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Platz für neuen Klang im Haus zur Mühle

Im Februar war der Spatenstich zum Umbau des Hauses zur Mühle – künftige Klangschmiede und Sitz der Klangwelt Toggenburg. Das Haus ist vollkommen ausgeräumt. Die blanken Strickwände aus dicken Balken liegen frei. Nägel stehen aus den Fussböden und der ehemalige Backofen – das Haus zur Mühle war zuvor eine Bäckerei – ist herausgebrochen worden. Platz für Neues. Wo einst der Klang vom Klopfen des Brotteiges vorherrschte, werden ab nächstem April Hämmer auf Ambosse schlagen, Hackbrett-Saiten vibrieren und das Wasser des Mühlrades plätschern. 

Aussen-Esse und Feuerorgel
Doch bis dahin muss noch viel gebaut werden. Neben dem Haus sind schon Bäume gefällt worden. Auf dem neu entstandenen Platz soll die Aussen-Esse errichtet werden. «Für Schmiedearbeiten wie das Vermessingen ist eine sehr grosse Hitze nötig, deshalb müssen diese Arbeiten draussen erledigt werden», erklärt Alois Ebneter, Projektleiter der Klangschmiede. Den Aussenplatz soll dereinst auch eine Feuerorgel zieren. Eine Feuerorgel? «Die Pfeifen dieser Orgel bestehen aus Metallrohren. Hält man einen Bunsenbrenner an die untere Öffnung, zieht das Feuer darin nach oben und es entsteht ein Klang», erklärt Alois Ebneter.
Neues Wasserrad aus Metall
Zwischen dem Platz und dem Haus plätschert Wasser. Wie einst soll wieder ein Mühlrad für die Produktion der nötigen Energie sorgen. Das neue Wasserrad wird aus Metall hergestellt. «Ein sogenanntes oberschlächtiges Wasserrad, das eine Leistung von 5,4 Kilowattstunden erbringen wird», so Ebneter. Dies mit Wasser, das vom Zwinglipass unter der Erde zu Tal fliesst und einige Meter hinter dem Haus zur Mühle aus einer Quelle sprudelt. Rund 120 Liter Wasser pro Sekunde mit einem Gefälle von 4,6 Meter werden das Wasserrad antreiben. Über Transmissionsriemen werden die Bohrer und Schmiedehämmer in der Werkstatt angetrieben und ein Generator soll zusätzlich Strom erzeugen.

 

Aussen-Esse und Feuerorgel

Doch bis dahin muss noch viel gebaut werden. Neben dem Haus sind schon Bäume gefällt worden. Auf dem neu entstandenen Platz soll die Aussen-Esse errichtet werden. «Für Schmiedearbeiten wie das Vermessingen ist eine sehr grosse Hitze nötig, deshalb müssen diese Arbeiten draussen erledigt werden», erklärt Alois Ebneter, Projektleiter der Klangschmiede. Den Aussenplatz soll dereinst auch eine Feuerorgel zieren. Eine Feuerorgel? «Die Pfeifen dieser Orgel bestehen aus Metallrohren. Hält man einen Bunsenbrenner an die untere Öffnung, zieht das Feuer darin nach oben und es entsteht ein Klang», erklärt Alois Ebneter.

 

Neues Wasserrad aus Metall

Zwischen dem Platz und dem Haus plätschert Wasser. Wie einst soll wieder ein Mühlrad für die Produktion der nötigen Energie sorgen. Das neue Wasserrad wird aus Metall hergestellt. «Ein sogenanntes oberschlächtiges Wasserrad, das eine Leistung von 5,4 Kilowattstunden erbringen wird», so Ebneter. Dies mit Wasser, das vom Zwinglipass unter der Erde zu Tal fliesst und einige Meter hinter dem Haus zur Mühle aus einer Quelle sprudelt. Rund 120 Liter Wasser pro Sekunde mit einem Gefälle von 4,6 Meter werden das Wasserrad antreiben. Über Transmissionsriemen werden die Bohrer und Schmiedehämmer in der Werkstatt angetrieben und ein Generator soll zusätzlich Strom erzeugen.

Hinter dem Haus ist ein Graben geöffnet. Entwässerungsrohre leiten künftig das Hangwasser seitlich des Hauses ab. Zusätzlich wird vorbetoniert, damit auch sicher kein Wasser ins Innere des Hauses drücken kann.

 

Schindelaktion erfolgreich

Nach den Sommerferien wird gemäss Alois Ebneter dann die Aussenfassade eingerüstet. Die Schindelaktion war übrigens erfolgreich. «Wir können die Kosten der Schindeln und der Schindel-Arbeiten aus dem Erlös der Verkaufsaktion decken», sagt der Projektleiter. Die gesamten Baukosten, inklusive dem neuen Mühlrad, betragen 1,64 Millionen Franken. Das Gesamtbudget der Klangschmiede ist 2,37 Millionen Franken. In diesem Betrag sind auch die Kaufsumme sowie die weiteren Projektkosten enthalten.

 

Ehemaliger Kühlraum

Innen, im Erdgeschoss, bietet ein hoher gemauerter Raum Platz für die Schmiede. «Vor etwa dreissig Jahren war hier der Kühlraum der Gemeinde untergebracht. Die Einwohnerinnen und Einwohner konnten sich hier Gefrier-Platz mieten», sagt Alois Ebneter. Ebenfalls im Erdgeschoss ist der Klangschmiede-Shop geplant. Im ersten Stock wird die Hackbrettwerkstatt eingerichtet. Der alte Ofen ist aus der ehemaligen Backstube bereits verschwunden. Hier soll in den Anfängen gar unerlaubt ein Backofen installiert worden sein, erzählt Alois Ebneter.

 

Im Erdgeschoss soll die Schmiede entstehen, ausserhalb der Rückwand kommt das Wasserrad hin.

Im Erdgeschoss soll die Schmiede entstehen, ausserhalb der Rückwand kommt das Wasserrad hin. 

 

Alte Elemente erhalten

In der kleinen Holzwerkstatt allerdings sind noch viele alte Werkzeuge und Gestelle vorhanden. Auch der künftige Hackbrett-Bauer wird hier mit Holz arbeiten. Überhaupt sind da und dort noch alte Elemente des Hauses zu sehen – eine Tapete, der Kachelofen oder auch Möbelstücke. «Das Haus steht unter Denkmalpflege. Wir wollen zwar erneuern, aber auch erhalten», sagt Alois Ebneter.

Im zweiten Stock entstehen Klangexperimentier-Räume, Studios für Gastschmiede und Gastkünstler sowie die neuen Büroräume für die Verwaltung der Klangwelt Toggenburg.

 

Geschichte aufarbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses zur Mühle in Alt St. Johann war 1536. Das Haus gehörte damals zum Kloster St. Johann. Die lange Geschichte der Liegenschaft wird vom Ebnat-Kappler Kunsthistoriker Jost Kirchgraber aufgearbeitet. «Eine kleine Publikation dazu ist geplant», verrät Alois Ebneter. Aus seinen Erzählungen lässt sich schliessen, dass im Haus wohl noch die eine oder andere interessante Geschichte schlummert. Ein weiteres Kapitel folgt im nächsten April. Verläuft alles nach Plan soll die Klangschmiede dann eröffnet werden.


Text und Bild: Katharina Rutz
© 2010 Toggenburger Tagblatt - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

 

 

Datum: 03.08.2010 00:00

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Unter dem Namen „KlangWelt Toggenburg“ werden seit 2003 Aktivitäten und Angebote zusammengefasst, welche die wichtigsten Formen der Musikkultur zwischen Säntis und Churfirsten in der Ostschweiz vermitteln: den Naturjodel, den Alpsegen, die Schellen als Elemente der Alpkultur und das Hackbrett als naturtöniges Saiteninstrument in der Tanzmusik. Kennzeichnend für diese einzigartige, in der einheimischen Bevölkerung stark verwurzelte Klangkultur sind die untemperierten Naturtöne, welche überraschende Verbindungen zu anderen Musikkulturen in Europa, Afrika und Asien herstellen. Gerade solche Brückenschläge zwischen lokaler und fremder Kultur, aber auch die Spannungsverhältnisse zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen Spiritualität und Alltäglichkeit, zwischen freiem Experiment und strenger Form machen die Lebendigkeit von KlangWelt Toggenburg aus. KlangWelt Toggenburg bietet vielfältige Erlebnisse zum Thema Klang in Klangkursen, auf dem Klangweg, bei Klangfestivals und Konzerten, mit Klangwellness, in der Klangschmiede und in ein paar Jahren auch im Klanghaus am Schwendisee.