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Schellenschmiede und Hackbrettwerkstatt in Alt St.Johann eröffnet: Klangschmiede beginnt zu klingen.
Die wichtigsten Formen der Musikkultur rund um den Säntis sind die Schelle und das Hackbrett: In der «Klangschmiede» in Alt St. Johann wird diese Kultur neu gelebt. Das frisch renovierte Haus «zur Mühle» ist im Besitz der Stiftung KlangWelt Toggenburg und wurde in einem feierlichen Akt zum Betrieb an den Verein KlangWelt Toggenburg übergeben. Es soll in Zukunft als Begegnungsort und Musikwerkstatt der besonderen Art zur Entwicklung und Pflege des Themas Klang im Toggenburg beitragen.
«Mit der Renovation der Klangschmiede kann ein Projekt der KlangWelt realisiert werden, welches die Stärken des Toggenburgs in einmaliger Art und Weise hervorhebt: Ein wunderbarer Ort, an dem Traditionen gelebt und an Ideen rund um das Thema Klang gearbeitet werden kann», betonte Kathrin Hilber, Regierungsrätin und Präsidentin der Stiftung KlangWelt bei der Betriebsübergabe der Klangschmiede an Hans Bütikofer, Präsident des Vereins KlangWelt Toggenburg, welcher die Klangschmiede in Zukunft betreiben wird. Für den Verein ist die Inbetriebnahme der Klangschmiede ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der bestehenden Angebote im Hinblick auf die Realisierung des Klanghauses. Mit der Klangschmiede erhält der Verein KlangWelt nicht nur seine erste feste Heimat, sondern auch einen Ort der Arbeit am Klang und des Austauschs.

Hans Bütikofer, Präsident des Vereins KlangWelt Toggenburg und Mitglied des Stiftungsrates, unterstreicht die Wichtigkeit des wirtschaftlichen Nutzens des Projektes für das Toggenburg.
Entwicklung und Pflege des Themas Klang
Nach der Einweihung wird in der Klangschmiede die Schellen- und Hackbrettherstellung als öffentlich zugängliches Schauhandwerk mit verschiedenen Schmieden und Hackbrettbauern aus dem In- und Ausland betrieben. «Die Klangschmiede soll eine offen zugängliche Werkstatt sein, wo sich Instrumentenbauer, Schellenschmiede und Musiker ebenso austauschen und begegnen können wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Klangkursen oder Besucherinnen und Besucher, die sich das erste Mal an einer Klangexperimentierstationen oder in der Ausstellung mit dem Klang auseinandersetzen», führte der Projektleiter der Klangschmiede Alois Ebneter aus.
Mit der Inbetriebnahme der Hackbrettwerkstatt und der Schellenschmiede werden Kurse angeboten. Im Oktober sind zwei Hackbrettkonzerte und Workshops mit Teilnehmenden aus Appenzell, Bayern und Ungarn vorgesehen. In den Ausstellungsräumen finden zwei Mal jährlich themenbezogene Ausstellungen statt. Zu sehen sind zurzeit die Eigenkreationen des Toggenburger Instrumentenbauers Ulrich Ammann. Einen festen Standplatz hat die Hausorgel von Josef Looser aus dem Jahr 1812.
Von der Klostermühle zur Klangschmiede
Das Haus «zur Mühle» wurde erstmals im Jahr 1536 urkundlich erwähnt. Es gehörte ursprünglich zum Kloster Alt St.Johann und steht am Rande des Dorfes. Zuletzt wurde es als Bäckerei genutzt. Im Herbst 2009 wurde die Liegenschaft von der Stiftung KlangWelt Toggenburg gekauft und durch den Architekten Paul Knill fachgerecht renoviert und eingerichtet. Ein besonderer Blickfang ist das neue Wasserrad, welches nicht nur den Schmiedehammer antreibt, sondern gleichzeitig Strom für etwa fünf Haushalte produziert. Das Wasser für den Antrieb des Rades kommt vom etwa acht Kilometer entfernten Zwinglipass und sprudelt nur wenige Meter neben dem Haus aus einer Quelle. Jost Kirchgraber hat die Geschehnisse unter dem Titel «Von der Klostermühle zur Klangschmiede» aufgearbeitet. Die Publikation erscheint zur Eröffnung der Klangschmiede.
Grosszügige finanzielle Unterstützung durch Private und Stiftungen
Die Gesamtkosten für den Kauf und Umbau der Liegenschaft betragen rund 2.65 Mio. Franken. Der Kanton St.Gallen beteiligt sich mit 180'000 Franken aus dem Lotteriefonds an der Renovation des Gebäudes und dem Aufbau des Betriebs, der Denkmalpflegebeitrag beträgt 133'000 Franken. Die ehemalige Gemeinde Alt St.Johann förderte das Projekt mit 180'000 Franken. Von grosser Bedeutung für das Gelingen des Projekts ist die grosszügige Unterstützung von Mäzenen und Stiftungen. Der Hauptteil der notwendigen Mittel in der Höhe von über 2 Mio. Franken wurde durch Beiträge aus der privaten Kulturförderung finanziert. Zahlreiche kleine und grosse Spenderinnen und Spender haben zum Gelingen des Projektes beigetragen. Die Fassade der Klangschmiede wurde im Rahmen der «Schindelaktion» des Vereins von über 500 Spenderinnen und Spendern aus der Region finanziert.
Quelle: Medienmitteilung aus dem Departement des Innern und der Stiftung KlangWelt Toggenburg vom 30. April 2011 (Kanton St.Gallen, Staatskanzlei)
Datum: 01.07.2011 12:00





