Kursanmeldungen bei:
KlangWelt Toggenburg
Postfach 150
CH-9657 Unterwasser
Telefon +41 (0)71 999 19 23
E-Mail: info@klangwelt.ch
www.klangwelt.ch

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!


Positives Fazit nach «Rockbrett»-Premiere
31. März 2009

Nach drei Tagen «Rockbrett» darf ein überaus positives Fazit des Anlasses gezogen werden. Die Fusion von Volksmusik mit Hip Hop, Rock und Pop gelang mehrmals und stiess beim mehrheitlich jungen Publikum auf grosse Offenheit und Interesse. Das Konzert des Rappers «Bligg» am Samstag war der Höhepunkt des Festivals.

Vom 27. bis 29. März fand im Kraftwerk Krummenau zum ersten Mal das Festival «Rockbrett» statt, eine von KlangWelt Toggenburg zusammen mit den Betreibern des Kraftwerks Krummenau lanciertes «Musik-Experiment».

Grosse Offenheit
Eröffnet wurde das Festival am Freitagabend mit Willis Wyberkapelle und Miss Moneypenny. Hauptattraktion war jedoch «Bligg», der mit seinem Album 0816 derzeit oft zu hören ist. Zusammen mit seiner Liveband stand er am Samstagabend auf der Bühne. Grossen Anklang fand auch die einheimische Formation Brandhölzler Striichmusig, die zuvor spielte und kaum ihren Ohren traute: Jubelnder und ehrlicher Applaus kam ihnen entgegen, und dabei war fast kein «sennischer» oder zumindest «älterer» Zuschauer auszumachen. Einige «ältere» Zuschauer waren am Freitag zugegen, als Willi Valotti und seine Wyberkapelle spielten. Offenheit, Toleranz und Neugierde dominierten an diesem Wochenende und liessen die Vereinigung der verschiedenen Klänge, Beats und Reime geschehen.

Gelungener Workshop
Stimmungsvoller Abschluss des Festivals bildeten die Workshops, die am Sonntagnachmittag stattfanden. Unter der Leitung der bekannten Künstler «Black Tiger» und «Oha lätz» konnten interessierte Jugendliche einen Einblick in Rap, Hip Hop und dem Scratchen erhalten. Mit dabei war auch der junge Musiker Patrick Baer, der den Workshop mit seinem Hackbrett musikalisch begleitete. Gerade dieser Workshop war es denn auch, der versinnbildlichend für die ganze Veranstaltung stand: Junge Musiker aus verschiedenen Sparten übten sich im gemeinsamen Prozess einer Musikerfahrung.

Der Anfang ist gemacht
Der Anfang sei gemacht, resümieren die Initianten Jeremias Meier vom «Kraftwerk-Club» und Stephan K. Haller von «KlangWelt Toggenburg». «Wir konnten auf ein äusserst motiviertes und engagiertes Team zählen, welches sich mit grosser Begeisterung auf dieses Musik-Experiment einliess», meint Stephan K. Haller. Das Ganze lasse sich nun weiter ausbauen. Über eine zweite Auflage im nächsten Jahr wird in den kommenden Wochen entschieden.

Dank an alle Sponsoren
Mehrere Stiftungen und Organisationen (Migros Kulturprozent, Kulturförderung St. Gallen, Toggenburg Medien, Metrohm Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Raiffeisenbank Obertoggenburg und KlangWelt Toggenburg) unterstützten «Rockbrett» finanziell und ideell. Ihnen allen ist grossen Dank auszusprechen.

ToggenburgTV hat eine kleine Reportage über das Festival erstellt. Hier der Link zum Film:www.internettv.ch/dcpage.aspx?recid=101561.

Fotos vom Festival siehe Galerie.

www.klangwelt.ch
www.kraftwerk-club.ch


«Magische» Toggenburger Klänge an der Bahnhofstrasse
27. März 2009

Wunderbare Schellen- und Obertongesänge vermischten sich am Toggenburger Abend im Haus Appenzell in Zürich zu eindrücklichen Klängen. Peter Roth und weitere Musiker aus dem Ostschweizer Tal begeisterten am Donnerstag, 26. März das Publikum mit einem aussergewöhnlichen Programm.

Das «Haus Appenzell» befindet sich an bester Lage in der Nähe der Bahnhofstrasse und des Paradeplatzes und ist das Schaufenster der Ernst Hohl-Kulturstiftung. Im schönen Ambiente des Hauses finden Anlässe, Ausstellungen, Konzerte, Referate und Podiumsdiskussionen statt, welche im Zusammenhang mit den beiden Appenzell und des Toggenburgs stehen.

Hier lud Toggenburg Tourismus zum Toggenburger Abend ein. Das Programm gestaltete Peter Roth, Initiant der KlangWelt Toggenburg. Im Mittelpunkt seiner interessanten Ausführungen stand die geplante Klangschmiede, welche in einem Jahr in einer 250 Jahre alten Mühle in Alt St. Johann in Betrieb gehen soll.

Universale Bedeutung der Naturtöne
Mit viel Sachkenntnis und Charme erklärte Peter Roth den Gesang der Schellen und die magische Wirkung der Obertöne. Drei Töne produziere eine Sennschelle. Schwinge man mehrere Schellen zusammen, ergibt sich ein «Schellen-Gesang», der in seiner Einfachheit und Ursprünglichkeit fasziniert. Im Klang der Schellen liegt die Welt der Naturtöne. Sie vermitteln viel Wissenswertes über die Alp- und Klangkultur rund um den Säntis und besitzen eine universale Bedeutung. Im Moment gibt es noch einen einzigen Ort, in dem Schellen nach traditioneller Art und Weise aus einem Stück Blech mit Hammer, Amboss und Feuer geschaffen werde. Dieser befindet sich in Strengen im Tirol. In der geplanten Klangschmiede in Alt St. Johann werden ab 2010 ebenfalls Schellen nach alter Tradition hergestellt werden.

«Magische» Obertonklänge
Eindrückliche Obertonklänge von Ferdi Rauber und Peter Roth, welche berührten und «unter die Haut gingen» und Schellenklänge von Hansruedi Ammann rundeten den Abend ab. Auszüge aus Thomas Lüchingers Film «Johle und Werche», der die Herstellung einer Schelle zeigte, vermittelten einen Eindruck über das «schweisstreibende» Handwerk des Schellenschmiedes wie es seit Jahrhunderten ausgeübt wird.

Grosse Begeisterung beim Publikum
Das zahlreich erschienene Publikum zeigte sich vom Vortrag und den musikalischen Vorführungen begeistert. «Die besondere Bedeutung des Klanges und speziell der «magischen» Obertonklänge wurden mir noch nie auf so einfache Art und Weise geschildert. Von nun an werde ich diesen Klängen mit viel mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein zuhören», schildert eine begeisterte Zuschauerin ihre Eindrücke.

Im Anschluss an den Abend sprach Christine Bolt, Direktorin von Toggenburg Tourismus, von der Einmaligkeit von KlangWelt Toggenburg und lud die Gäste zu einem Besuch ins schöne Toggenburg ein. Ein köstlicher Apéro mit feinen Toggenburger Spezialitäten rundete den Abend ab.


KlangWelt Newsletter 2009
19. März 2009

Der Frühling nähert sich! KlangWelt Toggenburg präsentiert ein vielfältiges Programm. In den nachstehend aufgeführten Kursen und Workshops hat es noch freie Plätze.

Klangweg
Auch wenn der Schnee im Flachland langsam schmilzt - auf dem Klangweg liegt er noch hoch und die Wintersaison im Toggenburg ist noch nicht zu Ende! Der beliebte Klangweg ist ab Juni wieder geöffnet und wird durch ein neues Instrument ergänzt, das vom Künstler Ramon Weiss gebaut wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

Neues Festival «Rockbrett» - Konzert vom Samstag ist ausverkauft
«Rockbrett» bietet wichtige Plattformen für etablierte und junge Musiker und kombiniert Rock, Pop, HipHop und Rap in verschiedenen Formationen mit Volksmusik. Gleichzeitig präsentiert es interessante Klang- und Musikexperimente. Hauptattraktion ist der Hitparadenstürmer «Bligg», der zusammen mit seiner Liveband und der einheimischen Formation «Brandhölzler Striichmusig» am Samstag, 28. März auf der Bühne steht. Das Konzert ist bereits ausverkauft. Weitere Details finden Sie hier. Der Vorverkauf läuft via www.kraftwerk-club.ch

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihren Besuch bei uns!

Hier gibt es noch freie Plätze:

Kurs Nr. 174 - Lieder des Herzens
Freitag, 27. März um 18 Uhr bis Sonntag, 29. März um 13 Uhr, Karin Jana Beck
Wir erfahren die nährende Wirkung des gemeinsamen Singens von Kraftliedern und einfachen Volksliedern aus Europa, Afrika, Indien, Mongolei, Tibet, Hawaii, von Liedern der Indianer, Maori, Roma, von chassidischen Niguns und Zäuerlis... Die Lieder bringen «Medizinkraft» mit sich. Von dieser lassen wir uns berühren – während des Singens und in der Stille, die das Lied mit sich bringt. In der Mitte des Kreises lädt ein gemütliches Bett ein, in den Klängen zu baden. Die TeilnehmerInnen können die Lieder und Einzelstimmen mit einem eigenen Aufnahmegerät während des Kurses aufnehmen, um sich später daran zu erinnern. Weitere Informationen finden Sie hier.

Workshop Nr. 3, Gregorianischer Choral
Samstag, 28. März von 10 bis 18.30 Uhr, Hans Eberhard
Dieser Kurs ist eine Einführung in den kraftvollen einstimmigen Mönchgesang des Mittelalters. Mit Orientierung an den St. Galler Neumen (erste Notationsform) arbeiten wir an der Klanggebung und Interpretation. Als Abschluss des Kurses gestalten wir einen gemeinsamen Abendgottesdienst in der katholischen Kirche Wildhaus. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurs Nr. 177 - Hackbrett-Weekend
Freitag, 17. April um 18 Uhr bis Sonntag, 19. April um 12 Uhr, Andrea Kind
Klangauszeit aus dem Alltag! Erleben Sie das Hackbrett neu. Mit Tipps und Tricks wird Ihnen an diesem Wochenende ein professionelles Fachwissen vermittelt, welches dann an einem internen Abschlusskonzert umgesetzt wird. Geniessen Sie Ihr Hackbrett einmal «anderscht». Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurs Nr. 180 - Gregorianischer Choral
Samstag, 9. Mai um 11 Uhr bis Sonntag, 10. Mai um 13 Uhr, Maria Walpen
Psalmengesang ist Thema dieses Wochenendes. Der Psalm lebt vom Wechsel einer Art Refrain – reich verziert – und dem monotoneren Vers. Sein Text wird auf dem Rezitationston «psalmodiert». Das Wort – auf diese Weise zum Klingen gebracht – entfaltet seine besondere Kraft. Weitere Informationen finden Sie hier.

Workshop Nr. 4 - Auf die Bühne stellen
Sonntag, 10. Mai von 10 bis 19 Uhr, Werner Widmer alias Blues Max
Oft liegt es nur an Details, warum an sich gute Bühnenproduktionen beim Publikum nicht ankommen. Auftritt, Ansage, Outfit, Bewegungen und Präsenz wollen gesetzt und abgestimmt sein. Oft ist weniger mehr. Manchmal ist mehr nötig. Und schliesslich gibt es auch noch ein paar Faustregeln. Ein Bühnenprofi mit 30-jähriger Erfahrung schaut mit den TeilnehmerInnen durch die Brille der Zuschauer und gibt Hinweise. Der Kurs richtet sich an Einzelkünstler, Chöre, Musikgruppen etc. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurs Nr. 181 - Stimme-Werkstatt
Samstag, 16. Mai um 10 Uhr bis Sonntag, 17. Mai um 16 Uhr, Trio Vocal NØRN
Das bekannte Vocal-Trio NØRN, welches am Festival Naturstimmen 2008 zu hören war, lädt zum Improvisieren mit der eigenen Stimme ein! Der Workshop ist für alle, die das Verlangen haben, die eigene Stimme zu erforschen. Er soll einige Schlüssel zu den Möglichkeiten der Improvisation vermitteln – ein Gebiet, welches unendliche Ausdrucksfreiheit zulässt. Angespornt, an sich selber und den anderen Neues zu entdecken, das Vergnügen der Spontanität zu wagen und sich mit seiner Stimme spielerisch zu amüsieren, ist es möglich, ein Stück Freiheit zu gewinnen. Den Rhythmen und Melodien der Welt horchen, mit den Ohren, der Stimme, dem ganzen Körper Musik machen... All das ohne geschriebene Noten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurs Nr. 182 - Stimme und Körper
Mittwoch, 20. Mai um 17 Uhr bis Sonntag, 24. Mai um 15 Uhr (Auffahrt), Lisa Sokolov
Dieser Kurs eignet sich sowohl für Interessierte mit Erfahrung in Körper- und Stimmarbeit, die bereits einen Kurs bei Lisa Sokolov besucht haben, als auch für solche ohne Vorkenntnisse. Hier hat man die Möglichkeit Lisa’s Stimm- und Körperarbeit zu erlernen und seine Kenntnisse zu vertiefen. Lisa Sokolov wohnt in New York und ist seit vielen Jahren regelmässiger Gast im Toggenburg. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sie wünschen einen individuellen Klangkurs für sich selbst, Ihre Familie, Ihre Freunde oder Ihre Firma? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Telefon +41 (0)71 999 19 23, info@klangwelt.ch.


KlangWelt Referate im März 2009
18. März 2009

Das nächste Referat findet am Dienstag, 24. März zum Thema «Das Ohr und das Leben» statt. Es spricht Irene Schulz. Am Dienstag, 31. März referiert Monika Esslinger zum Thema «Brücke ins Leben - Musiktherapie mit Frühgeborenen». Beide Veranstaltungen finden jeweils um 20.15 Uhr in der Propstei in Alt St. Johann statt. Der Eintritt kostet 15 Franken pro Abend. Weitere Informationen zu allen Referaten finden Sie hier.

Am 2. März hat Andreas B. Müller, Projektmanager, Coach und u.a. langjähriger Leiter des Open-air Festivals St. Gallen, seine Arbeit als neuer Geschäftsleiter von KlangWelt Toggenburg mit einem 60% Pensum auf der Geschäftsstelle in Unterwasser aufgenommen. Er freut sich sehr über den herzlichen Empfang im Toggenburg und widmet sich nun mit Engagement den zahlreichen Herausforderungen. Wir wünschen ihm weiterhin viel Spass und Erfolg in der KlangWelt!

KlangWelt Toggenburg lanciert ein neues Festival. Nach «Naturstimmen» und «Saitenwind» laden die Organisatoren vom Freitag, 27. bis Sonntag, 29. März zu «Rockbrett» ein. Veranstaltet wird das Festival vom Team des Kraftwerks Krummenau – in Zusammenarbeit mit KlangWelt Toggenburg. Weitere Informationen zum Rockbrett-Festival finden Sie hier.

Gründung Stiftung KlangWelt Toggenburg
12. Februar 2009

Unter dem Vorsitz von Regierungsrätin Kathrin Hilber ist heute die Stiftung KlangWelt Toggenburg gegündet worden. Die Stiftung, in der Kanton, Region, Gemeinde und KlangWelt-Interessierte zusammenarbeiten werden, will zur langfristigen Förderung des Vereins KlangWelt Toggenburg beitragen.

Die Medienmitteilung dazu finden Sie hier.

Referate über «Klang und Leben»
15. Januar 2009

KlangWelt Toggenburg startet mit einer neuen Veranstaltungsreihe und lädt im Februar und März zu spannenden Referaten ein.

In fünf interessanten Vorträgen erläutern Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen die Wirkung von Klang auf den Menschen. Die Referate finden jeweils am Dienstagabend um 20.15 Uhr in der Propstei in Alt St. Johann statt. Der Eintritt pro Abend kostet 15 Franken.

Details zu den verschiedenen Referaten finden Sie hier.

Vernissage «Klangbuch»
01. Dezember 2008

Der Musiker, Musikpädagoge und Lehrmusiktherapeut Berndt Vogel hat vor kurzem sein neues «Klangbuch» veröffentlicht. Es bietet konkrete Anregungen, Tipps und wertvolle Erklärungen zum Thema Klang und richtet sich an alle, die sich auf dem Gebiet der Musik als «Entwicklungs-Begleiter» sehen. Auch an Menschen, die ohne musikalische Vorkenntnisse Interesse daran haben, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Erlebnis von Klängen, Tönen und Musik teilnehmen können.

Am Sonntag, 7. Dezember 2008 um 17 Uhr stellt Berndt Vogel sein Werk in der Propstei in Alt St. Johann vor. Nach der Begrüssung durch Alois Ebneter, dem Präsident der KlangWelt Toggenburg, liest Berndt Vogel aus dem Buch vor und erzählt von seiner Arbeit. Umrahmt wird der Anlass von Klängen der «Fallalens Musikband», einer Musikformation des Lukashauses in Grabs.
Der Eintritt ist frei, es sind alle herzlich eingeladen.

Das Klangbuch
Klänge gestalten – Töne entdecken – Musik machen
Verlag Borgmann Media, ISBN 978-3-938187-45-6, Bestell-Nr. 9398

Schindeln für Klangschmiede
27. November 2008

Um dem Projekt Klangschmiede zum Durchbruch zu verhelfen, hat KlangWelt Toggenburg eine spezielle Aktion gestartet. Der Verein verkauft 20 000 handgemachte Schindeln aus Toggenburger Holz, welche zur Renovation der Rückwand des Hauses «zur Mühle» benötigt werden. Damit löst KlangWelt die Beiträge von namhaften Mäzenen und Institutionen in etwa 15-facher Höhe aus (ca. 1.5 Millionen). Nach Umbau und Renovation des Gebäudes wird dort die Kunst des Schellenschmiedens und die Alchemie des Vermessingens im Feuer von Generation zu Generation wieder weitergegeben. Zudem zeigen Klangschmiede aus aller Welt ihr faszinierendes Handwerk zur Herstellung von Schellen, Gongs und Klangschalen.

Durch den Kauf von einem oder mehreren Bündeln Schindeln zu 50 Franken ermöglichen Sie ein weiteres KlangWelt-Projekt, das Tradition und Innovation auf spannende Weise verbindet.

Neues Klangblatt ist da!
21. November 2008

Vor wenigen Tagen ist das neue Klangblatt erschienen. Darin finden Sie aktuelle Informationen zur KlangWelt Toggenburg – wie beispielsweise zum geplanten Klanghaus, dem Projekt Klangschmiede oder neuen Angeboten zum Thema Wellness –, ein Porträt des Musikers und KlangWelt-Initiators Peter Roth sowie das Kursprogramm 2009. Neben zahlreichen attraktiven Mehrtageskursen stehen auch interessante Tages-Workshops im Angebot. Zudem präsentiert KlangWelt Toggenburg zwischen Februar und April erstmals eine spannende Referatsreihe zum Thema «Klang und Leben» (weitere Infos finden Sie hier).

Das Klangblatt kann kostenlos bestellt werden:
KlangWelt Toggenburg
Postfach 150
9657 Unterwasser

Tel. 071 999 19 23, Fax 071 999 20 85
E-Mail info@klangwelt.ch

Das aktuelle Kursprogramm finden Sie auch hier.

Zeit für Vorbereitungen nutzen
27. Oktober 2008

KlangWelt Toggenburg plant zukünftige Aktivitäten und die Finanzierung des Klanghauses

Toggenburg/SG, Auch wenn es um das geplante Klanghaus in Unterwasser öffentlich ruhiger geworden ist, laufen hinter den Kulissen die Arbeiten zu dessen Realisierung und zum weiteren Ausbau der KlangWelt Toggenburg weiter. Im Mittelpunkt steht derzeit der Masterplan. Zusammen mit dem Amt für Kultur, dem Volkswirtschaftsdepartement, Vertretern der KlangWelt Toggenburg und externen Beratern werden bisherige Erfolge analysiert und künftige Zahlen errechnet. «Der Masterplan gibt der Kantonsregierung fundierte Anhaltspunkte zur KlangWelt und ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Finanzierung», erklärt Katrin Meier, Leiterin des Amt für Kultur des Kantons St. Gallen. «Zudem werden damit die Schritte zur weiteren Professionalisierung der Organisation vorbereitet.»

Es gibt Lösungen
Im kommenden Jahr sollen weitere Massnahmen umgesetzt werden. Auch in anderen Bereichen wird am Klanghaus weiter gearbeitet. So finden Verhandlungen mit den Landeigentümern und Umweltverbänden statt. «Diese Gespräche können wir weiterführen, auch wenn die Einsprache von Architekten, zur Vergabe des Projektes direkt an Peter Zumthor, vom Verwaltungsgericht gutgeheissen wurde und das Projekt dadurch eine neue Ausgangslage bekommt.» Regierung und KlangWelt Toggenburg diskutieren das weitere Vorgehen intensiv. Sie sind überzeugt, dass es Lösungen gibt und die Konsequenz lediglich eine zeitliche Verzögerung des Projektes mit sich bringt. «Wir werden diese zusätzliche Zeit nutzen, um die Vorbereitungen weiter voranzutreiben und das Projekt weiter zu entwickeln.»

Neue Referatsreihe «Klang und Leben»
Ausgebaut wird auch das derzeitige Angebot der KlangWelt Toggenburg. So wurden das Kursprogramm für das nächste Jahr stark erweitert und zusätzliche Kursleiter engagiert. KlangWelt Toggenburg will sich als Kompetenzzentrum «Klang» weiter etablieren. Neu geschaffen wurde deshalb die Referatsreihe «Klang und Leben». Und die KlangWelt Toggenburg wächst weiter: Gäste sollen zukünftig von einem neuen Wellness-Angebot profitieren können, und eine Klangschmiede soll in Alt St. Johann eröffnet werden. Zudem wurde eine Hausorgel gekauft, welche in die Propstei Alt St.Johann gezügelt und öffentlich zugänglich sein wird. Es ist also einiges los in Sachen Klang im Toggenburg...

Neue Presseseite
25. September 2008

Auf unserer neuen Presseseite finden Sie ab sofort diverse Texte, Bilder und Flyer zu den verschiedenen Bereichen der KlangWelt Toggenburg. Die Dateien können ganz einfach heruntergeladen werden.

Neues Klangblatt ist da!
18. Juni 2008

Vor kurzem ist das neue Klangblatt erschienen. Darin finden Sie aktuelle Informationen zur KlangWelt Toggenburg sowie das Kursprogramm für die zweite Jahreshälfte.

Kostenlose Bestellung:
KlangWelt Toggenburg, Postfach 150, 9657 Unterwasser
Tel. 071 999 19 23
Fax 071 999 20 85
E-Mail info@klangwelt.ch

Klangweg-Saison eröffnet!
29. Mai 2008

Am kommenden Wochenende nehmen die Bergbahnen im Toggenburg den Sommerbetrieb auf. Zum gleichen Zeitpunkt wird der Klangweg eröffnet - mit einem neuen Instrument!

Das «Milchkannussell» bekommt bei der Klangmühle einen neuen Standort. An seinem ehemaligen Platz – auf der Etappe Sellamatt – wurden vom Klangtherapeuten und Instrumentenbauer Berndt Vogel zwei aussergewöhnliche «Flipperkästen» geschaffen. Anstelle elektronischer Klänge schlägt die Kugel Glocken und Schellen an und sorgt so für ein besonderes Spiel- und Klangvergnügen.

Weitere Informationen zum Klangweg finden Sie hier.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

«Naturstimmen» erfolgreich wie nie
19. Mai 2008

Am Pfingstsonntag ging das dritte Klangfestival «Naturstimmen» zu Ende. Fast 6000 Gäste kamen zwischen Auffahrt und Pfingsten ins Toggenburg um die Konzerte, Workshops und Referate von mehr als 400 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt zu besuchen. Beinahe alle Veranstaltungen waren komplett ausgebucht.

Die Veranstalter freuen sich über den tollen Erfolg und geben bereits das Datum für die nächste Ausgabe des internationalen Klangfestivals bekannt:
Dieses findet vom 13. bis 23. Mai 2010 statt.

Klangfestival erfolgreich gestartet
01. Mai 2008

Vor ausverkauftem Haus begeisterten die New Yorker Blueslegende Bill Sims, die sizilianische Sängerin Etta Scollo und die Hobbysänger mit ihrem musikalischen Leiter Dölf Mettler aus Appenzell am ersten Konzertabend das Publikum. Das Zusammenführen verschiedenster Kulturen, musikalischer Traditionen und Harmonien funktionierte. Zum Ende sangen die Appenzeller den Blues, währen der New Yorker und die Sizilianerin sich im Jodeln versuchten. Das Publikum liess sich zu einer Standing Ovation hinreissen und freut sich auf weitere Klangerlebnisse.

Neuer Vorverkaufs-Rekord
28. April 2008

Der Vorverkauf fürs diesjährige Klangfestival «Naturstimmen» läuft so gut wie noch nie. Beinahe 4000 der insgesamt 4500 Tickets sind bereits verkauft. Dies ist ein neuer Rekord!

Die Konzerte vom 1., 3. und 11. Mai sind seit Tagen ausgebucht und auch für die übrigen Veranstaltungen sind nur noch wenige Billette erhältlich. Eine baldige Reservation lohnt sich!

Festival-Zeitschrift «Naturstimmen»
14. April 2008

Die Festival-Zeitschrift des Klangfestivals «Naturstimmen» ist da!

Sie kann ab sofort hier heruntergeladen werden und ist in Kürze beim Tourist-Info in Unterwasser (Tel. 071 999 19 23, Mail info@klangwelt.ch) erhätlich.

Vorverkauf gut angelaufen
08. April 2008

Die Vorbereitungen fürs Klangfestival Naturstimmen, welches vom 30. April bis 11. Mai in Alt St. Johann stattfindet, laufen auf Hochtouren.

Der Vorverkauf ist sehr gut angelaufen; die Konzerte und Veranstaltungen sind bereits zu mehr als einem Drittel ausgebucht. Es lohnt sich also, frühzeitig ein Ticket zu reservieren!

Auch Pauschalen mit Hotelübernachtungen und Konzerteintritten sind zu einem günstigen Preis erhältlich.

Informationen und Buchungen:
Tourist-Info Unterwasser,
Telefon +41 (0)71 999 19 23,
E-Mail naturstimmen@klangwelt.ch

Vorverkauf NaturStimmen 2008
01. Februar 2008

Heute startet der Vorverkauf fürs NaturStimmen-Festival 2008.
Es findet vom 30. April bis am 11. Mai in Alt St. Johann statt und verspricht zahlreiche Höhepunkte!

Der Vorverkauf läuft vie Tourist-Info Unterwasser, Telefon +41 (0)71 999 19 23 oder E-Mail naturstimmen@klangwelt.ch.

Programm NaturStimmen
31. Januar 2008

Ab sofort finden Sie das detaillierte Programm fürs NaturStimmen-Festival 2008 auf dieser Website. Klicken Sie hier.

Kursprogramm 2008
16. November 2007

Das Kursprogramm 2008 ist da! Es kann ab sofort unter Kurse abgerufen werden.

Anmeldungen werden unter info@klangwelt.ch oder Fax 071 999 20 85 entgegen genommen.

Das neue Klangblatt ist da!
12. November 2007

Diese Woche erscheint die neue Ausgabe des Klangblatts. Es enthält aktuelle Informationen sowie das komplette Kursprogramm 2008.

Das Klangblatt kann kostenlos bestellt werden unter 071 999 19 23 oder info@klangwelt.ch.

«Saitenwind» ein voller Erfolg
22. Oktober 2007

Vom 19. bis 21. Oktober fand in Wildhaus das erste «Saitenwind»-Festival statt. Viele hundert Gäste erlebten während den drei Tagen Musik der Meisterklasse, eine tolle Stimmung und eindrückliche Klangerlebnisse. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz. Der Klangkurs zum Wochenbeginn wie auch die Konzerte waren überaus hochstehend. Das Publikum war begeistert, spendete viel Applaus und zum Ende der Konzerte «Standing Ovations». Der Dank der KlangWelt Toggenburg gilt den zahlreichen Helferinnen und Helfern, den Sponsoren und all denen, die «Saitenwind» unterstützten.

Weitere Infos zum Festival sowie einen kleinen Filmausschnitt und Pressetexte finden Sie hier

«Saitenwind»-Vorverkauf läuft
08. Oktober 2007

Bald ist es soweit: Vom 19. bis 21. Oktober findet in Wildhaus das Instrumentalfestival «Saitenwind» statt. An der spannenden Schnittstelle von Klassik und Volksmusik finden hochkarätige Konzerte und ein ansprechendes Rahmenprogramm statt. Tickets sind im Vorverkauf beim Tourist-Info in Unterwasser erhältlich (Tel. 071 999 19 23, E-Mail saitenwind@klangwelt.ch.

Den Flyer sowie eine aktuelle Pressemitteilung finden Sie hier

Auflösung Verein Klangweg
25. September 2007

Am vergangenen Freitag, 21. September, wurde der Verein Klangweg aufgelöst. Der Verein wurde für den Aufbau des Weges gegründet. Bereits in den Statuten wurde die Auflösung festgelegt, sobald der Klangweg fertiggestellt ist.
Ab sofort sind nun die Gemeinden für den Unterhalt des Weges und die Wartung der Instrumente zuständig. Der Verein Klangwelt wird sich um die Neuanschaf-fung und den Ersatz von Instrumenten kümmern.

Klanghaus: Bevölkerung soll mitreden
18. August 2007

Pressemitteilung vom 18. August 2007, aus dem Toggenburger Tagblatt
(Interview: Hansruedi Kugler)


Diese Woche verschickte das Amt für Kultur einen Flyer an alle Haushalte in Wildhaus und Alt St. Johann und lädt damit die Bevölkerung zur Mitarbeit für die Detailplanung zum Klanghaus ein. Regierungsrätin Kathrin Hilber über Sinn und Risiken eines solchen partizipativen Vorgehens.

Seit über drei Jahren ist bekannt, was das Klanghaus sein soll: Ein Probe- und Aufnahmeort für Chöre und Orchester, die mit ihren Wochenend-Aufenthalten die Hotels und Restaurants im Obertoggenburg füllen sollen. Das Projekt hat einen Tourismuspreis gewonnen, die Initianten haben einen Business-Plan erstellt. Warum braucht es noch eine «Vernehmlassung»?

Kathrin Hilber: Die Klanghaus-Initianten haben eine grossartige und umfangreiche Vorarbeit geleistet. Das Projekt ist auch schon relativ breit abgestützt. Wir verfolgen nun zwei Ziele: Es fehlt erstens ein verbindliches Detailkonzept für die Nutzung, für das Raumprogramm, für Trägerschaft, Finanzierung und Organisation des Klanghauses. Diese Bausteine müssen bekannt sein, wenn man mit einer Kreditvorlage in den Kantonsrat geht. Das Projekt Klanghaus steht, die Übertragung in die konkreten Details ist noch nicht erfolgt. Dazu gehören zweitens auch die Arbeiten, die man bei den kantonalen Stellen machen muss, zum Beispiel die Raumplanung und dann auch die Vernetzung mit anderen Politikbereichen wie Tourismus oder Wirtschaftsförderung.


«Vernehmlassung» ist also der falsche Begriff?

Hilber: Ja, wir gehen einen partizipativen Weg mit allen Leuten, die an diesem Tourismus- und Kulturprojekt Klanghaus ein Interesse haben können. Wir haben gemerkt, dass zwar alle vom Klanghaus reden, die Vorstellungen davon aber sehr unterschiedlich sind. Durch die gemeinsame Bearbeitung der Detailkonzepte wollen wir erreichen, dass danach alle vom Gleichen reden. In diesem Sinn ist es keine Vernehmlassung, sondern eine gemeinsame Erarbeitung der Grundlagen der Detailkonzepte. Und dies macht man sinnvollerweise nicht am Schreibtisch, sondern zusammen mit den Leuten.


Das Amt für Kultur verschickt eine Einladung, mit der sie die Bevölkerung einladen, an drei Arbeitsgruppen teilzunehmen. Bis Frühling 2008 sollen dort Ideen und offene Fragen diskutiert werden. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Fragen, die Sie mit der Bevölkerung klären wollen?

Hilber: Für die Regierung und das Kantonsparlament ist es wichtig, eine klare Stimmung zu spüren, ob das Toggenburg dieses Projekt will oder nicht und was die Hoffnungen und Bedenken sind. Hier gibt es grosse Unterschiede. Einerseits gibt es einen grossen Goodwill dem Projekt gegenüber, wir wollen aber anderseits auch die kritischen Fragen kennen. Die Vernetzung mit dem örtlichen Gewerbe, mit dem Tourismus und der Landwirtschaft gehört dazu. Wir wollen die Bevölkerung zu diesen Fragen anhören, wir wollen, dass sie sich beteiligt. Die kritischen Fragen müssen gestellt werden. Wenn wir eine Vorlage ins Parlament bringen, kommen diese Fragen zum Verkehr, zur Raumnutzung, zur Wertschöpfung. Wenn wir diese nicht genau beantworten können, dann sagt der Kantonsrat Nein. Bisher haben wir da noch zu wenig in der Hand.


Sind in den Gemeinden Konsultativabstimmungen oder Meinungsumfragen vorgesehen?

Hilber: Es geht nicht um eine politische Meinungsbildung, sondern um die projektbezogene Mitbeteiligung der Bevölkerung. Über den genauen Ablauf werden wir am 29. August informieren. Wir haben aber nicht im Sinn, ein politisches Verfahren mit Gemeindeabstimmungen durchzuführen. Sondern wir nutzen diese offene Partizipation, damit die Leute, welche an dem Projekt Klanghaus interessiert sind, sich beteiligen können.


Der Grundsatz, dass der Kanton nur Geld gibt, wenn die Bevölkerung hinter einem Projekt steht, gilt auch für das Klanghaus?

Hilber: Richtig, und das gilt insbesondere für Projekte im Kulturbereich. Denn diese Investitionen müssen getragen sein von der Bevölkerung. Wenn der Kanton eine Infrastruktur zahlt, dann ist damit zwingend die Erwartung verbunden, dass diese auch genutzt wird. Schliesslich soll ein wirtschaftlicher Nutzen generiert werden.


Beim Stichwort partizipative Arbeitsgruppen kommt einem das Vorgehen beim Naturpark Werdenberg-Toggenburg in den Sinn. Dort waren zwei Jahre lang breit abgestützte Arbeitsgruppen am Werk. Am Ende wurde der Naturpark sehr schnell und deutlich an den Bürgerversammlungen beerdigt. Warum soll das jetzt beim Klanghaus anders werden?

Hilber: Das partizipative Vorgehen beim Naturpark will ich nicht beurteilen, ich habe dieses persönlich nicht so nahe verfolgt. Mit dem Klanghaus wollen wir sehr effizient und rasch, bis im Frühling 2008, zu Ergebnissen kommen. Wir lassen uns nicht zwei Jahre Zeit. Hinzu kommt: Wenn der Kanton diese Investition übernimmt, dann ist der politische Entscheid ein anderer: Liegt die Investition über 15 Millionen Franken, dann gibt es eine kantonale Abstimmung, liegt der Betrag darunter, entscheidet der Kantonsrat. Eine Abstimmung genügt. Beim Naturpark war das komplizierter, weil dort jede Gemeinde einzeln entscheiden musste.


Eine massgebliche Rolle beim Scheitern des Naturparks spielte sicher die SVP. Peter Roth, der Kopf und Hauptinitiant des Klanghauses, ist spätestens seit dem Fall Doktor Michel in Unterwasser für die im Toggenburg einflussreiche SVP ein rotes Tuch. Glauben Sie, dass Sie die Meinungsführer der SVP ins Klanghaus-Boot holen können?

Hilber: Wir hoffen natürlich, dass wir auch die kritischen Stimmen mit einbeziehen können. Aber wir können nicht davon ausgehen, dass hundert Prozent der Bevölkerung Ja sagt. Peter Roth ist der Pionier und Initiant, aber in der Zwischenzeit sind einige hundert Leute hinzugekommen, die das Thema Klang im Toggenburg tragen. Vor allem aber sieht man, dass dieses Thema Erfolg hat, viele Leute kommen deshalb ins Toggenburg. Es ist letztlich die Frage, wie gross ist die Mehrheit, wie gross die Minderheit. Ich erwarte nicht eine hundertprozentige Unterstützung, es darf immer Leute geben, die Nein sagen.


Ohne Gemeindeabstimmungen vermeiden Sie diese Schwierigkeiten...

Hilber: Es ist die Frage, wie die Finanzierung läuft. Wie gesagt, nach unseren Vorstellungen wird der Entscheid über die Finanzierung des Klanghauses eine kantonale Sache. Wir müssen aber klären, wie viel Geld aus der Region selbst kommt. Beim Kunsthaus Rapperswil/Jona war das auch so. Wir wissen aber, dass die obertoggenburger Gemeinden nicht in der Lage sind, Millionenbeträge beizusteuern. Wir sind aber im Kontakt mit Donatoren, die bereit sind, grosse Teile davon zu übernehmen. Rapperswil/Jona übernahm 35 Prozent der Gesamtkosten. Das waren gut zwei Millionen. Wenn man diese Aufteilung auf das Klanghaus überträgt, dann müsste die Region etwa 6 Millionen übernehmen. Wir wissen, dass dies nicht möglich ist.

Bei der Finanzierung sollen private Donatoren den Anteil der Region übernehmen, der Rest zahlt der Kanton?

Hilber: Genau, wir gehen aber davon aus, dass sich die Wirtschaft vor Ort in irgend einer Art an der Finanzierung beteiligt. Denn wenn sie sich nicht beteiligen, dann identifiziert sie sich auch nicht mit dem Projekt. In welcher Form das geschehen soll, muss man aber noch im Detail gemeinsam entwickeln. Diese Fragen sind auch mit der Trägerschaft verbunden. Ob diese eine Genossenschaft, eine Aktiengesellschaft oder eine Stiftung ist, wird die finanzielle Mitbeteiligung aus der Region entsprechend anders zu nutzen sein. Wir sind aber klar der Überzeugung, dass die Beiträge aus der Region zu einem grossen Teil von der Wirtschaft und von privaten Donatoren kommen muss. Und da sind wir in der glücklichen Lage, dass wir Leute an der Hand haben, die bereit sind, da einzusteigen. Aber darüber mehr am 29. August.


Das Klanghaus wird seit jeher als Projekt beschrieben, das wirtschaftliche Wertschöpfung ins Toggenburg bringen soll. Vertreter von Hotellerie, Gewerbe und Bergbahnen sah man bis jetzt aber fast nie an Informationsveranstaltungen zum Klanghaus...

Hilber: Das ist genau der Punkt. Hier besteht tatsächlich ein Mangel und darum begehen wir diesen Weg der Mitbeteiligung. So können diese Partner mit uns zusammen das Projekt erarbeiten.


Diese Kreise sind schon persönlich angeschrieben worden?

Hilber: Ja, da ist unterdessen viel Vorarbeit geleistet worden. Wir sind in Kontakt mit den Leuten. Für uns ist klar: Wir müssen diese Arbeit jetzt machen, denn sonst schaffen wir die Akzeptanz nicht. Ohne Akzeptanz gibt es keine Investition vom Kanton, und ohne Investition vom Kanton scheitert das Projekt. Die Zürcher haben das Thema Klang auch entdeckt, und wenn wir es nicht schnell an die Hand nehmen, dann schnappt uns jemand die Idee weg, obwohl dieses Klanghaus genau ins Toggenburg gehört.


Kommt es Ihnen nicht ein bisschen absurd vor, dass Sie nun mit viel Aufwand die Bevölkerung davon überzeugen müssen, dass das Klanghaus für das Toggenburg eine gute Sache ist?

Hilber: Wenn man etwas machen will, das nachher von allen getragen wird, dann muss man es so machen. In der Stadt St. Gallen haben wir für die Erarbeitung des KuBi (Kunsthaus und Bibliothek) einen ähnlichen Weg beschritten, und wir haben dabei festgestellt, dass dieses Vorgehen sehr nützlich war. Wir haben gemerkt, was demokratieverträglich ist, was von den Leuten getragen wird. Es macht keinen Sinn, etwas hinzustellen, wenn man danach die Leute erst überreden muss, dass sie es bitte auch nutzen sollen.
Man klärt besser vorher die Bedürfnisse und offenen Fragen ab. Beim KuBi-Projekt in St. Gallen haben wir in der gemeinsamen Projektarbeit gemerkt, dass die Leute keinen Neubau wollen. Hier in St. Gallen sagen die
Leute: Wir brauchen kein neues Haus, aber wir brauchen mehr Geld für Inhalte. Nicht nur mich und meine Mitarbeiter, sondern die ganze Polit-Szene hat dieses Ergebnis überrascht, wir hatten dies anders eingeschätzt. Wenn wir den partizipativen Weg nicht gegangen wären, dann hätten wir mit viel Aufwand eine Vorlage erarbeitet, die dann womöglich an der Urne gescheitert wäre. Da muss generell in der Politik eine Veränderung geschehen. Wenn man heute etwas bewegen und verändern will, dann muss man die Leute schon früh in den Entstehungsprozess mit einbeziehen. Ich bin überzeugt, dass wir beim Klanghaus Klarheit bekommen. Die politische Meinungsbildung ist weitherum gewachsen und man ist zur Einsicht gelangt, dass das Klanghaus für das Obertoggenburg einen Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung bietet.

Instrumentalfestival SaitenWind
06. August 2007

Vom 19. bis 21. Oktober findet in Wildhaus zum ersten Mal das Instrumental-Festival «Saitenwind» statt. Die Vorbereitungen laufen.

Das Festival «Saitenwind» verbindet Kammermusik verschiedener Epochen mit der Instrumentalmusik beidseits des Säntis und mit Volksmusik anderer Kulturen. Während drei Tagen treten in Wildhaus Instrumentalgruppen aus den Bereichen Kammermusik und internationale Volksmusik auf. Am Freitag- und Samstagabend geben beide Formationen je eigene Konzerte und am Sonntagnachmittag verbinden sich die Gruppen zu einem gemeinsamen Auftritt, zusammen mit dem Weltmusiker Noldi Alder.
Das Konzertprogramm wird durch einen ökumenischen Gottesdienst am Sonntagvormittag und einem besonderen Klangerlebnis mit Probenbesuch, der Besichtigung einer alten Hausorgel und einem Referat zum Thema Klang am Sonntagnachmittag ergänzt.

Die Tageskasse ist jeweils eine Stunde vor dem Konzert geöffnet. Tickets sind auch im Vorverkauf beim Tourist-Info in Unterwasser erhältlich (Telefon 071 999 19 23, E-Mail saitenwind@klangwelt.ch).

In der Vorwoche, von Dienstag bis Freitag, bieten die Zürcher Violinistin Bettina Boller (klassische Musik) und der künstlerische Gesamtleiter des Festivals, Hackbrettspieler und Violinist Noldi Alder (Volksmusik), einen Klangkurs im Spannungsfeld zwischen Volks- und Kammermusik an. Laien- und Profimusiker sowie Schüler und Musiklehrer, die sich neu inspirieren lassen möchten, sind gleichermassen willkommen. (Weitere Informationen und Anmeldungen über KlangWelt Toggenburg, Telefon 071 999 19 23 oder E-Mail info@klangwelt.ch)


«Saitenwind» ist das jüngste Kind der KlangWelt Toggenburg und soll anschliessend im Zwei-Jahres-Turnus durchgeführt werden.

NaturStimmen-Festival 2008
02. August 2007

Die Vorbereitungen fürs NaturStimmen-Festival im kommenden Frühling sind in vollem Gange. Die Verantwortlichen sind zur Zeit intesiv dabei, das Programm zusammen zu stellen. Das OK hat sich gefunden, neuer Präsident ist Andy Roth aus Wildhaus. Bereits heute darf man sich auf ein weiteres gelungenes Festival im oberen Toggenburg freuen!

Klangweg offen
10. Juli 2007

Der Klangweg ist offen, die Bergbahnen sind in Betrieb und die Instrumente betriebsbereit. Ein Besuch auf dem Klangweg lohnt sich auch in diesem Sommer!

Neues Kursprogramm
03. Juli 2007

Das neue Klangblatt ist da! Es erhält das komplette Kursprogramm bis Ende Jahr, Informationen zu den verschiedenen Kursleitern sowie allgemeine News rund um die Projekte der Klangwelt Toggenburg.

Die KlangWelt Toggenburg lädt ein mit Peter Roth zu singen, mit der Jodlerin Nadja Räss oder der New Yorkerin Lisa Sokolov die eigene Stimme weiter zu entwickeln, dem Hackbrett erste Töne zu entlocken oder mit Martin Schumacher zu improvisieren. Das Kursprogramm richtet sich an alle Interessierten, ob Laien, Hobby-Musikanten, Berufsmusiker, Geniesser oder solche, die sich eine neue Klangwelt eröffnen möchten. Reservieren Sie rasch, denn zahlreiche Kurse sind jeweils weit im Voraus ausgebucht!

Die Familienkurse sind speziell für verschiedene Generationen gedacht und mit einem Signet ausgezeichnet. Jeweils eine erwachsene Person und ein Kind besuchen den Kurs gemeinsam; die beiden teilen sich im Hotel das Zimmer.

Weitere Informationen finden Sie unter «Kurse» oder im Klangblatt (zu bestellen unter Telefon 071 999 19 23 oder per Mail an info@klangwelt.ch).

Klanghaus Toggenburg
13. Mai 2007

Aus der Pressemitteilung des Kantons St. Gallen:

Die Regierung des Kantons St. Gallen setzt ihre kulturelle Initiative fort und treibt Schlüsselprojekte im Toggenburg und im Werdenberg voran. Sie initiiert dazu im zweiten Halbjahr 2007 die zwei koordinierten Projekte "Klanghaus Toggenburg" und "Klangschloss Werdenberg". Dem Kantonsrat werden für die Durchführung der Projekte je 250'000 Franken aus dem Lotteriefonds beantragt.

Im Rahmen der im Frühjahr 2006 lancierten Kulturförderplattform "Südkultur" ist geplant, in der Region Obertoggenburg, Werdenberg, Sarganserland verschiedene Projekte zum Grundthema Klang zu realisieren. Einzelne davon sind bereits verwirklicht. Als mögliche weitere Elemente sind das Klanghaus Toggenburg und das Klangschloss Werdenberg vorgesehen. Mit gezielten Investitionen in diese beiden kulturellen Vorhaben können wichtige Entwicklungsimpulse für die betreffenden Regionen ausgelöst werden. Im zweiten Halbjahr 2007 sollen deshalb in zwei koordinierten Projekten alle wesentlichen Fragen betreffend Zweck, Nutzen, Machbarkeit, inhaltliche und architektonische Ausprägung, Trägerschaft und Betrieb sowie Kosten und Finanzierung der beiden Vorhaben geklärt werden. In ähnlicher Weise wurden im vergangenen Jahr die beiden Projekte Kunsthaus und Bibliothek in der Kantonshauptstadt vom Lotteriefonds unterstützt. Bei beiden Projekten wirken Experten aus verschiedenen kulturellen Sparten sowie interessierte Personen aus der Bevölkerung der entsprechenden Regionen mit. Regierungsrätin Kathrin Hilber, Kulturamtsleiter Hans Schmid, der Initiant Peter Roth und Alois Ebneter, Rudolf Lippuner und Ferdinand Riederer als Vertreter der Gemeinden orientierten heute in Wildhaus über die geplanten Projekte.

Erfolgreiche "Klangwelt"
In den vergangenen Jahren sind im oberen Toggenburg im Rahmen der Initiative "Klangwelt Toggenburg" vielfältige Angebote zum Thema Klang geschaffen worden. Klangkurse, ein Klangweg und ein Klangfestival werden angeboten. Die Initiative hat sich erfreulich entwickelt und gewinnt laufend an Resonanz und Aufmerksamkeit. "Die Initiative Klangwelt überzeugt durch die hohe Qualität und das nachhaltige Engagement der Initianten. Es handelt sich um ein kulturelles Schlüsselprojekt für das Toggenburg mit grossem volkswirtschaftlichem Potenzial", sagte Regierungsrätin Kathrin Hilber vor den Medien. Schon seit längerer Zeit hegen die Initianten der "Klangwelt" die Absicht, dem Thema in einem Klanghaus eine feste Heimat zu geben. Das Klanghaus soll Chören und Musikformationen aus der ganzen Schweiz und aus dem angrenzenden Ausland die Möglichkeit geben, in akustisch hochstehenden Räumlichkeiten zu proben und Tonaufnahmen zu machen. Der Standort des geplanten Klanghauses liegt südlich des Dorfes Unterwasser, am Schwendisee.

Mit einem Engagement für das Klanghaus Toggenburg wird der Kanton erhebliche Investitionen in die Infrastruktur tätigen. Die Initianten können zudem auf die Unterstützung von Mäzenen zählen, die in Aussicht gestellt haben, das Klanghaus mit massgebenden finanziellen Mitteln zu fördern. Ehe die bauliche Ausgestaltung in Angriff genommen werden kann, sind in einer Diskussion mit Experten und der Bevölkerung diverse offene Punkte verbindlich zu klären. In einem Vorprojekt sollen Idee und Konzept für das Klanghaus verifiziert und konkretisiert werden. Es geht darum, auf Grundlage der Vorarbeiten ein verbindliches Konzept für die Nutzung, die Finanzierung, das Raumprogramm sowie die Trägerschaft und Organisation des Klanghauses zu erarbeiten. Zudem soll unter Einbezug interessierter Personen aus dem Toggenburg abgeklärt werden, wie das Klanghaus noch besser in der Region verankert und wie dadurch die Wertschöpfung der Region in Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus erhöht werden kann. Auch ist die Zusammenarbeit mit den benachbarten Regionen, Appenzellerland und Werdenberg, zu klären. Das inhaltliche Konzept wird um eine bauliche Machbarkeitsstudie ergänzt, die das Raumprogramm, die Anforderungen an die Architektur, die Erschliessung und die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen enthält.

Die Projekte "Klanghaus Toggenburg" und "Klangschloss Werdenberg" werden im September 2007 gestartet. Es wird laufend über die Fortschritte informiert, die Ergebnisse werden im Frühjahr 2008 präsentiert.

Kinostart «Johle und Werche»
26. Februar 2007

Der Dokumentarfilm «Johle und Werche» von Thomas Lüchinger kommt in die Schweizer Kinos!

Hier die Vorstellungsdaten für die Woche vom 1. bis 7. März 2007:

Kino Passerelle, Wattwil:
täglich 20.15 Uhr, Sonntag auch 17 Uhr

Scala 4, St. Gallen:
täglich ca. 18 Uhr im Vorabendprogramm

Cinetreff, Herisau:
täglich 20 Uhr, Sa/So/Mi auch 17 Uhr

Kiwi Treff, Werdenberg:
täglich im Programm

Kultkino, Basel:
täglich im Mittagskino, sonntags matinee

Kino Landquart:
Do - Di täglich ca. 20 Uhr

Weitere Infos zum Film finden Sie unter www.johleundwerche.ch

1. Hauptversammlung Förderverein
17. Januar 2007

Die 1. Hauptversammlung des Fördervereins findet am Mittwoch, 16. Mai 2007 um 18.30 Uhr im Mehrzwecksaal Chuchitobel in Wildhaus statt.

Um 20 Uhr beginnt das öffentliche Konzert mit dem Albin-Brun-Trio aus Luzern und der Brandholzer Striichmusig aus Ebnat-Kappel. Der Eintritt ist frei.


09. Januar 2007

Es freut uns sehr, Sie auf den Kinostart des Dokumentarfilms

„JOHLE UND WERCHE
Klänge aus dem Toggenburg“


am 42. SolothurnerFilmFestival 2007 hinzuweisen.

Der neue Dokumentarfilm von Thomas Lüchinger über die Naturtontradition im Toggenburg mit Peter Roth, Annelies Huser, Katrin Fässler, Hansruedi Ammannn, Hansjakob Scherrer, Emil Mattle, den Jodelchören Säntisgruess und Churfirstenchor und vielen mehr wird im Rahmen der Werkschau des neuen Schweizer Films in Anwesenheit des Filmteams und verschiedener Protagonisten in Solothurn gezeigt:

Mittwoch, 24. Januar 2007, 12 Uhr im Kino Canva

und

Samstag, 27. Januar 2007, 14 Uhr in der Reithalle (Premiere)

Ihr Besuch in Solothurn würde uns sehr freuen.

Der Film läuft anschliessend in verschiedenen Schweizer Kinos. Entsprechende Hinweise entnehmen Sie bitte der Tagespresse.

Dachverein gegründet
18. November 2006

von Heini Schwendener

Am Donnerstag, 16. November 2006 wurde der Verein KlangWelt Toggenburg gegründet. Als Dachverein fördert und vermarktet er alle Aktivitäten um den Begriff "Klang" als kulturelles und touristisches Angebot.

Unterwasser Im kommenden Jahr läuft das Regio-Plus-Projekt "Toggenburg in Bewegung" aus. Schon Ende dieses Jahres wird eines seiner Teilprojekte, die KlangWelt Toggenburg, sozusagen in seine Selbständigkeit entlassen. Dies ist Anlass für die treibenden Kräfte dieses Projektes, die Aktivitäten (Klangfestival, Klangweg, Klangkurse etc.), die bisher von verschiedenen Vereinen und Organisationskomitees getragen wurden, unter einem Dachverein zu bündeln. Der Verein Klangweg wird aufgelöst, die Vereine Klangfestival NaturStimmen und Klangkurse gehen in den Verein KlangWelt Toggenburg über.

Fördern, vermarkten
13 Personen wohnten am Donnerstagabend der Gründungsversammlung im Sternen in Unterwasser bei. Tagespräsident Alois Ebneter, Gemeindepräsident von Alt St. Johann, stellte die Statuten zur Diskussion. Zweck des Vereins KlangWelt Toggenburg ist es, unter dem Begriff "Klang" im Toggenburg und allenfalls in benachbarten Regionen ein vielfältiges kulturelles und touristisches Angebot aufzubauen, auf Dauer bereit zu halten und zu vermarkten.
Der Verein ist bestrebt, Organisationen mit dem gleichen oder ähnlichen Zweck unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen. Mitglieder des neuen Vereins können natürliche und jurisitische Personen werden, die durch besondere Arbeits- und/oder geldwerte Leistungen aktiv zur Erreichung des Vereinszwecks beitragen. Ihr Mitgliederbeitrag beläuft sich auf maximal 500 Franken (natürliche Personen) bzw. 1000 Franken (juristische Personen). Im Gegensatz zu dem im Mai 2006 gegründeten Förderverein KlangWelt Toggenburg, der mit bescheidenen Mitgliederbeiträgen möglichst viele Mitglieder anstrebt, soll also der Verein KlangWelt Toggenburg jene Leute umfassen, die das "Unternehmen" Klangwelt führen.

Alois Ebneter präsidiert Verein
Einstimmig zum Präsidenten für die zweijährige Amtsdauer wurde Alois Ebneter, Alt St. Johann, gewählt. Ebneter war schon bisher Projektleiter des Regio-Plus-Teilprojekts Klangwelt Toggenburg. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: Peter Roth, Unterwasser, künstlerischer Leiter; Philipp Kamm, Ebnat-Kappel, Vertreter des Vorstandes Förderverein Klangwelt, Peter Beeler, Wildhaus; Bernadette Ebneter, Alt St. Johann, Stephan K. Haller, Libingen; Max Nadig, Herisau. Bis auf Philipp Kamm und Max Nadig waren alle Vorstandsmitglieder bereits bisher im Organisationskomitee Klangwelt vertreten. In die Kontrollstelle wurden Franz Bollhalder, Marcel Buner und Peter Kressig (Ersatz) gewählt.

Ein Festival in Wildhaus
Die Klangwelt-Verantwortlichen strotzen vor Ideen und Tatendrang. Anlässlich der Gründung des Vereins Klangwelt stellte Peter Roth die Idee eines Festivals in Wildhaus vor, das für die dritte Herbstferienwoche 2007 geplant ist. Dieses soll künftig im Zweijahresturnus - abwechselnd mit dem Klangfestival - durchgeführt werden. Noch ist vieles gar nicht spruchreif. So viel aber vorweg: Beim Festival in Wildhaus geht es um Instrumentalmusik - um das Zusammenführen von Kammermusik und Volksmusik. Geplant sind drei Konzerte in Wildhaus, die kombiniert werden mit Kursen, die von Mitgliedern der an den Konerten teilnehmenden Gruppen geleitet werden. Im Gegensatz zu den bisherigen Klangkursen, die auch Laienpublikum offen standen, werden die Kurse in Wildhaus eine Art Meisterkurse darstellen.

Homepage «Johle und werche»
10. Oktober 2006

Die Homepage zum neuen Film von Thomas Lüchinger ist ab sofort aufgeschaltet. Viel Vergnügen!

www.johleundwerche.ch

Filmpremiere «Johlen und werken»
16. September 2006

Am Freitag, 15. September fand in der Tennishalle in Unterwasser die Filmpremière von «Johlen und Werken» (CHURFIRSTENKLANG) statt. Der Film kommt im Herbst dieses Jahres in die Schweizer Kinos.

Im Dokumentarfilm über die musikalische Tradition im Toggenburg stehen der Klang und die obertonreichen Gesänge des Toggenburgs, die eine prickelnde Gänsehaut erzeugen, im Zentrum.

Wie hört sich ein Berg an? Wie klingen Obertöne? Was bedeuten Zauern und Johlen? Was sind Naturtöne? Solchen und weiteren Fragen rund um das Thema Klang, Natur und Hören ist der bekannte Schweizer Filmemacher Thomas Lüchinger während mehr als zwei Jahren im Toggenburg nachgegangen. Antworten hat er bei den musizierenden Bäuerinnen und Sennen am Fusse der Churfirsten gefunden, die dem Singen mehr zu vertrauen scheinen als dem Sprechen.

Dieser aussergewöhnliche Musikfilm zeigt die tiefen Zusammenhänge zwischen Naturklängen, alltäglichem Leben, bäuerlicher Tradition, Kultur sowie Wissenschaft. In poetischen Bildern baut er eine Brücke zwischen sennischen und urbanen Lebensweisen.

Die Abgeschiedenheit des Tals und das Leben auf der Alp – in Verbindung mit Natur und Tieren – sind der Ursprung der obertönigen Gesänge im Toggenburg. Sie sind der Musik traditioneller Naturreligionen ähnlich. Der Musiker und Komponist Peter Roth prägt und fördert mit seinen Kompositionen und Chören die Musik am Fusse der Churfirsten. Ihm ist es zu verdanken, dass diese besondere Klangkultur im Toggenburg weiter gepflegt wird und selbstbewusst über das Tal hinaus klingt.

Die Entstehung eines «Senntumgschells», geschmiedet vom letzten Schellenschmied Emil Mattle, gliedert den Film in verschiedene Kapitel, dem bäuerlichen Jahreszeitenzyklus folgend.

Der Dokumentarfilm von Thomas Lüchinger (www.rosesforyou.ch) zeigt das Leben und Musizieren von Hansruedi, Anna und Jürg Ammann, Werner Bollhalder, Heinz Bürgin, Annelies Huser, Emil Mattle, Hans-Jakob Scherrer, Peter Roth und vielen anderen.

Sieben neue Instrumente für den Klangweg
22. Juni 2006

Am Samstag, 1. Juli, wird ein weiteres Stück des Klangweges eröffnet. Die Etappe «Oberdorf» führt vom Dunkelboden zum Oberdorf Wildhaus.

Wie klingt Wasser? Wie tönen Steine? Wie singen Löcher? Auf dem Klangweg, am Fusse der Churfirsten, finden sich 22 Installationen, die viele überraschende Eindrücke zum Klingen und zum Hören ermöglichen. Der Weg ist ein grosser Erfolg und zog im letzten Jahr zirka 40'000 Gäste an. Nun ist er um eine weitere Etappe erweitert worden.

Der schöne Pfad am Fusse der Churfirsten führt ab Juli von der Alp Selamatt in Alt St. Johann bis ins Oberdorf in Wildhaus. Er umfasst mehr als zwanzig Klang-Installationen am Wegrand, die ausprobiert und bespielt werden dürfen. Mehrere zehntausend Besucherinnen und Besucher wanderten vergangene Saison von der «Alp Selmatt» Richtung Schwendisee. Milchkannen, Kuhglocken oder ganze Baumstämme können zum Klingen gebracht werden. Einmal kann man auch die Stille und das Klingen der Landschaft entdecken. Bei den «Felsentönen» klingt der Stein wie ein Didgeridoo und mit der «Klangmühle» bringt man den Stall zum Singen.

Ab dem 1. Juli wird die Etappe «Oberdorf» – vom Dunkelboden in Unterwasser zum Oberdorf in Wildhaus – eröffnet. Sieben neue Instrumente ergänzen das tönende Angebot. Für die neuen Klangobjekte war wiederum ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Objekte mussten einen interessanten Klang und einen Bezug zur Natur und zum Toggenburg haben und auch ästhetisch überzeugen. Eine Jury hat die eingereichten Objekte begutachtet und ausgewählt. Die besten Projekte werden nun realisiert und sind bereit, um bespielt und entdeckt zu werden. Die Wanderung bietet kleinen und grossen Wanderern spannende Erlebnisse in der Welt der Töne und Klänge.

Die sieben neue Klanginstallationen
Bei Walter Hadorns «Brunnenstubete» tönen Wassergeräusche aus der Tiefe der Erde. Wie die Töne entstehen, bleibt für die Wanderer unsichtbar im Boden verborgen. Auch Lukas Rohners «Treibjagdhorn» birgt ein Geheimnis. Aus welchem Trichter kommt welcher Ton? Wer es herausfinden will muss das Rätsel des grossen Jagdhornes durch genaues Hinhören lösen. Rohner, der künstlerische Leiter des Klangwegs ist ein unermüdlicher Klangtüfler. «Dr loschtig Puurehag» ist eine weitere Installation aus seiner Werkstatt. Eine lange begehbare Brücke ist auf beiden Seiten von einem Holzzaun gefasst. Wie im Kinderspiel, kann man beim Laufen mit einem Holzstecken am Zaun entlang streichen und ihn so zum Klingen bringen.

Die «Klangkugel» von Ferdinand Rauber ist ein grosses dreidimensionales Xylophon. Mal tönt es wie ein Gong, mal wie die Becken eines Schlagzeugs. Arthur Schneiders «Singstein» kann mit nassen Händen zum Klingen gebracht werden und steht wie ein überdimensionaler Handschmeichler in der Landschaft. Für das «Klangschalen-Glüt» hat sich die toggenburger Instrumentenbauerin Therese Vögtlin vom traditionellen Talerschwingen und von tibetischen Klangschalen insprieren lassen. Mehrere Menschen müssen sich miteinander koordinieren, um die Kugel im grossen Metallbecken zum Kreisen zu bringen. Jürg Schneiders «Tonmühle» fasziniert ebenfalls. Räder, Mühlesteinen ähnlich, sind mit verschiedenen Glassteinchen gefüllt. Wenn sie gedreht werden, ertönt ein feines perliges Rauschen und wird zur Melodie in der Landschaft.

Drei Etappen
Die drei Etappen «Selamatt», «Iltios» und «Oberdorf» können einzeln in wenigen Stunden oder alle hintereinander an einem Tag begangen werden. Je eine Bergbahn erleichtert die Anreise zu den drei Etappen und führt am Ende auch wieder ins Tal. Die reine Wanderzeit für alle Etappen beträgt etwa drei Stunden, mit Klangerlebnis und einer Pause sollte man fünf Stunden Zeit haben. Die Etappe Selamatt ist auch mit Kinderwagen und Rollstühlen problemlos befahrbar. Ansprechende Texttafeln zu jedem Instrument enthalten eine Geschichte für die kleinen und Hintergrundinformationen für die grossen Klangwanderer. Die Erwachsenen erfahren etwas über das Prinzip der Klangerzeugung, die Bauweise oder Stimmung des Instrumentes.

Kultur für die ganze Familie
Der Klangweg bietet die Verbindung von einem interessanten Spazierweg in den Bergen und einem kulturellen Erlebnis für die ganze Familie. Die Etappe Selamatt eignet sich – bei einem Start in Alt St. Johann – auch für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen, da das Gefälle hier gering ist. Den musikalischen Ausflug startet man am besten bei einer der Bergstationen Selamatt, Iltios oder Oberdorf. Selbstverständlich lässt sich die Wanderung am Fusse der Churfirsten verlängern oder abkürzen. Der Klangweg ist ein Projekt im Rahmen von KlangWelt Toggenburg.

Ein Prospekt mit Beschrieb des Klangwegs Toggenburg ist beim Tourist-Info Unterwasser,via info@klangwelt.ch oder Telefon +41 (0)71 999 19 23 erhältlich. Weitere Infos gibt es unter www.klangwelt.ch. Führungen für Gruppen oder Familien werden auf Anfrage gerne organisiert (20 bis 40 Franken pro Person). Der Klangweg ist von Anfang Juni bis Ende Oktober begehbar. KWT


Klangweg Toggenburg – Eröffnungsfest für die dritte Etappe
Am Samstag, 1. Juli wird die dritte Etappe «Oberdorf» des Klangweges Toggenburg – zwischen dem Dunkelboden und dem Oberdorf in Wildhaus eröffnet. Zum Fest sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Ab 12.30 Uhr fährt ein Shuttlebus zwischen der Curlinghalle Wildhaus und dem Kulturhotel Seegüetli. Ab 13 Uhr wird im Garten des Seegüetlis (bei schlechter Witterung im Restaurant) ein Apéro serviert. Um 13.30 Uhr begrüsst Peter Beeler, Präsident des Vereins Klangweg die Gäste. Anschliessend sprechen Gian Andrea Walther, Präsident der Bergeller Kulturorganisation und des «Giardino del suono», sowie Lukas Rohner, Künstlerischer Leiter des Klangwegs Toggenburg. Gemeinsam begeben sich alle zum Dunkelboden wo die Klangwanderung beginnt. Die Instrumentenbauer bespielen die neuen Objekte. Musikalische Gäste bereichern die Konzerte am Wegesrand. Den Abschluss macht das gemütliche Beisammensein im Restaurant Oberdorf in Wildhaus. Eine Talfahrt mit der Bergbahn oder ein kurzer Fussmarsch bringt alle zurück zum Ausgangspunkt, bei der Curlinghalle Wildhaus. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt ist frei.

Prospekte und Informationen zum Klangweg:
Tourist-Info Unterwasser, E-Mail info@klangwelt.ch oder Telefon +41(0)71 999 19 23

NaturStimmen: Noch Restkarten erhältlich!
01. Juni 2006

Die Abendkonzerte des Klangfestivals NaturStimmen vom Freitag, 2. Juni und Samstag, 3. Juni sind ausverkauft. Für die beiden Abendkonzerte vom Sonntag, 4. Juni und Montag, 5. Juni sind noch Tickets erhältlich.

Freitag 2. Juni: Zusatzkonzert mit Le Mystere des Voix Bulgares. Kurzfristig wurde mit Les Mystere des Voix Bulgaires / Tiharea aus Madagaskar / Nadia Räss mit stimmreise.ch ein Nachmittagskonzert angesagt:
Fr. 2. Juni, 18 bis 19.15 h (verkürztes Konzert, Eintritt 20 Franken).
Vorverkauf via Telefon 071 999 19 23

Das Klangfestival «NaturStimmen» in Alt St. Johann ist sehr gut gestartet.
29. Mai 2006

Zwischenbilanz am Klangfestivals NaturStimmen in Alt St. Johann: Die drei ersten Konzerte waren restlos ausverkauft, die Workshops sowie weiteren Angebote des Rahmenprogramms hervorragend besucht, und das Publikum liess sich mitreissen.

Das Besondere am Klangfestival NaturSimmen ist, dass jeweils mehrere Chöre und Solisten aus verschiedenen Kulturen gemeinsam auf der Bühne stehen und am Ende des Konzertes auch gemeinsam Singen. Das Publikum im Toggenburg war begeisterungsfähig und bedankte sich jeweils mit langem Applaus für diese musikalischen Klangreisen.
Die herzliche Stimmung auf der Bühne übertrug sich schnell in den Kirchenraum. Das gemischte Publikum war offen für die traditionellen Naturjodel der einheimischen Chöre wie für die fremden Klänge. Diese waren zum Beispiel vom experimentellen Duo Stimmhorn oder von Martin Ulrich und seinen Improvisationen zu hören. Besonders mit Applaus belohnt wurden jeweils der letzte Teil der Konzerte, an denen alle Mitwirkenden des Abends gemeinsam auf der Bühne stehen und singen.

Zahlreiche Höhepunkte
Einer der Höhepunkte an diesen ersten vier Konzertabenden war der Eröffnungsauftritt der 77jährigen Jodlerin Kathrin Fässler aus Appenzeller, die mit berührend klarer Stimme sang, und dabei vom Engelchörli mit viel Gespür unterstützt wurde. Am Ende sang und tanzte sie gemeinsam mit dem Chor Vabati VeVhangeri aus Simbabwe. Am Sonntag verblüffte das georgische Quintett «Basiani» mit seinem exzellenten Gesang. Er basiert auf sakralem Liedgut, das aus vorchristlicher Zeit stammt, und gleichermassen kraftvoll wie geheimnisvoll anmutet. Das Publikum liess sich auf die fremde Töne ein und bedankte sich mit stehendem Applaus.

Gemütliche Stimmung
Der Regen machte das Zusammensitzen im Festzelt erst recht gemütlich. Jeden Abend waren dort sorgfältig ausgewählte einheimische Kapellen zu hören, unter anderem die Alder-Buebe, die bis nach Mitternacht zur Stimmung beitrugen. MBT

Freitag 2. Juni: Zusatzkonzert mit Le Mystere des Voix Bulgares
Am kommenden Pfingstwochenende stehen für die zweite Hälfte des Festivals nochmals vier Konzerte auf dem Programm. Das Abendkonzert vom Freitag 2. Juni (Les Mystere des Voix Bulgaires / Tiharea aus Madagaskar / Nadia Räss mit stimmreise,ch ) ist bereits ausverkauft. Kurzfristig wurde deshalb in der gleichen Besetzung ein Nachmittagskonzert angesagt:
Fr. 2. Juni, 18 bis 19.15 h (verkürztes Konzert, Eintritt 20 Franken).
Für die anderen Konzerte sind noch Restkarten erhältlich.

www.klangwelt.ch / Vorverkauf: 071 999 19 23 (Tourist-Info Unterwasser)

Erste Vorstellungen ausverkauft
18. Mai 2006

Das Festival NaturStimmen findet vom 25. Mai bis 5. Juni 2006 in Alt St. Johann statt. Der weltbekannte Frauenchor «Le Mistere des Voix Bulgares» ist ebenso dabei, wie das Appenzeller Engelchörli, die Jodlerin Nadja Räss, die Gruppe Boerte aus der Mongolei, «Basiani» aus Georgien, das Trio Tiharea aus Madagaskar, das Duo Stimmhorn, die Gruppe Vabati Vevhangeri aus Simbabwe oder der Finnischen Sängerin Ulla Pirttijärvi. Zudem beteiiligen sich mehrere Toggenburger Jodelchöre am Festival. Fast 400 Musiker in mehr als 50 Formationen treten auf. Die letzten beiden Abende werden durch eine besondere Symbiose von Film und Musik geprägt. Der bekannte Filmemacher Thomas Lüchinger zeigt Impressionen aus dem Toggenburg, die live musikalisch von Peter Roth, Paul Giger, Meinrad Rieser, Lukas Rohner, Ferdinand Rauber, Heinz Bürgin und den Alt St. Johanner Kirchenchören begleitet werden.
Tickets sind via Telefon 071 999 19 23 oder E-Mail naturstimmen@klangwelt.ch erhältlich! Erste Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Es lohnt sich jetzt schnell zu reservieren!


Weitere Infos unter der Rubrik «Klangfestival»

Neuer Internet-Auftritt
25. Februar 2006

Die Klangwelt Toggenburg hat einen neuen Internet-Auftritt!

NEWS: KLANGWEG MACHT WINTERPAUSE
08. Januar 2006

Der Klangweg ist zwar öffentlich weiterhin zugänglich. Die Bergbahnen konzentrieren sich jetzt aber auf den Winterbetrieb. Der Klangweg wird während der Wintermonate nicht unterhalten und erst wieder im Mai geöffnet. Die dritte Etappe des Klangwegs wird am 1. Juli Juli offiziell der Öffentlichkeit übergeben werden.

Weitere Infos unter der Rubrik «Klangweg»

NEWS: NEUES KURSPROGRAMM
10. November 2005

Das Kursprogramm für das kommenden Jahr ist ab sofort online. Wer früh reserviert, bekommt sicherlich einen Platz! Mehr als 30 Kurse sind im kommenden Jahr im Angebot. Darunter auch zahlreiche Neuigkeiten.

Weitere Infos unter der Rubrik «Klangkurse»
     
     


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«Luminawa» – Mit Musik zur eigenen Identität
06. September 2010

Am Freitag, 17. September wird der Film «Luminawa – ein besseres Leben» in Alt St. Johann gezeigt

Kultur zu pflegen bedeutet auch die eigene Kraft und die eigenen Wurzeln zu sehen. Der Film
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Klangweg: Videobeitrag von internetTV.ch
02. September 2010

 
Klanghaus, offenes Gefäss für Musik
23. August 2010

Das Klanghaus Toggenburg gewinnt Struktur. Der Sieger des Ideenwettbewerbs, Architekt Marcel Meili, hat in Wildhaus eine erste Anschauung seines Konzepts vermittelt.

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