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Galsan Tschinag: Begegnung der Nomaden der Mongolei mit dem Toggenburg
Lesung/Begegnung mit Galsan Tschinag
am Mittwoch, 29. September, 20 Uhr
Propstei, Alt St. Johann
freier Eintritt - Kollekte
Galsan Tschinag, Oberhaupt der Tuwa in der Westmongolei, wurde als jüngstes Kind einer hoch geachteten Nomadenfamilie im Winter 1943 geboren. Seine Vorfahren waren Ratgeber für die große Sippe, aber auch für die kasachischen Nachbarn. Während seiner 10jährigen Schulzeit, in der er die mongolische wie auch die kasachische Sprache lernte, wurden Gedichte von ihm in der Schule veröffentlicht.
Nach 10 Jahren Schulzeit verließ er seine Heimatecke im Altaigebirge, um in der Hauptstadt Ulan Bator mongolische Literatur zu studieren. Ein Stipendium brachte ihn 1962 nach Leipzig, wo er das Studium der Germanistik begann, das er als Bester seines Jahrgangs mit viel Lob 1968 abschloss. Durch die politische Wende 1990 war es ihm möglich, in Deutschland seine in deutscher Sprache verfassten Bücher zu veröffentlichen. Inzwischen sind 26 Romane, Erzählungen und Gedichtbände auf dem Markt, die in viele Sprachen übersetzt wurden.
Er ist Träger folgender Literaturpreise: Adelbert-von-Chamisso-Preis, Puchheimer Leserpreis, Heimito-von-Doderer-Preis, Aloa-Literaturpreis, Literaturpreis der deutschen Wirtschaft im BDI, TREBBIA-Literaturpreis.
Außerdem wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Band der Bundesrepublik Deutschland für seine Bemühungen um das Verständnis zwischen den Kulturen verliehen.
Seine große Karawane 1995 mit Tuwa-Familien, 130 Kamelen, vielen Pferden und anderen Tieren, die er 2000 km durch die Mongolei zurück in das Altaigebirge führte, brachte ihm große Anerkennung und Ruhm sowohl in der Mongolei wie auch in vielen Ländern rund um den Globus.
Seit 1992 reist er jedes Jahr nach Europa und folgt Einladungen zu Lesungen und Vorträgen, leitet Seminare, nimmt an Kongressen und Konferenzen teil, tritt im Radio und Fernsehen auf. Dabei fühlt er sich als Vertreter seiner nomadischen Welt, ebenso stark aber auch als Weltenbürger. Er ist eine Brücke zwischen Ost und West, ein gemeinsames Erzeugnis des Morgenlandes mit seinem urzeitlichen Schamanen- und Nomadentum und des Abendlandes mit seiner klassischen kulturphilosophischen Aufklärung und seinem neuzeitlichen technisch-naturwissenschaftlichen Fortschritt. Seine Bestrebung richtet sich auf eine Ergänzung der Neuzeit mit der Altzeit, wie auch der modernen Kenntnisse der Menschheit mit dem Urwissen seines zahlenmäßig zwar schwachen, aber in der Vergangenheit stark verwurzelten Volkes. Der achtsame Umgang mit der Umwelt, die einfachere Lebensweise, das liebe- und vertrauensvolle Verhalten zu den Mitmenschen, eine ständiges Miteinander, nie aber ein Gegeneinander - das sind die zentralen Themen seiner Tätigkeit. Hinzu kommt seit einigen Jahren die Realisierung einer Vision. Er will der Mongolei 1 Million Bäume schenken und ist auf einem guten Weg, dieses Ziel mit seiner Arbeit, mit Spenden und mit vielen begeisterten Unterstützern zu verwirklichen.
Galsan Tschinag lebt in der Umgebung von Ulan Bator und bei seiner Sippe im Hohen Altaigebirge.
» Förderverein Mongolei e.V., Nürtingen, in Vertretung der Galsan Tschinag Stiftung, Ulaanbaatar/Mongolei.
Datum: 23.09.2010 00:00




