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Ulrich Ammann - Ein genialer Instrumentenbauer
Am 12. November steigt in Alt St. Johann die Premiere von «Ammanns Vermächtnis». Das Stück über das Leben des Instrumentenbauers war schon vor acht Jahren ein grosser Publikumserfolg. Vor der Premiere erzählte Peter Roth in Kirchberg über Leben und Werk Ammanns.
Peter Roth begrüsste das spärlich erschienene Publikum mit den Worten: «Es freut mich besonders, Sie auf eine Entdeckungsreise des genialen Toggenburger Instrumentenbauers Ulrich Ammann mitzunehmen.» Den Anstoss zu diesem einzigartigen Projekt gab ihm eine Ammann-Klarinette, welche er bei einer Liquidation hatte erwerben können.
Aussergewöhnliches Handwerk
In kurzen Abschnitten aus dem Monolog von Rea Brändle (der Autorin des Theaterstücks «Ammanns Vermächtnis») bekamen die Zuschauer Einblick in die faszinierende Lebensgeschichte des Instrumentenmachers. Ammann wurde 1766 in Unterwasser geboren. Der in einer einfachen Bauernfamilie aufgewachsene Autodidakt wurde sich schon früh seiner Begabung bewusst. Bereits im zarten Kindesalter von zehn Jahren fertigte Ulrich Ammann lediglich mit einem Schuhmachermesser und Holz seine erste Fiedel an. Später folgten Flöten, Klarinetten und Fagotte in diversen Ausführungen. Im Jugendalter stellte er seine erste Hausorgel mit vier Registern her
und machte sich als begabter Instrumentenbauer in der Region einen
Namen.
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Ulrich Ammanns Stock-Klarinette: Peter Roth erläutert die originale Stockklarinette in C, die er vor kurzem erworben hat.
Instrumente als Passion
Passend zu den Stationen des Künstlerlebens konzertierte das «Trio Malefiz», bestehend aus Heidi Bollhalder am Fagott, Darina Baumann an der Geige und Urs Grob am Hackbrett und Zymbal. Durch diesen musikalischen Rahmen konnte sich das Publikum mit allen Sinnen in die Biographie des Toggenburger Künstlers einfühlen. Während das Trio mit seinen musikalischen Leckerbissen überzeugte, gab Regisseur Daniel Kasztura sein schauspielerisches Talent zum Besten. Als Ammann im Alter von 38 Jahren ein starker Wissensdurst plagte, entschied er sich für ein Studium in Mathematik und Physik im deutschen Augsburg.
Dort kam er zum erstenmal in Kontakt mit einem Orchester und bezeichnete folglich Blasinstrumente als «Wandergesellen» oder «Nomaden». Nach seiner Rückkehr mit einem Rucksack voller neu gewonnenen Eindrücke und Wissen wurde Amman durch seine kunstvoll geschnitzten Spazierstöcke, welche insbesondere in England und Amerika en vogue waren, bekannt. Seine Phantasie, Blasinstrumente auszuschmücken, kannte keine Grenzen. So fertigte er originelle Wanderstöcke mit Perspektiv, Fernrohr, Springbrunnen oder integriertem Tabakapparat. Die Meisterwerke konnten gleichzeitig als Flöte oder Klarinette genutzt werden. 1842 starb Ulrich Ammann im Alter von 76 Jahren in Nesslau und stiftete, aufgrund seiner negativen Schulerfahrungen, sein Vermögen der Schulpflegeschaft Alt St. Johann.
Musiktheater und Ausstellung
Nach einem flotten Ausklang des «Trio Malefiz» bedankte sich Peter Roth und sehnte einem Wiedersehen am Musiktheater in Alt St. Johann entgegen. Die vier geplanten Aufführungen, finden ab dem 12. November in der evangelischen Kirche Alt St. Johann statt. «Falls die Auftritte beim Publikum ebenso gut ankommen, wie jene vor acht Jahren, könnte eine fünfte Aufführung dazu kommen», bemerkte Projektleiter Stefan Gubler abschliessend.
Text und Bild: Franziska Huber - Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung Toggenburger Tagblatt
Datum: 10.11.2010 08:18




