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Mit dem Heulvelo auf dem Klangweg
Neuerdings kann man auf dem Klangweg der Klangwelt Toggenburg nicht nur spazieren, sondern auch Velo fahren. Das Heulvelo ist eines von zwei neuen Instrumenten, die die Klangwelt Toggenburg zur diesjährigen Saisoneröffnung des Klangwegs am Montag präsentiert hat.
Der aus drei Etappen bestehende Klangweg Toggenburg zwischen Sellamatt und Oberdorf erfreut sich grosser Beliebheit. «Die Besucherzahlen liegen konstant bei rund 40 000», freut sich Andreas Müller, Geschäftsleiter der Klangwelt Toggenburg. Die Zahlen haben sich in den letzten Jahren auf diesem Niveau konsolidiert, mit einem kleinen Einbruch letztes Jahr. «Schwierig zu sagen, woran das lag. Vielleicht am Wetter, vielleicht auch daran, dass wir kein neues Instrument hinzugefügt haben», so Andreas Müller, «dies zugunsten von umfassenden Unterhaltsarbeiten am ganzen Klangweg».
Schlauch tönt wie Alphorn
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Heinz Bürgin fährt sein |
Für die diesjährige Eröffnung haben gleich zwei Klangkünstler neue Instrumente für den Klangweg geschaffen. Beim ersten Instrument erzeugt ein simpler Schlauch die Naturtonreihe, beim zweiten sorgen grosse Metallschalen für Obertöne sowie sicht- und fühlbare Schwingungen.
Das Heulvelo von Heinz Bürgin aus Lichtensteig erzeugt die gleichen Tonreihen wie zum Beispiel ein Alphorn. Es ist die Naturtonreihe, die in ganz bestimmten Abständen von Ton zu Ton springt und diejenigen dazwischen einfach auslässt. Erzeugen können Klangweg-Wanderer diese Naturtonreihe ganz simpel mit Strampeln. Durch langsames oder schnelles Treten auf dem Velo wird die Heulröhre, die in einiger Höhe an einem Speichenrad befestigt ist, mit unterschiedlicher Drehzahl in eine kreisende Bewegung versetzt. Dies geschieht ähnlich einem Helikopterrotor. Die Zentrifugalkräfte presst die Luft von innen nach aussen – je schneller, desto höher wird der Ton. Die Idee hatte Heinz Bürgin beim Betrachten der Heulröhren von Kindern. Bei der Herstellung des festgeschraubten Velos hatte Heinz Bürgin die Unterstützung eines Feinmechanikers.
Sichtbare Töne
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Ferdinand Rauber spielt |
Mit dem Klangschalenbaum will Ferdinand Rauber neben hörbaren Tönen auch sicht- und spürbar die Schwingungen auf ein anderes Material übertragen. Gespielt wird der Klangschalenbaum mittels eines Hammers, der an die Aussenwand der Schalen geschlagen wird. Die vier aufeinander abgestimmten Schalen sind ausserordentlich obertonreich. Das Wasser in den Schalen aus Chromnickelstahl nimmt die Vibration auf und zeigt sie in Form von Wasserklangbildern. Die Vibration lässt sich aber auch fühlen, indem man ganz einfach die Hände ins Wasser hält. Neben Ferdinand Rauber war auch der Architekt Jörg Schiess aus Stein AR an der Erfindung des Instrumentes beteiligt. Hergestellt hat den Klangschalenbaum Tobias Lenggenhager aus St. Gallen.
Hans Bütikofer, Präsident der Klangwelt Toggenburg, bemerkte zur Eröffnung der neuen Instrumente am Montag, dass der Klangweg bereits länger bestehe, als die Klangwelt selber. Dass jedoch der Klangweg auch heute noch der beste Einstieg in die Klangwelt Toggenburg sei.
Text und Bilder: Katharina Rutz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung Toggenburger Tagblatt.
Datum: 31.05.2011 05:05






